Wichtiges
Wann wird an der St 2281 weitergebaut?
Seit langem warten die Bürger auf den Restausbau der Ortsstraße St 2281, die einem Fleckerlteppich gleich. Die Bauarbeiten sollten in dieser Woche beginnen. Es tut sich aber nichts.
Seit langem warten die Bürger auf den Restausbau der Ortsstraße St 2281, die einem Fleckerlteppich gleich. Die Bauarbeiten sollten in dieser Woche beginnen. Es tut sich aber nichts.
Foto: Günther Geiling
Rudendorf – Bürgerversammlung in Rudendorf: Das große Warten auf den Straßenbau und Überlegungen zur Kläranlage

Äußerst groß war das Interesse der Rudendorfer an der Bürgerversammlung. Das Feuerwehrhaus war unter Einhaltung der Corona-Auflagen komplett besetzt. Bürgermeister Martin Horn sagte, die bevorstehenden Baumaßnahmen, die Rudendorf beträfen – er meinte den restlichen Ausbau der Ortsdurchfahrt und den geplanten Neubau der Kläranlage – hätten nun keinen Aufschub mehr geduldet, und er wolle mit den Bürgern darüber reden. Es gehe um die Planung und die vorläufigen Kosten für einen Neubau der Kläranlage in Appendorf.

Nach 50 Jahren muss was passieren

Es sei aber klar, dass die Anlage nach rund 50 Jahren die geforderten Bedingungen nicht mehr erfülle und sie umgebaut oder neu erstellt werden müsse. Deswegen habe man Vorentwürfe fertigen lassen, bei denen es für die Gemeinde Lauter eine Variante mit dem Anschluss an die Kläranlage in Baunach gegeben hätte. Bisher fließen die Rudendorfer Abwässer in die Anlage in Appendorf. Die Bürgerschaft ließ erkennen, dass sie dies auch zukünftig die wirtschaftlichste Lösung hält.

Bürgermeister Martin Horn machte klar, dass es nun an den Gremien von Ebelsbach, Breitbrunn und der Gemeinde Lauter liege, grünes Licht für die weitere Planung eines Neubaus der Kläranlage in Appendorf zu geben.

Seit über zehn Jahren sei klar, dass die Anlage in Appendorf saniert werden müsse, sagte Horn. Denn die Gemeinde Lauter, in deren Hoheitsgebiet die Kläranlage liege, habe einen Bescheid vom Landratsamt Bamberg erhalten, dass umgehend Pläne für diese Maßnahme vorgelegt werden müssten. Dafür habe man verschiedene Möglichkeiten durchgespielt und vonseiten der Gemeinde Ebelsbach gebe es einen Vertrag für die Anlage mit der Gemeinde Lauter bis 2024.

Das Einzugsgebiet für die jetzige Kläranlage in Appendorf beginnt in Hasenmühle, Kottendorf, Förstersgrund und Lußberg auf Seiten der Gemeinde Breitbrunn und führt durch Rudendorf (Gemeinde Ebelsbach) sowie durch die Ortsteile Leppelsdorf, Deusdorf und Lauter bis nach Appendorf.

Ein Anschluss an Baunach?

Bei einem etwaigen Anschluss an Baunach käme schon durch das Verlegen neuer Leitungen und das Pumpverfahren ein größerer Aufwand hinzu, außerdem müssten sowohl das Regenüberlaufbauwerk in Baunach vergrößert als dort auch eine Druckleitung in den Stadtgraben verlegt werden. Alles in allem käme ein Anschluss nach Baunach auf circa 5,8 Millionen Euro. Auch die höheren Betriebskosten spielten dabei noch eine Rolle, erklärte Horn.

„Auch wäre es vom gesunden Menschenverstand her ein Blödsinn, das Abwasser über den Berg zu pumpen“

Die zweite, vor allem im Ebelsbacher Gemeinderat diskutierte Variante eines Anschlusses an den Abwasserzweckverband Ebelsbach-Eltmann über Schönbrunn hätte laut Horn zwar den Charme, dass in Eltmann noch Kapazitäten frei wären und man alles in einer Hand habe, „aber es ist ein Berg dazwischen.“ Da würden die Betriebskosten vieles auffressen. „Auch wäre es vom gesunden Menschenverstand her ein Blödsinn, das Abwasser über den Berg zu pumpen. Etwas anderes wäre es, wenn die Leitung nach Appendorf noch nicht da wäre,“ sagte Martin Horn. Nach den bisherigen Berechnungen komme ein Anschluss nach Eltmann auf rund zwei Millionen Euro. In Eltmann würden zudem noch höhere Betriebskosten als in Appendorf anfallen. Trotzdem könne er jetzt noch nicht sagen, was auf die einzelnen Grundstücksbesitzer an Kosten zukomme.

Materialmangel und andere Probleme?

Die elektrischen Oberleitungen auf den Dächern in Rudendorf sollen beim Straßenausbau unter die Erde verlegt werden.
Die elektrischen Oberleitungen auf den Dächern in Rudendorf sollen beim Straßenausbau unter die Erde verlegt werden.
Foto: Günther Geiling

Zweites Thema war der Ausbau der Ortsdurchfahrt der Staatsstraße 2281 und Bürgermeister Martin Horn leitete zu diesem Punkt über mit dem ironisch gemeinten Nebensatz: „Ich habe heute früh vor lauter Arbeiter kaum etwas gesehen.“ Damit spielte Horn darauf an, dass eigentlich am 4. Oktober, dem Tag der Bürgerversammlung, die Arbeiten an der Straße beginnen sollten. Das war aber nicht der Fall. Die Firma habe Materialprobleme mitgeteilt, sagte Horn. Vielleicht gebe es aber auch Auftragsverzögerungen an anderer Stelle. Er hoffe dennoch, dass die Maßnahme bald begonnen werde. Dann würden auch die Stromleitungen von den Dächern genommen und die Kabel in die Erde verlegt.