Bauprojekt
Die Geduldsprobe Sander Straße ist fertig
Viel wurde bei der Sanierung der Sander Straße in Zeil gemacht. So wurde die Ausleitung des Radweges aus Richtung Sand verbessert. Stadteinwärts gibt es nun einen Fahrstreifen für die Radfahrer, der bis zur Einmündung des Allmilmö-Geländes führt.
Viel wurde bei der Sanierung der Sander Straße in Zeil gemacht. So wurde die Ausleitung des Radweges aus Richtung Sand verbessert. Stadteinwärts gibt es nun einen Fahrstreifen für die Radfahrer, der bis zur Einmündung des Allmilmö-Geländes führt.
Foto: Christian Licha
Zeil am Main – Die Kreisstraße in Zeil war nur noch Flickwerk. Jetzt ist sie neu saniert. Aus mehreren Gründen hat das lange gedauert.

In den vergangenen zwei Jahren hat so mancher Anwohner gedacht: Geht das denn nie vorbei? Groß war die Herausforderung für die Anlieger und andere Verkehrsteilnehmer während der sehr langen Sperrung der Sander Straße in Zeil. Seit ein paar Wochen erstrahlt der 545 Meter lange und nach dem neuesten Stand der Technik sanierte Straßenabschnitt im neuen Glanz, so dass am Mittwoch die Kreisstraße auch offiziell freigegeben werden konnte. Die Kreisstraße HAS 16, die als „Sander Straße“ durch Zeil verläuft, verknüpft in Nord-Süd-Richtung die Stadt Zeil mit den Orten Sand und Zell am Ebersberg. Zugleich stellt sie eine wichtige Verbindung zwischen der ehemaligen B 26, der Hauptdurchfahrt von Zeil, der Umgehungsstraße und der linksmainisch verlaufenden Staatsstraße von Knetzgau über Sand nach Eltmann dar.

Die sanierte Sander Straße in Zeil wurde offiziell für den Verkehr freigegeben. Im Bild von links: Andreas Rubenbauer (Geschäftsführer Firma Krumpholz), Roland Hartlieb (Geschäftsführer HART-Bau), Dritter Bürgermeister Peter Pfaff, Landrat Wilhelm Schneider,  Hans-Joachim Brandt (Geschäftsführer Büro SRP), Alfons Schanz (Leiter Tiefbauverwaltung Lkr. Haßberge), Markus Frank (Bauamt Zeil), Hubert Schramm und Marco Behringer (beide Tiefbauverwaltung Lkr. Haßberge).
Die sanierte Sander Straße in Zeil wurde offiziell für den Verkehr freigegeben. Im Bild von links: Andreas Rubenbauer (Geschäftsführer Firma Krumpholz), Roland Hartlieb (Geschäftsführer HART-Bau), Dritter Bürgermeister Peter Pfaff, Landrat Wilhelm Schneider, Hans-Joachim Brandt (Geschäftsführer Büro SRP), Alfons Schanz (Leiter Tiefbauverwaltung Lkr. Haßberge), Markus Frank (Bauamt Zeil), Hubert Schramm und Marco Behringer (beide Tiefbauverwaltung Lkr. Haßberge).
Foto: Christian Licha

„Mit einem durchschnittlichen täglichen Verkehr von circa 4200 Fahrzeugen zählt sie zu den stärker belasteten Kreisstraßen im Landkreis Haßberge“, sagte Landrat Wilhelm Schneider, der auch die Erschließungsfunktion für die zahlreichen Gewerbebetriebe entlang dieser Strecke hervorhob. Vor der Sanierung hatte die Sander Straße auf ihrer ganzen Länge zahlreiche Risse, Verdrückungen der Fahrbahnoberfläche sowie Asphaltabplatzungen und einige Mängel mehr. Die Verkehrssicherheit musste durch ständige kostenintensive Unterhaltsmaßnahmen gesichert werden.

Die Fahrbahn der Sander Straße wurde nach den heutigen Anforderungen um einen halben Meter verschmälert.
Die Fahrbahn der Sander Straße wurde nach den heutigen Anforderungen um einen halben Meter verschmälert.
Foto: Christian Licha

„Die Straße war abgelebt und musste erneuert werden“, sagte Schneider.

„Schon 2008 gab es erste Überlegungen zur Sanierung dieser Kreisstraße“, erklärte Alfons Schanz, der Leiter der Tiefbauverwaltung des Landkreises Haßberge. Bereits 2019 wollte man dann nach den umfangreichen Vorplanungen eigentlich mit dem Bau beginnen. Der Markt in der Baubranche war seinerzeit aber so erhitzt, dass man sich entschloss, die Ausschreibungen um ein Jahr zu verlegen. Schließlich erhielten die Firmen Krumpholz Rohrbau in Kronach und HART Bau (Hartlieb) in Stettfeld den Zuschlag. Für die Planung hat die ortsansässige SRP Schneider und Partner Ingenieur-Consult GmbH verantwortlich gezeichnet. Die Ausschreibung und Bauüberwachung für den Straßenbau hat die Tiefbauverwaltung des Landkreises übernommen.

Da haben sich Probleme im Untergrund aufgetan

Im Zuge der damaligen Vorbereitungen musste festgestellt werden, dass die Entwässerungskanäle ebenfalls starke Schäden aufwiesen und somit auf Dauer nicht belassen werden konnten. Die Erneuerung dieser Anlagen aus den 1950er Jahren konnte noch einige Zeit aufgeschoben werden, so dass sie gleichzeitig mit dem Straßenbau durchgeführt wurden.

Auch die vorher schon vorhandenen Parkplätze für die Anwohner wurden neu gestaltet.
Auch die vorher schon vorhandenen Parkplätze für die Anwohner wurden neu gestaltet.
Foto: Christian Licha

Mit den Bauarbeiten wurde am Februar 2020 begonnen, der erste Bauabschnitt wurde im Dezember 2020 abgeschlossen. Nach einer Winterunterbrechung und den Kanalbauarbeiten im zweiten Bauabschnitt (nördlich der Bahnlinie) wurden die Straßenbauarbeiten in diesem Bereich Mitte August 2021 wieder aufgenommen und konnten mit etwas Verzögerung aufgrund von Corona-Ausfällen und Fachkräftemangel Mitte März 2022 fertiggestellt werden.

Den heutigen Ansprüchen gemäß wurde die Fahrbahn um einen halben Meter verschmälert. Zwei barrierefreie Bushaltestellen sowie sechs Querungsstellen für Menschen mit Behinderungen wurden angelegt und die Ein- beziehungsweise Ausleitung des Radweges in Richtung Sand spürbar verbessert. Stadteinwärts gibt es nun einen Fahrstreifen für die Radfahrer, der bis zur Einmündung des Allmilmö-Geländes führt.

Der Landkreis investierte 830.000 Euro

Insgesamt investierte der Landkreis Haßberge für den Ausbau der Ortsdurchfahrt Zeil 830.000 Euro, wovon rund 314.000 Euro aus eigenen Mitteln finanziert werden müssen. Der Anteil der Stadt Zeil für den Ausbau von Gehwegen und Seitenflächen beläuft sich insgesamt auf 403.000 Euro, wovon 189.000 Euro durch Eigenmittel aufgebracht werden. Zusammen erhalten die beiden Baulastträger nach dem Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz einen pauschalen Zuschuss in Höhe von 730.000 Euro.

Eine besondere Herausforderung stellte der Bahnübergang dar, unter dem die Versorgungsleitungen verlegt werden mussten, ohne den Bahnverkehr zu behindern.
Eine besondere Herausforderung stellte der Bahnübergang dar, unter dem die Versorgungsleitungen verlegt werden mussten, ohne den Bahnverkehr zu behindern.
Foto: Christian Licha

Eine besondere Herausforderung stellte der Bahnübergang dar, unter dem die Versorgungsleitungen verlegt werden mussten, ohne den Bahnverkehr zu behindern. Hierzu wurde ein altes Kanalrohr benutzt, das unter den Schienen verläuft und durch das die Wasser- und Stromleitungen verlegt wurden, erklärte Markus Frank vom Technischen Bauamt der Stadt Zeil, die rund 1,6 Millionen Euro für den Tiefbau aufwenden musste. Verlegt wurden in einer Tiefe von bis zu fünf Metern insgesamt 330 Meter Kanalleitungen einschließlich der Hausanschlüsse (680.000 Euro), 505 Meter Wasserleitungen ebenfalls mit Hausanschlussleitungen (640.000 Euro) und 730 Meter Kabelleitungen für 20 kV-Niederspannung und Straßenbeleuchtung (280.000 Euro). An Stellen, an denen es notwendig war, verlegte die Telekom außerdem Glasfaserkabel.

Die Straße wurde zur Sicherheit während der Baumaßnahmen komplett gesperrt, die Anwohner waren geduldig

„Die Straße sperren wir konsequent, um ein erhöhtes Unfallrisiko mit dem Abbiegeverkehr zu vermeiden“, hatte Bürgermeister Thomas Stadelmann bei einer Bürgerversammlung vor dem Ausbaubeginn der Sander Straße gesagt. „Wir haben die Anwohner von Anfang an mit ins Boot geholt“, sagte bei der Straßeneröffnung Dritter Bürgermeister Peter Pfaff, der das terminlich verhinderte Stadtoberhaupt vertrat. Die Einschränkungen in der Bauzeit hätten die Anlieger mit sehr viel Kompromissbereitschaft und in einer sehr vorbildlichen Art und Weise mitgetragen, sagte Pfaff. Ein großes Lob galt auch den Firmen Krumpholz und HART-Bau sowie dem Büro SRP, die stets Hand in Hand arbeiteten und ihre Aufträge zur vollsten Zufriedenheit der Stadt und des Landkreises ausführten.

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