Freizeit
So lässt sich bequem Tourist sein
So soll der Bus, der die Linie Bad Rodach bis Ebern ab dem 16. Oktober an allen Samstagen des Jahres fährt, gekennzeichnet werden.
So soll der Bus, der die Linie Bad Rodach bis Ebern ab dem 16. Oktober an allen Samstagen des Jahres fährt, gekennzeichnet werden.
Foto: Helmut Will
Ebern – Nie mehr langweilige Samstage ab 16. Oktober im Deutschen Burgenwinkel: Ein Bus bringt an schöne Orte in der Region. Wie das funktioniert.

Es gibt den schönen Burgenwinkel und jetzt ist er noch einfacher zu entdecken: mit der ins Leben gerufenen Buslinie „Heimat-Hopper“. Der Bus fährt künftig durch die Landkreise und Kommunen, die jetzt das entsprechende Vertragswerk unterzeichnet haben. 31200 Euro pro Jahr nehmen die Landkreise Haßberge, Hildburghausen und Coburg sowie die Kommunen Bad Rodach, Heldburg, Maroldsweisach, Pfarrweisach und Ebern für die Freizeitlinie in die Hand. Zusammen mit dem Zweckverband Deutscher Burgenwinkel, der Therme Natur Bad Rodach, der Touristinfos in Heldburg, Ebern und Haßberge schicken sie den „Heimat-Hopper“ auf Fahrt.

Erste Idee dazu vor sechs Jahren

Am Dienstagnachmittag wurde die Vereinbarung im Rathaus in Maroldsweisach unterzeichnet.

Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) hieß als Hausherr die Vertreter der Landratsämter und Kommunen willkommen und berichtete, dass es Überlegungen zu einer solchen Freizeitlinie bereits vor sechs Jahren gegeben habe. Jürgen Hennemann (SPD), der Bürgermeister von Ebern, und er hätten sich Gedanken gemacht, wie man den Burgenwinkel in ein Mobilitätskonzept einbinden könne. Susanne Wolfrum-Horn vom Regionalmanagement des Landkreises Haßberge ergänzte hierzu, dass auch von dort eine solche Linie ins Auge gefasst worden sei.

Zwei Jahre lang wurde verhandelt

„Vor zwei Jahren haben die Bemühungen um diese Linie dann Fahrt aufgenommen und es hat einiger Anstrengungen bedurft, um alle Gemeinden und Landratsämter zwischen Bad Rodach und Ebern an einen Tisch zu bringen und zu überzeugen“, sagte Wolfram Thein. Jetzt freute er sich, dass alle Bürgermeisterkollegen mitmachen.

Stellvertretender Landrat Michael Ziegler unterschreibt für den Landkreis Haßberge. Der Coburger Landrat Sebastian Straubel (vorne) sowie die Bürgermeister Christoph Other (Heldburg), Markus Oppelt (Pfarrweisach), Tobias Ehrlicher (Bad Rodach), Wolfram Thein (Maroldsweisach) und Jürgen Hennemann (Ebern) schauen zu.
Stellvertretender Landrat Michael Ziegler unterschreibt für den Landkreis Haßberge. Der Coburger Landrat Sebastian Straubel (vorne) sowie die Bürgermeister Christoph Other (Heldburg), Markus Oppelt (Pfarrweisach), Tobias Ehrlicher (Bad Rodach), Wolfram Thein (Maroldsweisach) und Jürgen Hennemann (Ebern) schauen zu.
Foto: Helmut Will

Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) aus Bad Rodach bezeichnete die Linie als „beispielhaftes Projekt“. Es sei ein tolles Angebot für Touristen und Einheimische, an allen Samstagen des Jahres mit dem Bus zwischen den Städten Bad Rodach und Ebern verkehren zu können.

Es ist auch ein Lückenschluss

Jürgen Hennemann sagte, ihm sei es darauf angekommen, einen Lückenschluss in Verbindung mit den bereits bestehenden Verkehrsverbindungen zu schaffen. Alexander Blöchl vom Zweckverband Deutscher Burgenwinkel wies darauf hin, dass der „Hopper“ auch mit anderen Linien und dem Schienenverkehr kompatibel sei. „Man kann von Nürnberg bis Bad Rodach mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, und auch Wanderstrecken sind hier integriert“, sagte er.

Busunternehmen aus dem Landkreis Haßberge

Betrieben wird die Linie vom Busunternehmen Schnabel-Touristik mit Sitz in Hafenpreppach. „Von fünf Unternehmen, die Angebote abgaben, war Schnabel-Touristik der günstigste Anbieter“, sagte Thein.

Wissenwertes zum „Heimat-Hopper“

Freizeitlinie Der „Heimat-Hopper“ verläuft zwischen Ebern und Bad Rodach, hin und zurück, und wird an allen Samstagen des Jahres, also an 52 Verkehrstagen, angeboten. Der Bus soll eine Ergänzung zum ÖPNV-Angebot sein und ein Lückenschluss zwischen den Agilis-Bahnhöfen in Bad Rodach und Ebern. Er verbindet die Bundesländer Thüringen und Bayern, die Regierungsbezirke Ober- und Unterfranken und die Landkreise Coburg, Haßberge und Hildburghausen. Die teilnehmenden Kommunen und Landratsämter sind sich sicher, dass es sich hier um ein attraktives Angebot handelt, um ohne Auto die Region zu erkunden. Wie Busunternehmer Uwe Schnabel mitteilte, bietet der eingesetzte Bus 50 Sitzplätze, es könnten sechs Fahrräder mitgenommen werden und auch Stellplätze für Kinderwagen seien vorhanden.

Start Am 16.Oktober wird diese neue Linie um 9 Uhr in Ebern und um 10.30 Uhr in Bad Rodach starten. „Ein Zuckerl“ kommt hinzu: Bis zum Jahresende 2021 wird die Beförderung kostenfrei sein. Ab 2022 kostet die Fahrt dann mit dem Zwei-Zonen-Ticket fünf Euro für die gesamte Strecke zwischen Ebern und Bad Rodach. In der Zone A, zwischen den Landkreisen Hildburghausen und Coburg werden 2,50 Euro fällig, ebenso in der Zone B, auf der Strecke im Landkreis Haßberge.

Wer bezahlt den Rest? Die Linie kostet die teilnehmenden Kommunen und Landkreise 31200 Euro im Jahr. Hiervon entfallen auf die Kommunen 6240 Euro, 50 Prozent der jeweiligen kommunalen Anteile tragen die Landkreise. 2000 Euro beträgt der Marketingzuschuss aus Bad Rodach, Heldburg, Maroldsweisach, Pfarrweisach und Ebern.