Kalkulation
Gebühren in Stettfeld steigen ab 2022
Frisches Trinkwasser: Ab 2022 wird es für die Stattfelder teurer, aber auch für die Abwasserentsorgung müssen die Bürger ab 1. Januar mehr zahlen.
Frisches Trinkwasser: Ab 2022 wird es für die Stattfelder teurer, aber auch für die Abwasserentsorgung müssen die Bürger ab 1. Januar mehr zahlen.
Foto: nerudol, Adobe Stock (Symbolfoto)
Stettfeld – Wasserver- und Abwasserentsorgung sind nicht kostendeckend. Deshalb verabschiedete der Gemeinderat eine neue Satzung mit erhöhten Preisen.

Die Stettfelder müssen sich ab kommendem Jahr auf höhere Wasser- und Abwasserpreise einstellen. Beide Erhöhungen wurden in der letzten Gemeinderatssitzung einstimmig beschlossen. Zum 1. Januar 2022 beginnt ein neuer Kalkulationszeitraum, deshalb mussten die Sätze entsprechend angepasst werden.

Da es sowohl bei Wasser als auch bei Abwasser zu Kostenunterdeckungen kam, müssen diese in der neuen Berechnungsperiode ausgeglichen werden. Beim Abwasser betrug der Fehlbetrag 63702,30 Euro. Die neu kalkulierten Durchschnittskosten liegen bei jährlich 138329,55 Euro. Der Preis pro m³ Abwasser steigt deshalb um 51 Cent und liegt nun bei 3,88 Euro. Ähnlich sieht es beim Wasser aus. Hier liegt der Fehlbetrag bei 28350,63 Euro. Der neue Gebührensatz liegt nun bei 1,05 Euro pro m³ und damit 15 Cent höher als bisher.

Abwasserfreiheit für Gartenwasser entfällt

In diesem Zusammenhang beschloss der Rat auch einstimmig die Abschaffung der bisherigen Freimengen für Gießwasser von 15 beziehungsweise 20 m³, für die keine Abwassergebühr berechnet wurde. Durch diese Regelung entgingen der Gemeinde jedes Jahr rund 4000 m³ an Abwassergebühren. „Wenn wir das nicht herschenken würden, würde der Abwasserpreis um rund 30 Ct sinken“, erklärte Bürgermeister Hartlieb seinen Kollegen. Die Räte sahen es als die fairste Lösung an, dass wer künftig einen Abzug für Gießwasser haben möchte, eine eigene Wasseruhr für die Gartenleitung einbauen muss, wobei der Abzug erst ab dem 16. m³ zum Tragen kommt. Zudem wurde einstimmig beschlossen, Kosten für Bauwasser künftig mit einer Pauschale von 70 Euro zu verrechnen.

Wie geht es im Baugebiet weiter?

Die Planung für das neue Baugebiet an der Brunnwiese soll weitergehen. Markus Hopfengärtner vom Zeiler Ingenieurbüro SRP stellte hierzu den Stand der Erschließungsplanung für den ersten Bauabschnitt in der Weiterführung der jetzigen Straße „Brunnwiese“ in Richtung Wald vor. Hierzu traf der Rat einige Grundsatzentscheidungen.

Markus Hopfengärtner vom Ingenieurbüro SRP berichtete über den aktuellen Planungsstand des Baugebiets „Brunnwiese II“ und beantwortete Fragen der Räte.
Markus Hopfengärtner vom Ingenieurbüro SRP berichtete über den aktuellen Planungsstand des Baugebiets „Brunnwiese II“ und beantwortete Fragen der Räte.
Foto: Christian Ziegler

„Wir haben beschlossen Dampf zu machen, deshalb müssen wir in die Puschen kommen, damit die Ausschreibung im Februar stattfinden kann“, betonte Bürgermeister Alfons Hartlieb. Hopfengärtner dämpfte allerdings allzu große Erwartungen an die Zeitplanung. „Eine Fertigstellung 2022 ist nicht möglich, dazu ist das Volumen einfach zu groß, die kann ich Ihnen erst für 2023 in Aussicht stellen.“ Nach derzeitiger Planung liegen die Kosten derzeit bei 2,3 Millionen Euro, was einem Quadratmeterpreis von 110 Euro brutto entspricht.

Pflaster oder Asphalt?

Die Straßenführung wird als Ring erfolgen, wobei die Straße einen Querschnitt von 8,50 Metern, eine Fahrbahnbreite von 4,65 Metern, einem gepflasterten Parkstreifen und einem Gehweg von 1,50 Metern Breite haben wird. Über die Umsetzung der Gehwege gab es ebenfalls Diskussionsbedarf. Die Planung sah hier Asphalt vor, was einigen Gemeinderäten nicht schlüssig war. „Jetzt haben wir das ganze Dorf gepflastert dann sollten wir auch so weitermachen“, sagte Jürgen Amend. So kam die Frage auf, welchen Preisunterschied ein gepflasterter Gehsteig ausmachen würde. „Bei normalem standardgrauen Pflaster schenkt sich nichts“, stellte Hopfengärtner klar. Der Rat beschloss deshalb mit 8 zu 4 Stimmen, die Gehwege in dieser Form auszuführen.

Einstimmig wurde die Pflasterung der Parkstreifen beschlossen. Problematisch wäre der Bau eines Gehwegs an der Einfahrt in die neue Siedlung. Das angrenzende Grundstück läuft hier so aus, dass ein Bau nicht möglich ist. Um eine Situation wie im Baugebiet „An der Flachs“ zu verhindern, beschloss der Rat deshalb einstimmig, die Straße an dieser Stelle um einen Meter zu verschmälern, um zumindest einen kleinen Gehweg bauen zu können.

Gärten, nicht Steinwüsten

Thorsten Kneuer wollte wissen, ob es eine Möglichkeit gebe, über den Bebauungsplan Schottergärten zu verhindern. „Generell ja, allerdings dürfen Sie nicht vergessen, dass sie eine genehmigte Planung vorliegen haben. Da wird es nicht so einfach werden, eine größere Änderung durchzuführen. Bevor Sie etwas festsetzen, müssen Sie mit dem Landratsamt Kontakt aufnehmen“, erklärte Hopfengärtner. Hier soll eine entsprechende Nachfrage erfolgen. Für kurze Irritation sorgte der auf dem Plan eingezeichnete Grünstreifen, der mittig durch das Baugebiet verläuft. „Muss den die Gemeinde pflegen?“, wollte Udo Busch wissen. Hier konnte der Bürgermeister für Aufklärung sorgen: „Nein, der ist jeweils hälftig Bestandteil der Grundstücke, die Pflege liegt also bei den jeweiligen Besitzern.“