Energiewende
Mit dem Licht soll es losgehen
In Sand soll es nach dem Willen des Gemeinderates in Zukunft mehr Photovoltaik auf den Dächern und LED-Leuchten für die Straßenlampen geben. Das Thema behandelte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.
In Sand soll es nach dem Willen des Gemeinderates in Zukunft mehr Photovoltaik auf den Dächern und LED-Leuchten für die Straßenlampen geben. Das Thema behandelte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.
Foto: Christian Licha
Sand am Main – Sand am Main will etwas gegen den Klimawandel tun. Das Problem des Gemeinderats: Bürokratie und Beharrungskräfte.

Bei der Sitzung des Gemeinderates am Dienstag standen die Ergebnisse des Energienutzungsplans für die Gemeinde im Mittelpunkt. Gesprochen wurde darüber, welche Maßnahmen sich daraus ableiten lassen. Als erstes Ergebnis wurde festgehalten, dass die Straßenlampen so weit wie möglich auf LED-Beleuchtung umgestellt werden sollen.

Die Gemeinde setzt auf Photovoltaik

Außerdem sollen weitere Dachflächen auf öffentlichen Gebäuden mit Photovoltaikanlagen bestückt werden. Dabei soll mitberücksichtigt werden, inwieweit der erzeugte Strom selbst genutzt werden kann. Insbesondere am Campingplatz und am Bauhof der Gemeinde wird Potenzial zum Eigenverbrauch des erzeugten Stroms gesehen. Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) regte an, das Schulgebäude in die Betrachtung mit einzubeziehen. Hätten in der Vergangenheit statische Gründe dagegen gesprochen, Photovoltaikanlagen auf dem Dach zu installieren, solle nun überprüft werden, inwieweit sich durch neue, leichtere Module Möglichkeiten der Stromerzeugung ergäben. Zudem müsse in nächster Zeit die Heizung für Schule und Rathaus erneuert werden, so dass eine Gesamtschau für die Gebäude unter energetischen Gesichtspunkten vorgenommen werden solle.

Beim Wärmeverbrauch von 35000 Megawattstunden im Jahr liege der Hauptanteil bei 73 Prozent im privaten und 20 Prozent im gewerblichen Bereich. Vom Wärmeverbrauch würden 21 Prozent aus regenerativen Energiequellen erzeugt. Bei den fossilen Energieträgern (79 Prozent) sei der Anteil an Ölheizungen mit 53 Prozent immer noch sehr hoch. Marco Siller, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Energien (GUT), regte deshalb an, dass sich die Bürger über Fördermöglichkeiten des Staates bei der Umstellung der Heizung informieren.

Der in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft GUT, der Überlandzentrale (ÜZ) Mainfranken und der Gemeindeverwaltung erarbeitete Maßnahmenkatalog wurde von Marco Siller und Jürgen Schmitt von der ÜZ Mainfranken vorgestellt. Beim „energetischen Steckbrief“ der Gemeinde nannte Siller einen Strombezug von 8565 Megawattstunden im Jahr, von dem 51 Prozent auf die privaten Haushalte und 45 Prozent auf den gewerblichen Bereich entfallen. Das Umweltbildungszentrum (Ubiz) in Oberschleichach sei hierfür ein kompetenter Ansprechpartner. Die CO2-Emission der Gemeinde Sand, so Siller weiter, liege derzeit bei 11586 Tonnen jährlich, was einer Belastung von 3,7 Tonnen durch jeden Bürger entspreche.

Bei den regenerativen Energien wurde in Sand bisher nur die Stromerzeugung auf Dachflächen genutzt. Mit Photovoltaik wurden 27 Prozent des Strombezugs erzeugt. Mit der Ausweisung eines Sondergebietes für Freifeld-Photovoltaikanlagen hat die Gemeinde die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, den Anteil von Strom aus Photovoltaikanlagen zu erhöhen. Bei der Aufstellung des Bebauungsplans haben die erste öffentliche Auslegung und die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange stattgefunden. GUT-Geschäftsführer Siller berichtete, dass die dabei in den Stellungnahmen vorgebrachten Punkte in die Planung eingearbeitet worden seien, so dass nach der Sommerpause die Behandlung im Gemeinderat erfolgen könne.

Als Standort für Stromerzeugung aus Windkraftanlagen nannte Siller den Bereich Ebersberg.

Die fatale 10-h-Regelung bei der Windkraft

Bürgermeister Ruß erinnerte daran, dass es dazu ein positives Votum sowohl des Gemeinderates als auch der Bürgerversammlung gegeben habe. Es liege nun am Gesetzgeber, die Rahmenbedingungen wieder so herzustellen, dass eine Windkraftnutzung möglich sei. Ruß: „Die 10-h-Regelung behindert den Ausbau der Windkraft nicht nur in unserer Region.“

Den technischen Stand der Ortsbeleuchtung und die unterschiedlichen Möglichkeiten der Umrüstung stellte Jürgen Schmitt von der ÜZ ausführlich dar. Um in den Genuss der staatlichen Förderung zu kommen, müssten gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Die staatliche Förderung liege für Anträge, die noch in diesem Jahr gestellt werden bei 30 Prozent. Im kommenden Jahr werde der Fördersatz auf 20 Prozent reduziert. Hinzu komme die Einsparung beim Stromverbrauch, die über 70 Prozent betrage. Das Investitionsvolumen für die Gemeinde Sand liege bei über 100000 Euro.

Bezeichnend: Für die Umrüstung der Ortsbeleuchtung muss ein Antragsverfahren eingeleitet werden.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, das Antragsverfahren zur Umrüstung der Ortsbeleuchtung einzuleiten und einen Fachplaner für das Zuschussverfahren zu beauftragen. Der genaue Umfang soll nach Vorlage der Fachplanung nach der Sommerpause festgelegt werden. Die Antragstellung soll noch in diesem Jahr erfolgen. In den nächsten Wochen sollen Musterleuchten installiert werden, damit sich die Bürgerinnen und Bürger einen Eindruck von dem neuen Licht und den von ihm erzeugten Farbton machen können.