Zeit der Jungtiere
„Wir nehmen Ihnen doch auch nicht Ihre Kinder weg“
Nicht viele Hunde, sondern oftmals Menschen mit falsch verstandener Tierliebe sind des Häschens Tod.
Nicht viele Hunde, sondern oftmals Menschen mit falsch verstandener Tierliebe sind des Häschens Tod.
Foto: Yvonne Jung, TI Haßberge
LKR Haßberge – Wanderer oder Gartenbesitzer finden vermeintlich verwaisten Nachwuchs? Tierschützer mahnen: In Ruhe lassen! Es droht der Tod.

Alle Jahre wieder erreichen vom Frühjahr bis Frühsommer täglich Anrufe die Mitarbeiter der Tierschutzinitiative Haßberge e.V. Es geht fast immer um vermeintlich verwaiste Wildtiere.

Doch was mit Sicherheit gut gemeint ist, ist leider nicht gut gemacht. Oft lesen besorgte Mitbürger flugunfähige Jungvögel auf. Allerdings handelt es sich meistens um sogenannte Ästlinge (oder auch Nestflüchter). Dies bedeutet, dass die Jungvögel noch nicht flugfähig sind, sich aber schon außerhalb des Nestes aufhalten. Sie werden allerdings weiterhin von den Eltern gefüttert und beschützt.

Völlig uneinsichtige sogenannte Naturliebhaber

„Wir nehmen Ihnen doch auch nicht einfach Ihre Kinder weg“: Mit diesen harten Worten hat sich Britta Merkel, Vorsitzende der Tierschutzinitiative Haßberge e.V., auch letztes Frühjahr schon zur Wehr setzen müssen gegen völlig uneinsichtige sogenannte Naturliebhaber.

Deshalb versucht die TI jetzt über eine Pressemitteilung, das Zerreißen von Tierfamilien zu verhindern.

Falsch verstandene Tierliebe endet mit dem qualvollen Tod des jungen Tieres

Auch bei anderen heimischen Wildtieren, wie zum Beispiel den Feldhasen, bei denen die Jungen nur ein bis zweimal täglich gesäugt werden und ansonsten alleine in ihrer Sasse sitzen, haben die TI-Mitglieder schon schlimme Erfahrungen mit falsch verstandener Tierliebe machen müssen; nämlich, wenn die unerfahrenen Finder auch noch versuchen, diese kleinen Wesen selbst groß zu ziehen. Dies endet leider meist mit dem qualvollen Tod des jungen Tieres.

Die TI weist noch einmal ausdrücklich auf das Jagdrecht hin:

Das Jagdrecht verbietet, einfach ein Wildtier mitzunehmen

Jagdbares Wild darf nur mit ausdrücklichem Einverständnis des zuständigen Jägers oder Jagdpächters entnommen werden. Sowie auf das Verbot zur Entnahme von Wildtieren allgemeiner Schutz von wild lebenden Tieren Naturschutzgesetz.

Die Tierschützer haben eine Lösung für das Problem

Die Tierschützer bitten daher dringend: „Bevor Sie ein vermeintliches Tierbaby in Not mitnehmen, schicken Sie uns gerne per WhatsApp ein Bild oder Video auf unsere Notfall-Nummer (01577/49 14 68 9). Wir stehen hier mit Rat und Tat zur Seite und kümmern uns um eine gegebenenfalls notwendige Versorgung.“red