Landleben
Beide Projekte sind ein Segen fürs Dorf
Pfarrer Bill Augustin Mikambu spendete dem Abschlussdenkmal der Flurbereinigung den kirchlichen Segen. Das Denkmal zeigt auf einer Seite einen prächtigen Baum mit stabilen Wurzeln, auf der anderen Seite die heilige Familie, heimkehrend von der Feldarbeit.
Pfarrer Bill Augustin Mikambu spendete dem Abschlussdenkmal der Flurbereinigung den kirchlichen Segen. Das Denkmal zeigt auf einer Seite einen prächtigen Baum mit stabilen Wurzeln, auf der anderen Seite die heilige Familie, heimkehrend von der Feldarbeit.
Foto: Sabine Weinbeer
Hummelmarter – Das Ziel: Die Lebensqualität im kleinsten Gemeindeteil und in ganz Oberaurach zu heben. Ob das gelungen ist?

Praktisch ganz Hummelmarter war am Sonntag auf den Beinen, um gemeinsam den Abschluss der Flurbereinigung und die Neugestaltung des Kirchplatzes im Rahmen der Dorferneuerung zu feiern. 30 Jahre lang haben die Hummelmarterer gemeinsam mit dem Amt für ländliche Entwicklung (ALE) daran gearbeitet, ihre Feldflur wie auch das Dorf fit für die Zukunft zu machen. Das Ergebnis könne sich sehen lassen, sagte der neue Chef des ALE, Jürgen Eisentraut.

Kuhns Verdienst

Die neu geschaffene Fläche auf dem Löschwasserbunker von Hummelmarter bewährte sich am Sonntag bereits als Festplatz.
Die neu geschaffene Fläche auf dem Löschwasserbunker von Hummelmarter bewährte sich am Sonntag bereits als Festplatz.
Foto: Sabine Weinbeer

Die ganzen 30 Jahre über war Brigitte Kuhn die örtliche Beauftragte. Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft von Amts wegen war zunächst Manfred Stadler, dann bis zum Abschluss Martin Eichholz. Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Teilnehmergemeinschaft und Amt sei immer reibungslos gelaufen, bestätigten alle Redner und das sei in einem hohen Maß auch dem Fingerspitzengefühl Brigitte Kuhns zu verdanken gewesen.

Neu gestaltet präsentiert sich der Kirchenvorplatz in Hummelmarter mit einem neuen Blick auf das kleine Gotteshaus und einem Pumpbrunnen mit Bank, die zum Verweilen einladen.
Neu gestaltet präsentiert sich der Kirchenvorplatz in Hummelmarter mit einem neuen Blick auf das kleine Gotteshaus und einem Pumpbrunnen mit Bank, die zum Verweilen einladen.
Foto: Sabine Weinbeer

Zweiter Bürgermeister Hans Albert dankte allen, die sich in der Teilnehmergemeinschaft engagierten. Flurbereinigung und die Dorferneuerung seien für Oberaurach ein Segen gewesen. Dem früheren Bürgermeister Siegmund Kerker sei es ein Anliegen gewesen, auch den kleinsten Gemeindeteil Hummelmarter in dieses Programm zu bringen und die Lebensqualität in allen Dörfern der Großgemeinde zu heben.

Leitspruch im Abschlussdenkmal

Amtsleiter Jürgen Eisentraut nahm den Leitspruch im Abschlussdenkmal auf: „Vom Gestern lernen, im Heute leben, in die Zukunft vertrauen“. Dieser stehe auch für die Arbeit im Amt für ländliche Entwicklung, sagte er. Die bäuerlichen Familienbetriebe, die regionale Erzeugung von Lebensmitteln fördern, dabei das Wohnumfeld in den Dörfern aufwerten, das seien die Ziele von Flurbereinigung und Dorferneuerung.

Ein großes Gemeinschaftswerk waren Flurbereinigung und Dorferneuerung in Hummelmarter. Viele der Beteiligten stellten sich am Abschlussdenkmal zum Erinnerungsbild mit dem Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung, Leitendem Baudirektor Jürgen Eisentraut (Mitte), dem 2. Bürgermeister von Oberaurach Hans Albert (rechts) und der Örtlich Beauftragten Brigitte Kuhn (5. von rechts).
Ein großes Gemeinschaftswerk waren Flurbereinigung und Dorferneuerung in Hummelmarter. Viele der Beteiligten stellten sich am Abschlussdenkmal zum Erinnerungsbild mit dem Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung, Leitendem Baudirektor Jürgen Eisentraut (Mitte), dem 2. Bürgermeister von Oberaurach Hans Albert (rechts) und der Örtlich Beauftragten Brigitte Kuhn (5. von rechts).
Foto: Sabine Weinbeer

Vor der Flurneuordnung gab es in Hummelmarter nur drei öffentliche Wege, viele Äcker und Wiesen konnten nur über den Acker des Nachbarn angefahren werden. Nun gibt es ein Drittel weniger Flurstücke, eine ganze Reihe neuer Wege in den unterschiedlichsten Befestigungsformen und eine neu geschaffene Tümpelkette im Wiesengrund als besonderes Amphibienschutzgebiet und Wasserrückhaltung in der Flur. Eine Obstbaumallee entstand entlang des Hauptweges, an dem kurz vor dem Ortsrand auch das Abschlussdenkmal des Steinbildhauers Michael Scholl steht.

Stunde des Dankes

Vorsitzender Eichholz dankte den Hummelmarterern für die angenehme Zusammenarbeit. Fast jede Familie sei im Laufe des Verfahrens einmal im Vorstand der Teilnehmergemeinschaft vertreten gewesen. Dabei habe man immer Kompromisse gefunden. Es sei nicht selbstverständlich, dass es bei der Neuverteilung nur drei Einsprüche gegeben habe.

Viele Gäste nahmen an der Abschlussfeier des Flurbereinigungsverfahrens am Abschlussdenkmal des Steinbildhauers Michael Scholl teil.
Viele Gäste nahmen an der Abschlussfeier des Flurbereinigungsverfahrens am Abschlussdenkmal des Steinbildhauers Michael Scholl teil.
Foto: Sabine Weinbeer

Eichholz zeigte sich überzeugt, dass der Strukturwandel in der Landwirtschaft nicht aufhören werde. Doch die Grundstückseigentümer in Hummelmarter seien gut gerüstet. Die Landwirte könnten sich sicher sein, dass der Freistaat sie auch weiterhin unterstützt.

Die Kosten

Rund 600000 Euro wurden in die Flurneuordnung investiert bei einer Förderung von 95 Prozent. In die Dorferneuerung flossen weitere 400000 Euro, davon übernahm der Freistaat 65 Prozent. Hier wurden zunächst die Randbereiche der neuen Ortsstraße gestaltet und zuletzt der neue Kirchplatz.

Der Segen

Abschlussdenkmal des Steinbildhauers Michael Scholl
Abschlussdenkmal des Steinbildhauers Michael Scholl
Foto: Sabine Weinbeer

Das Abschlussdenkmal und den Kirchplatz segnete Pfarrer Bill Augustin Mikambu unter den Klängen der Trachtenkapelle Trossenfurt-Tretzendorf.

Am Kirchplatz wurde die alte Unterstellhalle für die Hummelmarterer Feuerwehrspritze abgebrochen, wodurch die Sicht auf die kleine Kirche frei wurde. Auf dem Löschwasserbehälter, der für den Brandschutz erhalten werden musste, entstand eine begrünte Wiesenfläche, die sich am Sonntag bereits als Dorfplatz bewährte.

Auf Straßenniveau steht jetzt ein Pump-Brunnen, der ebenfalls zum Verweilen einlädt.