Einweihung
Altershausens Dorfplatz ist nicht irgendein Ort
Viele Besucher konnte Bürgermeister Claus Bittenbrünn bei der offiziellen Übergabe des neuen Dorfplatzes in Altershausen willkommen heißen.
Viele Besucher konnte Bürgermeister Claus Bittenbrünn bei der offiziellen Übergabe des neuen Dorfplatzes in Altershausen willkommen heißen.
Foto: Gerold Snater
Altershausen – Der neue Mittelpunkt in Altershausen stellt den Abschluss einer Reihe von Projekten dar, die den Stadtteil von Königsberg berühmt gemacht haben.

Altershausen, ein Stadtteil von Königsberg, wollte im vergangenen Jahr sein 900. Jubiläum feiern. Die Vorbereitungen zu einem großen Fest waren auch schon getroffen. Doch dann kam Corona und alles musste abgesagt werden. Nun, ein Jahr später, war eine Feier möglich. Am Sonntag traf man sich auf dem neuen Dorfplatz. Und das war auch der Anlass der Zusammenkunft. Der neue Mittelpunkt, der bei der Dorferneuerung geschaffen wurde, wurde mit einem festlichen Akt eingeweiht. Den kirchlichen Segen erhielt der neue Platz von Pfarrer Peter Hohlweg.

Für die Maßnahme war besonders Jürgen Eisentraut, der Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung, verantwortlich. Ihm dankte Bürgermeister Claus Bittenbrünn mit den Worten: „Es waren vielleicht auch Lern- und Lehrjahre, auch für einen in diesem Job alten Hasen wie Sie es sind, auf jeden Fall waren es Jahre in denen man mit den Anliegen der Bürger, mit Finanznöten der Kommune und Problemen mit Baufirmen und Planern zu kämpfen und diese zu meistern hatte.“

Bittenbrünn bedankte sich auch bei allen anderen, die bei der Planung und Durchführung des Projektes beteiligt waren, und vergaß auch die Mitglieder der Teilnehmergemeinschaft nicht, an ihrer Spitze Günther Hetterich, „die mit viel Herzblut für ihr Altershausen beteiligt waren“.

Mit einem kleinen Präsent bedankte sich Bürgermeister Claus Bittenbrünn (rechts) für das gute Gelingen bei Michael Manger und Jürgen Eisentraut vom Amt für Ländliche Entwicklung, Günther Hetterich von der Teilnehmergemeinschaft und Ortssprecher und Stadtrat Timo Barthelmes (von links).
Mit einem kleinen Präsent bedankte sich Bürgermeister Claus Bittenbrünn (rechts) für das gute Gelingen bei Michael Manger und Jürgen Eisentraut vom Amt für Ländliche Entwicklung, Günther Hetterich von der Teilnehmergemeinschaft und Ortssprecher und Stadtrat Timo Barthelmes (von links).
Foto: Gerold Snater

Auch die Kosten der gesamten Aktion wurden bei der Einweihung offengelegt. So kosteten die ersten Teilabschnitte rund 600000 Euro, wovon die Stadt Königsberg 290000 Euro übernehmen musste. Die letzte noch ausstehende Maßnahme, die Erneuerung der „Hügelmauer“ wird den Haushalt der Stadt noch einmal mit rund 240000 Euro belasten, wobei das ALE 220000 Euro der Gesamtkosten von circa 465000 Euro übernimmt. Ende 2022 soll diese Maßnahme abgeschlossen sein.

Zum Schluss seiner Rede sprach Bittenbrünn das Wir-Gefühl an, welches er in Altershausen erlebt habe: „Bei unzähligen Arbeitseinsätzen wurden Steine geschleppt, sortiert, gestapelt, der alte Brunnen wurde von Steinen und Unrat befreit und vieles in Eigenleistung gemacht, damit das Projekt überhaupt klappen konnte. Alte Altershäuser haben angepackt und vor allem auch viele junge Bürgerinnen und Bürger haben sich eingebracht und viel geschafft.“ 500 Arbeitsstunden wurden hier geleistet, koordiniert von Stadtrat und Ortssprecher Timo Barthelmes, dem Bittenbrünn dankte.

Mit dem Dorfplatz hat Altershausen einen schönen Treff- und Begegnungsort gewonnen und kehrt damit zu einer früheren Tradition zurück, wo Plätze schon immer Mittelpunkte dörflicher oder städtischer Gemeinschaften waren.
Mit dem Dorfplatz hat Altershausen einen schönen Treff- und Begegnungsort gewonnen und kehrt damit zu einer früheren Tradition zurück, wo Plätze schon immer Mittelpunkte dörflicher oder städtischer Gemeinschaften waren.
Foto: Gerold Snater

Claus Bittenbrünn übergab den neuen Dorfplatz seiner Bestimmung mit den Worten: „Liebe Altershäuser ich kann Sie alle nur bitten, nutzen Sie diesen neu errichteten, sehr attraktiv gestalteten Platz zum Pausieren, zum Plaudern, zum Feiern oder einfach zum Verweilen, um den eigenen Gedanken einmal nachzugehen.“

Auch Landrat Wilhelm Schneider fand es ganz bemerkenswert, wie die Dorfgemeinschaft hier mit angepackt hat, um gemeinsam etwas zu erreichen.

Für Jürgen Eisentraut war es das erste Verfahren, das er leiten durfte. Und das war vor 28 Jahren, denn in seinem Rückblick wusste er zu berichten, dass das Verfahren „Altershausen 2“ am 10. Februar 1993 angeordnet wurde. In diesen vielen Jahren passierte in Altershausen bezüglich der Dorferneuerung Unterschiedliches.

Besucheransturm von Gruppen aus der ganzen Welt

Einiges war darunter von solcher Besonderheit, dass das Interesse an dem Dorf sogar zeitweise zu einem Besucheransturm von Gruppen aus der ganzen Welt führte, wie unter anderem die Schilfkläranlage, die Biomassenheizanlage, die erste in Unterfranken für einen ganzen Ort, oder die Produktionsstätte der Firma Benkert, geplant von einem Architekten in den Jahren 97/98, der normalerweise in New York, San Francisco, Seoul, Athen oder anderen Metropolen baut. Für Jürgen Eisentraut war Altershausen nicht irgendein Ort in Unterfranken. „Es war mein erstes Verfahren, ich habe hier engagierte Menschen kennengelernt, Menschen, die bereit waren und sind, neue Wege zu gehen. Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind, die mir zu Freunden wurden.“

Für die musikalische Umrahmung und Ausgestaltung der Einweihungsfeier sorgten der Posaunenchor Altershausen/Sechsthal unter Leitung von Udo Lutsch und der Männergesangverein mit seinem Dirigenten Roland Kraft.

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