Untersuchung
Geothermie: 3456 Messpunkte werfen ein Netz
Zwischen Schweinfurt und Bamberg gibt es ein großes Wärmevorkommen.
Zwischen Schweinfurt und Bamberg gibt es ein großes Wärmevorkommen.
Foto: Geo-Zentrum Nordbayern
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
LKR Haßberge – Ergebnisse sind nicht vor dem Jahresende zu erwarten. Immerhin lief die Messphase für das Geo-Zentrum Nordbayern reibungslos.

Die so genannte gravimetrische Messung zur Untersuchung des geothermischen Potenzials in Franken ist erfolgreich abgeschlossen. Das meldet die Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen, die ein Team mit speziellen Messgeräten beauftragt hat. Es war zur Untersuchung der Erwärmequellen unterwegs im Landkreis Haßberge sowie in Randbezirken der Landkreise Coburg und Schweinfurt. Vor allem sammelte das Team wertvolle Daten über das darunterliegende Gestein („Haßfurter Granit“).

Nun endeten die Messungen. Sie dienten der flächenhaften Bestimmung der Schwerkraft (Gravitation) an der Erdoberfläche. Aus deren Verteilung können die Forscher die Strukturen des Untergrunds benennen. Bereits 2018 wurden 2D-seismische Messungen vorgenommen, um das Erdwärmevorkommen der Region zu ermitteln.

Der „Haßfurter Granit“

Diese Voruntersuchungen lassen erwarten, dass ein Granitkörper mit Temperaturen bis zu 160 Grad Celsius im Untergrund Frankens als Wärmequelle dienen kann. Von den Ergebnissen der gravimetrischen Datenauswertung erhoffen sich die Erlangener Wissenschaftler Erkenntnisse über das Potenzial der Wärmenutzung in der Region. Städte wie Bamberg, Coburg und Schweinfurt sowie Kommunen und Industriestandorte im Maintal könnten mit dieser klimafreundlichen Wärme beliefert werden.

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Die Mitarbeiter der Messfirmen blicken auf einen positiven Verlauf der Messungen. So gab es ausgenommen der streckenweise erschwerten Messbedingungen wegen schwacher GPS-Signale keine besonderen Vorkommnisse. Insgesamt wurden im gesamten Gebiet 3456 Messpunkte aufgenommen. Die Resonanz der Einwohner war offen gegenüber dem Projekt, berichtet Dr. Tobias Karp von der Messfirma Geophysik GGD. „Die Bevölkerung stand den Messungen aufgeschlossen und wohlwollend gegenüber. Alle angetroffenen Personen waren gut informiert.“

Unterstützt vom bayerischen Wissenschaftsministerium

Die gravimetrischen Messungen sind Teil eines Forschungsprojekts der Geothermie-Allianz-Bayern (GAB), das vom Geo-Zentrum Nordbayern der Uni Erlangen-Nürnberg durchgeführt und vom bayerischen Wissenschaftsministerium finanziert wird; ebenso wie die Allianz, zu deren Mitgliedern die Universitäten Erlangen-Nürnberg, München sowie Bayreuth zählen. Für die gravimetrischen Messungen wurden die Unternehmen Geophysik GGD mbH und GGL Geophysik und Geotechnik Leipzig GmbH beauftragt.

„Ich freue mich, dass die Messungen weitestgehend problemlos verlaufen sind und unser Team am Geo-Zentrum Nordbayern nun mit der Auswertung der Daten beginnen kann“, sagt Wolfgang Bauer, Leiter des Forschungsprojekts. Die Messdaten müssen mit wissenschaftlichen Methoden aufwändig korrigiert werden, bevor mit einer Interpretation Aussagen über den Aufbau des Untergrunds getroffen werden können. Mit Ergebnissen ist deshalb vermutlich nicht vor Ende des Jahres zu rechnen.

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