Computerbetrug
44-Jährige schrammt nur knapp am Knast vorbei
Nur knapp an einer Gefängnisstrafe kam eine 44-jährige Frau aus den Haßbergen vorbei.
Nur knapp an einer Gefängnisstrafe kam eine 44-jährige Frau aus den Haßbergen vorbei.
Foto: Marcus Führer/dpa (Symbolfoto)
Haßfurt – „Beim nächsten Mal droht Knast“ – die Warnung, die die Richterin einer 44-Jährigen hinter die Ohren schrieb, war eindeutig.

Bereits drei Mal war eine 44-jährige Arbeiterin aus den Haßbergen wegen Computerbetrugs verurteilt worden. Jetzt musste sie sich wegen desselben Delikts wieder einmal vor dem Amtsgericht verantworten, wo sie mit ihrer letzten Bewährungsstrafe davonkam. „Beim nächsten Mal droht Knast“, schrieb ihr der Vorsitzende hinter die Ohren.

Waren nicht bezahlt

13 Mal hatte die Angeklagte Waren per Internet bestellt. Neun Mal lieferten die Online-Händler die Ware aus. Auf ihr Geld warten sie bis heute.

Über 2500 Euro beträgt der Schaden. Die Betrügerin erhielt einen Strafbefehl, gegen den sie Einspruch einlegte. Er lautete auf eine einjährige Bewährungsstrafe. Als Auflage hat sie den Schaden zu begleichen und 3000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zu zahlen.

Unter fremdem Namen bestellt

Vor Gericht schob sie ihrem ehemaligen Pflegesohn die Schuld in die Schuhe. Der habe auf ihren Namen im Internet die Waren bestellt, gab sie zu Protokoll. Das nahm ihr der Vorsitzende nicht ab. Denn in der Vergangenheit war es die Angeklagte, die auf fremde Namen Waren bestellt hatte.

Mal war es eine erfundene „Sonja Müller“, mal der Name der Mutter oder des Bruders. Die Lieferadresse blieb immer gleich – nämlich die Wohnanschrift der Angeklagten.

Die präsentierte sich im Gericht in einem schlechten Gesundheitszustand. Sie benötigte die Hilfe von zwei Justizbeamten, um aufzustehen. Auch bei der Hausdurchsuchung durch Polizeibeamte klagte sie über Schmerzen. Als die Beamten den Raum betraten, in dem die Angeklagte die unbezahlten Waren aufbewahrte, erlitt sie einen Kreislaufzusammenbruch.

Einspruch zurückgezogen

Ob es ihr wirklich so schlecht geht, ist ein Rätsel. Denn zur Verhandlung erschien sie mit ihrem eigenen Auto. Auf Anraten ihres Anwalts legte sie doch noch ein Geständnis ab und nahm den Einspruch zurück. Teilweise erfolgreich war er dennoch. Denn das Gericht minderte die Höhe der Geldauflage von 4000 auf 3000 Euro, da die Angeklagte nur geringfügig beschäftigt ist.