Lohnforderung
500 Mitarbeiter beim zweiten Streik in Ebern
Auf dem Parkplatz von Valeo am Rückgrabenweg in Ebern gab es am Dienstag die zweite IG-Metall-Kundgebung.
Auf dem Parkplatz von Valeo am Rückgrabenweg in Ebern gab es am Dienstag die zweite IG-Metall-Kundgebung.
Foto: Helmut Will
F-Signet von Helmut Will Fränkischer Tag
Ebern – Der Druck steigt: Bei Valeo in Ebern wurde wieder gestreikt. Diesmal kam Unterstützung von einer anderen Firma und der Gewerkschaftsspitze.

Ringen um einen Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie in Bayern geht weiter. „Wer die Preise kennt, fordert acht Prozent.“ Das war eine der Botschaften, die Vertreter der IG Metall (IGM) an die Arbeitgeber richteten.

Streik der IG-Metall bei Valeo in Ebern
Eine Menschkette von etwa 500 Personen bewegte sich von der Firma Valeo (Hintergrund) zum Parkplatz am Rückgrabenweg, wo die Kundgebung stattfand.
Foto: Helmut Will

Bei einem Warnstreik am Dienstagvormittag zeigten Beschäftige der Firma Valeo in Ebern, aber auch Mitarbeiter der Firma Weiss Spindeltechnologie aus Maroldsweisach, dass sie hinter dieser Forderung stehen. Etwa 500 Teilnehmer mögen es gewesen sein, die die Forderung nach mehr Lohn lautstark unterstützten.

Der erste Streik bei Valeo in Ebern ist noch gar nicht lange her

Bereits vor acht Tagen waren die Beschäftigten von Valeo vor dem Werkstor auf die Straße gegangen. Diesmal waren es sogar mehr, und Spannung lag in der Luft.

Streik der IG-Metall bei Valeo in Ebern
Zu Beginn des Streiks bei Valeo in Ebern wurde eine Menschenkette gebildet.
Foto: Marina Ehrenberger, IG Metall Bamberg Administration

Die Menschenkette, die sich vom Haupttor der Firma Valeo zum Parkplatz am Rückgrabenweg gegenüber dem Friedhof bewegte, war für die Kleinstadt Ebern beeindruckend.

Streik der IG-Metall bei Valeo in Ebern
Martin Feder, 1. Bevollmächtiger der IGM Bamberg, hält eine Rede.
Foto: Helmut Will

Diesmal war auch der 1. Bevollmächtigte der IGM Bamberg, Martin Feder, gekommen, um den Forderungen zusammen mit der 2. Bevollmächtigten, Andrea Sicker, Nachdruck zu verleihen.

„Tolles solidarisches Zeichen, dass Beschäftigte der Firma Weiss aus Maroldsweisach hier sind“

Feder fand, es sei ein tolles solidarisches Zeichen, dass 58 Beschäftige der Firma Weiss aus Maroldsweisach zur Unterstützung gekommen waren und auch Vertreter des Valeo-Standortes in Fischbach. „Wir sind heute hier für acht Prozent“, sagte Feder, was sofort lautstark mit Rufen und Pfeifen quittiert wurde.

Jetzt sollen die Arbeitgeber liefern

Der 1. Bevollmächtigte kreidete den Arbeitgebern an, dass sie es in vier Runden nicht schafften, ein beziffertes Angebot zu machen. Leidenschaftlich war auch die Rede von Andrea Sicker, der Beifall frenetisch. „Mit der Menschenkette haben wir soeben ein tolles Zeichen gesetzt hier bei Valeo zusammen mit den Beschäftigten der Firma Weiss, es war ein tolles Bild“, sagte sie.

Streik der IG-Metall bei Valeo in Ebern
Verstärkung der Firma Weiss aus Maroldsweisach war gekommen.
Foto: Marina Ehrenberger, IG Metall Bamberg Administration

Die Angebote der Arbeitgeber seien bisher völlig inakzeptabel. Acht Prozent mehr Lohn und Ausbildungsvergütung hätten sich die Beschäftigten durch ihren Einsatz verdient. Seit 2020 habe man sich solidarisch gegenüber den Unternehmen verhalten. „Jetzt sind die Arbeitgeber dran, und die Forderung ist wirtschaftlich geboten“, sagte Andrea Sicker. Auf die Autoindustrie eingehend sagte Sicker, dass diese weiterhin sehr gut verdiene. Speziell für Ebern seien außerdem Produktideen nötig, um den Standort zu sichern.

Andrea Sicker: Jetzt könnten die Arbeitgeber ihre Wertschätzung zeigen

In so einem Fall könne man auf die IGM zählen. Sicker richtete Worte an die Arbeitgeber: „Reden Sie nicht immer von Ihren geschätzten Mitarbeitern, zeigen Sie die Wertschätzung jetzt ganz konkret am Verhandlungstisch.“ Die Rede von Andrea Sicker wurde immer wieder durch laute und ernst gemeinte Zustimmung unterbrochen.

Streik der IG-Metall bei Valeo in Ebern
Die 8 % wiesen den Teilnehmern den Weg vom Tor der Firma Valeo zum Veranstaltungsort.
Foto: Helmut Will

Erstmals trat Pascal Ramer, neuer Jugend- und Ausbildungsvertreter, ans Mikrofon. Auch die Azubis stünden hinter Acht-Prozent-Forderung, sagte er. Betriebsratsvorsitzende Sonja Meister sagte, das Unternehmen solle die Standorte nicht gegeneinander ausspielen.

Streik der IG-Metall bei Valeo in Ebern
Die 8-Prozent-Forderung gab es sogar als Luftballons.
Foto: Marina Ehrenberger, IG Metall Bamberg Administration

Letzter Redner war Jens Holze, stellvertretender Vorsitzender des Vertrauenskörpers. Er wies darauf hin, dass bisher 500.000 Leute, in Bayern allein 100.000, auf der Straße gewesen seien. „Wir in Ebern gehören dazu, um der Forderung nach acht Prozent Nachdruck zu verleihen“, sagte Holze.

Streik der IG-Metall bei Valeo in Ebern
Ein Teil der Teilnehmer des Warnstreiks auf dem Parkplatz von Valeo am Rückgrabenweg in Ebern bei der Kundgebung.
Foto: Helmut Will

Mit dem Ruf „Eins zwei drei – sieben acht, Solidarität ist Macht“ endete die Kundgebung am Parkplatz von Valeo.

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