Tiere
Knetzgau krönt ein Nest für Meister Adebar
Das Projekt Storchennest konnte in der Gemeinde Knetzgau endlich umgesetzt werden.
Das Projekt Storchennest konnte in der Gemeinde Knetzgau endlich umgesetzt werden.
Christiane Reuther
F-Signet von Christiane Reuther Fränkischer Tag
Knetzgau – Viele Hände bereiten in Knetzgau alles für eine Storchen-Kinderstube im nächsten Jahr vor. Jetzt müssen die Vögel das Angebot nur noch annehmen.

Endlich steht das Storchennest in Knetzgau. Fast zwei Jahre dauerte es, wie Bürgermeister Stefan Paulus bei einem Pressetermin erklärte, bis die Aufstellung des Stammes mit dem Nest verwirklicht werden konnte. Der offizielle Startschuss fiel nun am Montagvormittag am Ortseingang von Knetzgau aus Richtung Haßfurt kommend.

Warum das hier mit Storchennest eine gute Idee ist

Die Feuchtwiesen der Mainauen, aber auch eine Zunahme der Storchenpopulation seien optimale Voraussetzungen für den Nistplatz, sagte Paulus. Ein besonderer Dank galt Dr. Mechthild Riedel, Gerhard Thein und den Mitarbeitern im Bauhof.

Weil es ein ortsteilübergreifendes Projekt ist, dankte Paulus auch Manfred und Dirk Melchior aus Westheim. Sie hatten den von der Oberschwappacher Försterin Ellen Koller ausgesuchten rund 13 Meter langen Baumstamm gefällt, entastet und an die Gemeinde übergeben.

Die Population der Störche nimmt zu

Ob die Nistmöglichkeit von den Storchenfamilien auch angenommen wird? Die Aussichten sind gut: Die Population der Störche nahm zu und das Futterangebot in den Feuchtwiesen verbesserte sich, es darf nur nicht mehr so heiß und trocken werden wie im vergangenen Sommer.

Offensichtlich gab es in Knetzgau in der Vergangenheit immer wieder Störche, wie Gerhard Thein recherchierte. So soll es bis Mitte des 20. Jahrhunderts auf dem Dach eines Wohnhauses in der Dorfmitte von Knetzgau ein Storchennest gegeben haben. Das Nest sei auch immer wieder von einem Storchenpaar belegt gewesen. Das Wohnhaus wurde in den 70er-Jahren abgerissen.

 

1998 machte die Gemeinde den Störchen ein Angebot – das sie ablehnten

Nach über 40 Jahren wurden 1998 wieder Störche in Knetzgau gesichtet. Als sie versuchten, auf den Schornsteinen des alten Rathauses ein Nest zu bauen, errichtete die Gemeinde auf dem alten und neuen Rathaus Nester. Diese wurden jedoch nicht angenommen.

Dass die Zahl der Störche in den vergangenen Jahren wieder zugenommen hat, dies konnte auch Mechthild Riedel beobachten. Die Zahnärztin hat in den letzten Jahren in den Frühlingsmonaten immer wieder Störche auf dem Dach ihres Wohnhauses und in der näheren Umgebung gesehen. Offensichtlich waren diese auf der Suche nach einer Nistmöglichkeit. Riedel wandte sich deshalb vor zwei Jahren an die Gemeinde, eine Nistmöglichkeit zu schaffen.

Ist für das Aufstellen eines Storchennestbaumes eine Baugenehmigung notwendig?

Nach Rücksprachen mit dem Landesbund für Vogelschutz und der Naturschutzbehörde beim Landratsamt Haßberge wurde das Grundstück der Gemeinde auf der Flurnummer 1279 an der Staatsstraße nach Haßfurt genommen.

In den Gemeinde-Nachrichten vom November 2021 wurde das Vorhaben bereits öffentlich bekannt gemacht. Gemeindemitarbeiter Robert Selig stellte nach Rücksprache mit dem Landratsamt Haßberge fest, dass keine Genehmigung für das Aufstellen des Nestes notwendig sei. So stimmte der Gemeinderat im Oktober 2021 dem Vorhaben zu.

Den Drahtkorb fertigte eine Knetzgauer Firma an

In den vergangenen Tagen erstellte der Bauhof das Fundament und die weiteren Arbeiten, so dass der Baumstamm mit dem Nest inzwischen aufgestellt werden konnte. Den Drahtkorb für das Nest fertigte im Auftrag von Dr. Riedel die Firma Fred Schmalz (Knetzgau). Die Kosten übernahm die Zahnärztin.   

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