E-Service
Edel-Parkplatz für Fahrräder
Auf der bereits gerodeten Fläche am Zeiler Bahnhof sollen 60 überdachte Abstellplätzen für Fahrräder entstehen.
Auf der bereits gerodeten Fläche am Zeiler Bahnhof sollen 60 überdachte Abstellplätzen für Fahrräder entstehen.
Foto: Christian Licha
Zeil am Main – Eine gepflasterte Stellfläche am Bahnhof Zeil soll 60 Drahteseln Raum bieten. Dazu gibt es bald eine Akku-Tankstelle.

60 überdachte Abstellplätze auf einer Fläche von rund 230 Quadratmetern sollen für Fahrräder am Zeiler Bahnhof entstehen. Dieses Vorhaben behandelte unter anderem der Bauausschuss der Stadt Zeil am Main in seiner Sitzung am Mittwoch.

Die Besucher, die irgendwann einmal wieder zum Zeiler Weinfest kommen, mit dem Radl, wird das sicherlich freuen. Denn hier können sie ihre E-Bikes sicher aufladen.

Wie Bürgermeister Thomas Stadelmann mitteilte, nimmt die Stadt Zeil an der Bike & Ride-Offensive (BRO) der Deutschen Bahn teil. Die BRO ist eine Kooperation des Bundesumweltministeriums und der Deutschen Bahn, durch die deutschlandweit rund 100 000 neue Bike & Ride-Plätze geschaffen werden sollen.

Östlich am Bahnhof

Das Bauvorhaben liegt außerhalb eines Bebauungsplangebietes direkt östlich angrenzend an den Bahnhof Zeil. Die dafür vorgesehene Fläche ist mittlerweile schon gerodet. Die beiden Überdachungen bestehen aus Rechteckhohlprofilen aus Stahl, die auf einem Streifenfundament errichtet werden.

Das Abstellen der Räder soll über einseitig nutzbare Reihenbügel gewährleistet werden. Ein Pflasterbelag, wie in der Bahnhofstraße bereits verlegt, soll als Oberfläche eingebaut werden.

Für das Laden von Akkus von Elektrofahrrädern ist vorgesehen mindestens sechs Schließfächer aufzustellen, in denen der Akku kostenpflichtig geladen werden kann. Bei Bedarf ist diese Schließfachanlage jederzeit unkompliziert erweiterbar.

Aus gebundenem wird offener Ganztag

Direkt im Anschluss an die Bauausschusssitzung tagte dann der Stadtrat und hatte als einzigen Tagesordnungspunkt die Überlegungen der Schulleitung in der Grundschule Zeil/Sand auf seiner Agenda: Von der gebundenen Ganztagsschule soll in eine offene Ganztagsschule gewechselt werden. „Seit Jahren kämpfen wir um jedes Kind“, sagte Schulleiterin Andrea Rauh, die den Stadtratsmitgliedern Rede und Antwort stand.

Die Anmeldezahlen für eine Ganztagesklasse in gebundener Form, die seit vielen Jahren in Sand angeboten und unterrichtet wird, haben für das Schuljahr 2021/22 mit der Mindestanzahl von 15 Kindern gerade ausgereicht, um eine Ganztagesklasse bilden zu können. Es sind aktuell vier Kinder aus Sand, acht Kinder aus Zeil und drei Kinder aus Ziegelanger angemeldet.

Im Vorjahr wurde die Mindestzahl für eine Ganztagesklasse nicht erreicht, so dass in dem Schuljahr 2020/21 drei Regelklassen gebildet wurden, von denen eine in Sand unterrichtet wird. Wie auf diese Entwicklung reagiert werden könne, wurde in einer Besprechung mit Bürgermeister Bernhard Ruß, Rektorin Andrea Rauh und ihrer Stellvertreterin Christine Schmitt, Verwaltungsangestellter Kerstin Deschner und Bürgermeister Thomas Stadelmann Ende November erörtert. Dabei brachte die Schulleitung zum Ausdruck, dass die gebundene Ganztagesform nicht mehr dem aktuellen Betreuungswunsch der Eltern entspreche und andere Formen, wie zum Beispiel das offene Ganztageskonzept angeboten werden könnte.

Die Umstellung auf den offenen Ganztag würde die gesamte Grundschule Zeil/Sand und somit den Standort Zeil betreffen.

Für Zeil bedeutet das, dass das bisherige Angebot der Mittagsbetreuung entfällt und dafür ebenfalls das offene Ganztagsangebot umgesetzt wird. Im offenen Ganztag schließt sich das zusätzliche Angebot in der Regel direkt an den stundenplanmäßigen Unterricht an. Nach einem gemeinsamen Mittagessen bietet sich den angemeldeten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit der Hausaufgabenbetreuung sowie der Teilnahme an Neigungsangeboten. Der offene Ganztag wird überwiegend von pädagogischem Personal und außerschulischen Fachkräften gestaltet.

„Für Zeil ist vorgesehen und zugesagt, dass das bestehende Personal aus der Mittagsbetreuung mit in den offenen Ganztag übernommen wird“, sagte Bürgermeister Thomas Stadelmann. Weiterhin gibt es im Vergleich zur angebotenen Mittagsbetreuung im offenen Ganztag eine Schulpflicht an den gebuchten Tagen. Die Buchungen sind verbindlich für das ganze Schuljahr.

Schulbefreiungen können nur von der Schulleitung unter Beachtung strenger Maßstäbe erteilt werden. Die gebuchten Tage sind ab März verbindlich zu buchen und können nicht im Laufe des Schuljahres geändert werden.

Der gebundene Ganztag ist geprägt von einem durchgehend strukturierten Aufenthalt an der Schule für 7,5 Stunden von Montag bis Donnerstag, bei dem ein konzeptioneller Zusammenhang zwischen den vormittäglichen und nachmittäglichen Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler besteht. Der Unterricht wird in rhythmisierter Form erteilt, sodass sich Lehr- und Lernzeiten mit Neigungs- und Freizeitangeboten sinnvoll abwechseln.

Die Organisation erfolgt im Klassenverband. Hier sind vor allem Lehrkräfte (zusätzliche Lehrerwochenstunden) tätig. Auch im gebundenen Ganztag kommt weiteres außerschulisches Personal zum Einsatz, zum Beispiel für die Betreuung der Hausaufgaben- und Lernzeiten oder zur Gestaltung von Neigungsangeboten.

„Die Kosten für die Stadt Zeil im Vergleich Mittagsbetreuung zu offenen Ganztag werden sich in etwa die Waage halten“, sagte Thomas Stadelmann. Kosteneinsparungen bei der Schülerbeförderung, Anteil an den Kosten am Ganztag in Sand und dem Zuschuss zur Mittagsbetreuung, stehen die Mehrkosten für das Personal gegenüber.