Diskussion
Stadtrat will keine Solar-GmbHs
Weitere Freiflächenphotovoltaikanlagen, wie hier bei Heubach, sollen nach dem Willen des Stadtrates begrenzt werden.
Weitere Freiflächenphotovoltaikanlagen, wie hier bei Heubach, sollen nach dem Willen des Stadtrates begrenzt werden.
Foto: Helmut Will
Ebern – Das Ratsgremium in Ebern bremst Pläne zu einer weiteren Freigabe von Flächen für Photovoltaik. Was sind die Alternativen?

Um die Energiewende zu unterstützen, sollten bei der Sitzung des Stadtrates Ebern am Donnerstagabend in der Frauengrundhalle Grundsatzbeschlüsse gefasst werden: zur Erweiterung der photovoltaikbebaubaren Flächen und zur Gründung von Solar-GmbHs gemeinsam mit Südwerk und der Bürger-Energie-Genossenschaft (BEG). Aber der Stadtrat lehnte den Beschlussvorschlag der Verwaltung mit elf zu neun Stimmen ab.

Dabei hatte zuvor Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) mit Engelszungen geredet und für diesen Beschluss geworben. Er hatte dargelegt, warum solche Maßnahmen nötig seien, und aufgezeigt, welche Energie die Stadt Ebern benötige. „Freiflächenphotovoltaikanlagen sind notwendig, um den Zielen der Energiewende näherzukommen oder diese zu erfüllen“, sagte Hennemann.

Die Bauern würden sogar etwas abgeben

Laut einer Umfrage der Stadt, würden Landwirte etwa 100 Hektar Fläche für Freiflächenphotovoltaikanlagen zur Verfügung stellen. „Ein weiterer Zubau bei uns wäre deshalb möglich“, sagte er. Ziel sei es auch, die Wertschöpfung in der Region zu halten. „Mit den angedachten Beschlüssen könnten wir für unsere Stadt Maßstäbe setzen“, sagte Hennemann und verwies gleichzeitig auf Nachbargemeinden, die in diese Richtung gingen.

Obergrenze hätte aufgeweicht werden müssen

Im Bereich der Stadt Ebern gibt es aktuell bereits insgesamt 118,31 Hektar überplante PV-Anlagen-Fläche. Damit werde die per Stadtratsbeschluss festgelegte Obergrenze (vier Prozent der Gesamtfläche des Stadtgebiets) bereits überschritten. Also müsste die beschlossene Grenze aufgeweicht werden. Deshalb hatte die Verwaltung vorgeschlagen, einen neuen Grundsatzbeschluss in Sachen Freiflächenphotovoltaikanlagen zu fällen.

Kontroverse Debatte

Doch darüber entwickelte sich eine kontroverse Debatte. Marion Müller (CSU) sprach sich „gegen eine jegliche Erweiterung von Freiflächenphotovoltaikanlagen aus, weil ich meine, wir haben unseren Plan bereits erfüllt“. Die Landwirte verlören immer mehr Anbauflächen und Klaus Schineller (Grüne) meinte: „Strom kann keiner essen.“ Marion Hümmer favorisierte eher Anlagen auf Dächern, worauf Bürgermeister Hennemann entgegnete, dass diese Flächen nicht ausreichten, um das Ziel der Energiewende zu erreichen.

„Einen Ausbau ja, aber in Maßen“, forderte Hermann von Rotenhan (FDP). Wegen der Wertschöpfung favorisierte Isabell Kuhn eine Gesellschaft mit Bürgerbeteiligung, was auch Frank Kaiser unterstützte. Dieter Gerstenkorn (alle drei CSU) schlug vor, erst einmal klein mit der Solar-GmbH BEG unter Bürgerbeteiligung anzufangen, da man weitere Gesellschaften immer noch gründen könne. In der Diskussion wurde deutlich, dass der Trend eher noch in Richtung Solar-GmbH mit der BEG ginge.

Hennemann beschwor das Gremium, man sollte handeln, da die Kapazitäten irgendwann begrenzt sein würden. Der Verwaltungsvorschlag wurde mit elf zu neun Stimmen abgelehnt.