Kooperation
Bestäubung: Bienenkästen direkt neben Acker
Peter Seeberger mit Bienenstöcken an seinem Acker
Peter Seeberger mit Bienenstöcken an seinem Acker
Foto: Manfred Welker
Herzogenaurach – Landwirt und Imker sorgen dafür, dass die ökologisch unersetzliche Bestäubung in Beutelsdorf besser klappt. Bienenkästen stehen direkt am Rapsfeld.

Insgesamt 44 Bienenstöcke stehen am Rand des Rapsfelds der Landwirte Peter und Bernhard Seeberger in Beutelsdorf. Es summt und brummt unablässig, wenn die Honigbienen auf das Rapsfeld fliegen und Nektar von den gelben Blüten sammeln.

Die sieben Hektar mit Rapspflanzen werden nach den Prinzipien der modernen Landwirtschaft bewirtschaftet. Eine Bekämpfung des Stengelrüsslers erfolgte, als die Pflanzen noch niedrig und ohne Blüten waren. Gegen den Rapsglanzkäfer müssen in diesem Jahr keine Maßnahmen ergriffen werden, da die Zahl der kleinen Schädlinge zu gering ist, um größere Verluste anzurichten.

Hochwertiges Öl enststaeht

Wenn die Pflanzen verblüht und die Schoten mit den Körnern ausgereift sind, wird der Raps mit einem Mähdrescher gedroschen und die Körner an eine Ölmühle verkauft. Rapsöl zählt inzwischen zu den hochwertigen Speiseölen und wird von der Nahrungsmittelindustrie gerne abgenommen.

Das Öl vom Beutelsdorfer Acker wird also nicht für die Herstellung von Biokraftstoff eingesetzt.

Beim Pressen entsteht als Nebenprodukt der sogenannte Rapskuchen, ein hochwertiges, heimisches Eiweißfutter, das als Tierfutter eingesetzt wird. Durch den Einsatz von Rapskuchen kann Sojaschrot, der eingeführt werden müsste, eingespart beziehungsweise ersetzt werden.

Erntezeit nutzen

Jetzt während der Blüte haben es Peter und Bernhard Seeberger einem Imker aus Nürnberg ermöglicht, seine Bienenstöcke bei ihren Feldern aufzustellen. „Durch guten Bienenflug kann man den Rapsertrag steigern!“, so Peter Seeberger.

Für Imker steht fest: „Wenn wir den Raps nicht hätten, sähen wir ganz alt aus!“ Denn der Raps bietet für rund vier Wochen den Bienen Nahrung.

Nach der Rapsblüte besuchen die fleißigen Insekten dann Sträucher wie Himbeeren und Brombeeren, aber auch Akazien- und Lindenbäume. Nahrung bietet auch der sogenannte Honigtau von Eichen und Ahorn. Dazu kommen noch Sonnenblumen, die aber in unserer Region nicht so häufig angebaut werden.

Die ökologische Bedeutung von Bienen darf nicht unterschätzt werden, da sie als die wichtigsten Bestäuber zum Fruchtertrag von Bäumen, Sträuchern und Pflanzen in Garten, Flur und Wald grundlegend beitragen. Besonders die Symbiose zwischen Landwirten und Bienen ist wichtig. Peter Seeberger ist der Überzeugung, dass auch ein gutes Zusammenwirken zwischen der konventionellen Landwirtschaft und Imkern möglich ist.

Jedes Jahr den Tisch gedeckt

Von seinen Äckern hat er rund drei Hektar als Blühflächen angelegt, die von Frühling bis Herbst für die Bienen eine Tracht bieten. Im Frühjahr werden die abgeblühten Pflanzen gemulcht und die Flächen neu angesät.