Neuer Plan
In Breitbrunn wird alles eine Nummer kleiner
Pflegeeinrichtung in Breitbrunn: Wie der Gemeinderat plant
Vor der Kirche liegt die alte Schule mit der Turnhalle, die für eine Pflegeeinrichtung umgebaut werden soll.
Foto: Günther Geiling
F-Signet von Günther Geiling Fränkischer Tag
Breitbrunn – Vier Millionen Euro? Der Gemeinderat schreckt vor der großen Pflegelösung in der alten Schule in Breitbrunn zurück. Wie jetzt gebaut werden soll.

Sechs Plätze in einer Wohngemeinschaft und vier Plätze für die Kurzzeitpflege für vier Millionen Euro: Seit 2015 tüftelt man in der Gemeinde Breitbrunn schon an einer sinnvollen Nutzung der alten Schule direkt neben der Kirche. Es gab schon Konzepte wie ein Mehrgenerationenhaus für die Vereine mit einer Tagesbetreuung für Senioren oder eine Arztpraxis, es gab auch schon einen Planungsauftrag für angepasste Wohnformen im Alter mit Senioren-Appartements.

„Raum für Pflege“ soll auf zwei Geschossen im Bereich der alten Turnhalle entstehen

Dann wurde umgeplant. Das aktuelle Konzept sah eine Gestaltung lediglich im Bereich der alten Turnhalle vor, wo auf zwei Ebenen „Raum für Pflege“ entstehen sollte. Doch damit kann sich der Gemeinderat immer noch nicht anfreunden und trug dem Architekten Änderungswünsche vor.

Das Schulhaus stammt aus dem Jahr 1927 und war 1969 zu vier Unterrichtssälen umgebaut worden. Nur wenig später, 1972, wurde eine Turnhalle angebaut. Bis 2006 gingen dort Schüler der Grundschule Kirchlauter und zuletzt auch Klassen der Hauptschule zum Unterricht. Seitdem wird das Erdgeschoss des Gebäudes von den Köhlertaler Musikanten und der Tanzgruppe „Magical Moves“ des VfR Hermannsberg-Breitbrunn genutzt. Im Obergeschoss ist das Gemeindearchiv untergebracht und ebenso wurde dem Haßbergverein ein Raum bereitgestellt.

Immer gab es auch schon Überlegungen, für das ortsbildprägende Gebäude aus Sandstein neben Kirche und Friedhof eine nachhaltige Nutzung zu finden. Alternative Wohnformen für das Alter rückten dabei in letzter Zeit in den Vordergrund.

Im ersten Entwurf wären mit Anbau, Schule und Turnhalle vier Stockwerke entstanden

In einem ersten Entwurf standen acht Einzel-Appartements und zwei Doppel-Appartements mit Küche und einem Gemeinschaftsraum im Mittelpunkt, Schule und Turnhalle sollten einbezogen werden. In Gesprächen mit den Förderbehörden ist die Gemeinde davon abgerückt, weil sich das Raumprogramm dabei über vier Stockwerke ausgedehnt hätte.

Architekt Hubertus Gieb stellte dem Gremium nun einen neuen Entwurf vor, bei dem die Turnhalle abgerissen würde und an dieser Stelle dann lediglich auf zwei Ebenen „Raum für Pflege“ entstehen soll.

Was der Architekt dem Gemeinderat Breitbrunn vorschlägt

„Aufgrund der Vorgaben können sechs WG-Einheiten im Erdgeschoss und vier Kurzzeitpflegeplätze im Obergeschoss geplant werden“, sagte der Architekt. Die Kosten für den Neubau und die energetische Sanierung der alten Schule bezifferte er mit circa vier Millionen Euro.

Pflegeeinrichtung in Breitbrunn: Wie der Gemeinderat plant
Blick auf den bisherigen Entwurf mit der alten Schule sowie dem zweistöckigen Anbau auf der Fläche der bisherigen Turnhalle.
Foto: Repro: Günther Geiling

Bürgermeisterin Ruth Frank informierte das Gremium über die Fördersätze für die einzelnen Nutzungsmöglichkeiten: So könne man für die Wohngemeinschaftsräume pro Wohneinheit 60.000 Euro, für die Kurzzeitpflege pro Platz 100.000 Euro und für die Einrichtung einer Begegnungsstätte 120.000 Euro an Zuschüssen erhalten. Eine Verpachtung an die mögliche Betreiberin Talitha Berensen (Tagespflege zur Alten Apotheke in Ebelsbach) erachteten die Ratsmitglieder für sinnvoll.

Für die Gemeinde nicht zu stemmen

Dann wurde rege diskutiert. Das Ratsgremium war mehrheitlich der Meinung, dass eine Pflegeeinrichtung in Breitbrunn für die Bürger zwar sinnvoll, jedoch in diesem Kostenrahmen für die Gemeinde nicht stemmbar wäre. Bei einer Summe von vier Millionen Euro verblieben für die Gemeinde immer noch 3,12 Millionen Euro, die zu finanzieren wären.

Der Gemeinderat fasste deswegen keinen Beschluss. Vielmehr wurde der Architekt mit einem neuen Entwurf beauftragt. Die alte Schule soll besser einbezogen werden. Der Anbau soll kleiner werden. In die Überlegungen bezog man auch einen multifunktionalen Sportraum ein. Kurzzeitpflegeplätze sollten im Obergeschoss möglich sein, hierfür soll ein Aufzug gebaut werden.

In Lußberg stehen zwei Bauplätze zur Verfügung

Wegen der Umlegung der Fern- und Steuerleitung des Trinkwasserzweckverbandes der Veitensteingruppe in der Gemarkung Lußberg auf einem gemeindlichen Grundstück ergeben sich zwei Bauparzellen mit 540 und 590 Quadratmetern, die Bauwerbern zur Verfügung gestellt werden sollen. Eine Vermessung der Grundstücke findet aber erst nach Eingang und Erstellung einer Bauvoranfrage statt.

Mit welchen Bauprojekten Kommunen im Landkreis Haßberge befasst sind und waren:

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