Schritt fahren
Verwirrung um ein Verkehrsschild in Untermerzbach
Widerstand regte sich wegen dieser Beschilderung (Schritt fahren) am Panoramaweg zwischen den Ortschaften Kurzewind und Buch, hier in Richtung Buch gesehen.
Widerstand regte sich wegen dieser Beschilderung (Schritt fahren) am Panoramaweg zwischen den Ortschaften Kurzewind und Buch, hier in Richtung Buch gesehen.
Foto: Helmut Will
Untermerzbach – Manchmal schlägt in einer Gemeinderatssitzung auch etwas fast Kurioses auf.

Hauptsächlich um das Thema Verkehr ging es bei der Gemeinderatssitzung in Untermerzbach. Gemeinderat Gerald Karl brachte vor, dass er wegen des Schildes, welches am Panoramaweg steht, angesprochen worden sei. Das Schild zeigt einen „Fußgänger“ mit dem Zusatz „Schritt fahren.“ Schritt fahren könne man nicht verlangen, seien Argumente von dortigen Anliegern, beziehungsweise Personen, die auf dieser Strecke häufiger fahren, darunter auch Landwirte.

Die Polizei soll sich dort mal umschauen

Bürgermeister Helmut Dietz sagte, er wolle sich mit der Polizei in Verbindung setzen, um zu klären, was man hier tun könne, beziehungsweise wie eine rechtsverbindliche Beschilderung aussehen könne. Eine Anfrage bei der Unteren Verkehrsbehörde beim Landratsamt Haßberge durch den FT ergab, dass das Schild zum einen von der Gemeinde angeordnet sein müsse. Weiterhin reiche das Gefahrenzeichen „Fußgänger“, wenn dort häufig solche unterwegs seien, um Kraftfahrer sensibel zu machen.

Das Zusatzzeichen „Schritt fahren“ könne man sich sparen, weil es keine rechtliche Wirkung habe und auch nicht sanktioniert werden könne. Außerdem sei jeder Kraftfahrer in Eigenverantwortlichkeit unterwegs und müsse so fahren, dass eine Gefahr sowohl für Fußgänger als auch beim Begegnungsverkehr ausgeschlossen sei. Was jeder in der Fahrschule gelernt habe: Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

Brücke bekommt eine Flurnummer

Im Zuge des geplanten Kernwegenetzes war es nötig, dass der Gemeinderat bei der Sitzung am Montagabend eine Brücke, die sich etwa 170 Meter südlich der Schenkenau an der Itz befindet, in eine Flurnummer übernommen wird.

Diese Brücke an der Schenkenau über der Itz, hier mit Blick in Richtung Untermerzbach, wurde in eine Flurnummer aufgenommen. Sie soll beim künftigen Kernwegenetz mit einbezogen werden. Foto:
Diese Brücke an der Schenkenau über der Itz, hier mit Blick in Richtung Untermerzbach, wurde in eine Flurnummer aufgenommen. Sie soll beim künftigen Kernwegenetz mit einbezogen werden. Foto:
Foto: Helmut Will

Dazu erläuterte Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) ein Gespräch, welches er mit einem Vertreter des Amtes für ländliche Entwicklung (AfLE) in Bamberg geführt hatte. Die Brücke liegt in der Gemeinde Untermerzbach an der Landkreisgrenze zu Coburg, Richtung Kaltenbrunn. Nur wenn die Brücke eine Flurnummer erhalte, so Dietz, könne sie ins Kernwegenetz aufgenommen werden. Das sei eine Formalie. Der Gemeinderat traf eine entsprechende Entscheidung.

Baumaterial wird immer teurer

Vergeben wurden mehrere Gewerke für den Kindergartenumbau in Memmelsdorf. Hier wurde deutlich, dass aufgrund der Kostensteigerungen der vergangenen Wochen finanzielle Kraftakte nötig waren. Der Bürgermeister bat trotzdem um Zustimmung, damit es am Kindergarten mit dem Umbau gut weiter gehen könne. „Wir sind in einer schwierigen Phase mit den Preisen, sollten aber vergeben, da die Preise sicher nicht günstiger werden“, sagte Dietz. Vergeben wurden folgende Gewerke: Fliesenarbeiten in Höhe von 13.767 Euro an eine Firma in Wendelstein, Bodenbelagarbeiten zu 16.872 Euro an eine Firma in Neustadt, Innentüren für 11.298 Euro an eine Firma im Itzgrund, Schlosserarbeiten in Höhe von 18.887 Euro an eine Firma in Jesserndorf, Sanitärarbeiten mit 39.735 Euro und Heizungsarbeiten mit 56.711 Euro an eine Firma in Ebern.

Noch ein Verkehrsthema

Gerald Karl berichtete, dass er im oberfränkischen Aufseß an einer Veranstaltung „Leise fahren, Lärm ersparen“, teilgenommen habe, welche vom Bayerischen Innenministerium und dem ADAC Nordbayern veranstaltet worden war. Diese Aktion befasst sich mit dem Bemühen um weniger Verkehrslärm, vor allem an neuralgischen Stellen. Karl schlug vor, so eine Aktion am Hambach, zwischen Ebern und Untermerzbach und bei Wüstenwelsberg zu veranstalten. Motorradfahrer würden wegen der Einschränkungen im Hambach auch die Strecke über Wüstenwelsberg als „Umleitung“ vermehrt nutzen. Der Gemeinderat war der Meinung, dass man das angehen sollte.

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