Krisenbewältigung
Shopping „fast wie früher“
Das Foto stammt von der Italienischen Nacht in Hofheim am 28. Juni 2019. Eine kleinere Ausgabe ohne Rahmenprogramm soll es am Freitag wieder geben.
Das Foto stammt von der Italienischen Nacht in Hofheim am 28. Juni 2019. Eine kleinere Ausgabe ohne Rahmenprogramm soll es am Freitag wieder geben.
Foto: Martin Schweiger
Hofheim i. UFr. – Hofheimer Geschäftsleute wollen mit einem langen Einkaufsabend zeigen, dass sie sich durch die Corona-Krise gekämpft haben.

Ein Hauch von „Italienischer Nacht“ soll am Freitagabend durch Hofheims Innenstadt wehen. Wo noch vor zwei Jahren während der „Italienischen Nacht“ rote Teppiche mit Fackeln die Besucher in die Geschäfte lotsten, Wäscheleinen wie in Neapel über die Gassen hingen und ein italienischer Alleinunterhalter „O Sole mio“ schmetterte, sollen nach der Corona-Krise allmählich auch wieder Leben und Lebensfreude einkehren. Als erster Schritt dahin soll am kommenden Freitag, 16. Juli, der „Lange Freitag“ stattfinden. Shopping soll bis 20 Uhr stattfinden. Und es soll laut Kai Steinmetz vom Werbering Hofheim, Inhaber der Bar „Trick 17“, auch ein Motto geben: „Fast wie früher“.

Ein Rahmenprogramm wäre zu riskant

Die Gastronomiebetriebe sollen zu den üblichen Geschäftszeiten geöffnet sein. Ein Rahmenprogramm – wie etwa eine „Italienische Nacht Light“ – kann es aber nicht geben. „Der Werbering möchte damit langsam und noch vorsichtig einen kleinen Neustart einläuten, aber ohne gleich mit einem ,Festprogramm‘ ins Risiko zu gehen“, sagt Steinmetz. Aufgrund der immer noch schwierigen Situation sei es kaum möglich, ein ausführliches Rahmenprogramm zu planen. Es sei eine kleine Aktion, mit der der Werbering ein zartes Signal in der Pandemie setzen möchte, dass es wieder aufwärts gehen könnte. Es sei ein Versuch, die Leute mal wieder in die Innenstadt zu locken, ohne gleich eine Massenveranstaltung daraus zu machen, wo die Ansteckungsgefahr dann doch wieder gegeben sei.

Sicherlich habe die Pandemie die ohnehin schwierige Situation der Geschäftsleute in der Innenstadt noch mal erschwert. Geschäftsaufgaben seien ihm jedoch keine bekannt, sagt Steinmetz. Es gebe auch viele Handwerker im Werbering, die davon weniger betroffen sein dürften. Sie hätten jetzt aber mit dem Rohstoffmangel vor allem auf dem Bau zu kämpfen. Einzelhandel und Gastronomie hätten schlicht keine Kunden, beziehungsweise Gäste bedienen können. Aber viele hätten sich mit Lieferservices halbwegs über Wasser halten können. „Die Situation dürfte aber bei kaum jemandem rosig sein“, schätzt Steinmetz.

Mehr Service angeboten

Sonja Schneider, Inhaberin der Damenbekleidungsgeschäfte „Viva la Diva“ und „Feelgood“, freut sich wieder auf ihre Kunden. Sie könnten am Freitagabend in entspannter Atmosphäre bis 20 Uhr shoppen und am nächsten Tag ausschlafen. Jedes Geschäft habe seine eigenen Aktionen vorbereitet. Rene Tierno, Eisdieleninhaber in der Hauptstraße, öffnet wie gewohnt bis 22 Uhr. Neben Eis in allen Varianten bietet er auch Pizzas und Salate an. Er sei ganz gut durch die Krise gekommen, obwohl er keine finanzielle Unterstützung beantragt habe, berichtet Tierno. Er habe mehr Service geboten. „Wer sich angestrengt hat, kam auch gut durch die Krise“, meint er.

Auch Annette Rahm, Inhaberin der Schuhtruhe und des Bestellshops Rahm, kam mit einem blauen Auge durch die Pandemie. Sie dankt ihren Kunden, die ihr die Treue hielten und telefonisch bestellten. Auch sie wird sich am langen Einkaufsabend mit einer Prozentaktion beteiligen.

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