Auftragsvergabe
Handelte Bürgermeister Niediek eigenmächtig?
Bauvorhaben müssen ausgeschrieben werden. Hat dies der Burgpreppacher Bürgermeister unterlassen?
Bauvorhaben müssen ausgeschrieben werden. Hat dies der Burgpreppacher Bürgermeister unterlassen?
Foto: made-by-nana, Fotolia
Burgpreppach – Keine Ausschreibung: Die Burgpreppacher Gemeinderatsfraktion Gemeinwohl wirft dem Bürgermeister „Gutsherrenmanier“ vor. Dieser hat Gegenargumente.

Schwere Vorwürfe hat die Gemeinderatsfraktion Gemeinwohl an Bürgermeister Hermann Niediek während der Gemeinderatssitzung am Montag gerichtet. Bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt in Hohnhausen soll Niediek einen Bauauftrag im Bereich der Königsberger Straße und im Kastanienweg eigenmächtig – nach „Gutsherrenmanier“ – vergeben haben, ohne den Bauauftrag ausgeschrieben zu haben, wie das zuvor mit Mitgliedern des Bauausschusses vereinbart worden war. Dadurch seien Mehrkosten von über 5000 Euro entstanden, monierte die Gemeinwohl-Fraktion.

Sowohl Niediek als auch VG-Leiter Andreas Dellert konterten, dass das komplette Projekt zuvor ausgeschrieben gewesen sei. Zudem hätten die Kosten nach Abschluss der Arbeiten deutlich unter der Ausschreibungssumme gelegen. Überdies seien die Bürger Hohnhausens mit ihren neuen Straßen sehr zufrieden, sagte Niediek.

Die Sanierung der Straße von der Tankstelle Just nach Fitzendorf ist in greifbare Nähe gerückt. Da für die notwendige Straßenverbreiterung Bäume gefällt werden müssen, muss die Gemeinde ökologische Ausgleichsflächen schaffen. Diese sollen nun in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde am Regenüberlaufbecken in Leuzendorf und bei Gemeinfeld auf Streuobstwiesen entstehen.

Dem Wald geht es recht gut

In seinem Bericht über das Waldwirtschaftsjahr 2021 sagte Revierförster Wolfgang Meiners, dass der 280 Hektar große Gemeindewald in puncto Käferbefall noch „mit einem blauen Auge davongekommen“ sei. Es seien nur 20 bis 30 Prozent mehr Holz eingeschlagen worden als geplant. In anderen Gemeinden habe man zwei- bis dreimal soviel Holz schlagen müssen wie geplant.

Wie Meiners berichtete, konnte das Holz konnte zu guten Preisen verkauft werden. 11000 Pflanzen wurden im Frühling gepflanzt, die im regenreichen Sommer gut anwuchsen. Im Herbst wurden weitere 7000 Setzlinge gepflanzt. Zusammen mit Wildlingen aus eigener Produktion seien in diesem Jahr mehr als 20000 Pflanzen in den Boden gekommen.

Ein Verbissgutachten habe gezeigt, dass der Wildverbiss im grünen Bereich liege. Gründe dafür seien die umliegenden großen Privatwälder und Staatsforsten, wo das Wild konsequent bejagt werde, sowie die B303, auf der immer wieder Wild zur Strecke komme. Im kommenden Waldjahr 2022 soll vor allem Schadholz gefällt werden. Außerdem sollen 15 verschiedene Baumarten gepflanzt werden, die Trockenheit vertragen und somit einen stabilen Wald bilden. Eichen, mit denen der Gemeindewald gesegnet sei, hätten zugenommen, berichtete Meiners. Er rechnet im kommenden Jahr mit Einnahmen in Höhe von 100000 Euro und Ausgaben von 80000 Euro, sodass ein Überschuss von 20000 Euro verbleibe.

Marco Siller von der GUT (Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Energien) Haßberge referierte in der Gemeinderatssitzung zum Thema Klimaschutz-Netzwerk für Kommunen im Landkreis. Rechts: VG-Leiter Andreas Dellert.
Marco Siller von der GUT (Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Energien) Haßberge referierte in der Gemeinderatssitzung zum Thema Klimaschutz-Netzwerk für Kommunen im Landkreis. Rechts: VG-Leiter Andreas Dellert.
Foto: Martin Schweiger

Beitritt zum Klimaschutznetzwerk

Einstimmig befürwortete das Gremium den Beitritt zum Klimaschutz-Netzwerk für Kommunen im Landkreis Haßberge. Das Institut für Energietechnik IfE GmbH in Amberg berät dabei die Gemeinde bei der Durchführung diverser Energieprojekte, wie Freiflächen-Photovoltaikanlagen, Kalt-Wärme-Netze, Kraft-Wärme-Kopplung, klimafreundlicher Gebäudebau, E-Mobilität oder Wasserstoff-Nutzung.

In seinem Jahresrückblick verwies Niediek auf umgesetzte Bauprojekte. Stolz war der Rathauschef darauf, dass die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde im vierten Jahr in Folge gesenkt werden konnte. Das kommende Jahr rief er als „das Jahr des Durchhaltens“ aus, um trotz der Corona-Krise die gesteckten Ziele zu erreichen. Sein Dank galt dem Zweiten Bürgermeister Reinhold Klein und allen Unterstützern.