Vandalismus
Fortuna Kulturfabrik: Überwachung gegen Randale
Zehn historische  Fensterscheiben wurden vor kurzem an der Kulturfabrik eingeschlagen. Kulturfabrikleiter Bernd Riehlein und Stephan Baierl ärgern sich über den Schaden.
Zehn historische Fensterscheiben wurden vor kurzem an der Kulturfabrik eingeschlagen. Kulturfabrikleiter Bernd Riehlein und Stephan Baierl ärgern sich über den Schaden.
Foto: Scheuerer
Höchstadt a. d. Aisch – Immer wieder ist es zu Sachbeschädigungen in der Fortuna Kulturfabrik gekommen. Nun will die Stadt eingreifen – und das Gelände observieren.

Dass die Stadt Höchstadt ein Vandalismusproblem hat, ist seit einiger Zeit bekannt. Insbesondere auf dem Gelände der Fortuna Kulturfabrik kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu materiellen Ausschreitungen an der Gebäudefassade. Nun will die Stadt gegen die Zerstörungswut vorgehen. Wie Bürgermeister Gerald Brehm (Junge Liste) ankündigte, wolle man auf dem gesamte Gelände ein Alkoholverbot aussprechen. An neuralgischen Punkten sollen zudem Überwachungskameras installiert werden. „Wir wollen niemanden überwachen, aber es geht so einfach nicht weiter.“

Zwar sei es grundsätzlich erfreulich, dass das Areal der Kulturfabrik, das die Stadt 2017 neu gestalten ließ, so gut angenommen werde, sagt Brehm. Die gestiegene Beliebtheit, die laut dem Bürgermeister auch über die Grenzen von Höchstadt zu spüren sei, habe nun aber zu einem Tourismus geführt, der immer wieder in Randale endet. Diesen Zustand wolle man nicht länger hinnehmen. „95 Prozent der jungen Menschen, die den Platz besuchen, verhalten sich ordentlich. Es ist bedauerlich, dass sie nun wegen der restlichen fünf Prozent leiden müssen“, sagt Brehm.

Erhebliche Sachschäden

Zu den teilweise erheblichen Sachschäden an der Gebäudefassade der Kulturfabrik war es erstmals im Frühjahr gekommen. Anfangs waren es nur ein paar Kratzer, später verbeulten und beschmierten die Randalierer Schilder und Dachrinnen, erzählt der Leiter der Kulturfabrik Bernd Riehlein. Als die ersten Fensterscheiben eingeschmissen wurden, habe man diese schnell reparieren lassen. Mittlerweile aber komme man mit den Reparaturen nicht mehr hinterher. Wie Riehlein betont, handle es sich nicht um ein Kavaliersdelikt. „Das sind historische Fensterscheiben, die haben ihren Preis.“ Zusammengenommen beläuft sich der Sachschaden inzwischen auf knapp 10 000 Euro.

Wer für die Sachbeschädigung verantwortlich ist, ist unklar. Wie die Polizei mitteilte, gebe es bislang keine Hinweise aus der Bevölkerung. Klar sei hingegen, dass es sich offenbar um Jugendliche oder junge Erwachsene handelt, die sich regelmäßig auf dem Platz zum Feiern verabreden. Übermäßiger Alkoholkonsum spiele vermutliche eine Rolle, sagt der stellvertretende Inspektionsleiter der Polizei Höchstadt, Reiner Schramm. Auch die Umweltverschmutzung nehme aufgrund der liegengelassenen Flaschen zu. „Es ist nicht schön, dass wir das Areal einschränken, aus meiner Sicht ist es aber nachvollziehbarer“, sagt Schramm.

Juristische Gratwanderung

Um die Verwüstung unter Kontrolle zu bekommen, sollen die Maßnahmen so bald wie möglich umgesetzt werden, sagt Brehm. Die Stadt habe bereits einen Kostenvoranschlag für die Überwachungskameras eingeholt. Rechtlich gesehen sei die Überwachung zwar eine juristische Gratwanderung. Da sich der Platz aber im Besitz der Stadt befindet, sollte es laut Bürgermeister keine großen Probleme geben. Was das restliche Areal angeht müsse man sehen. Erfahrungen mit Überwachungskameras hat die Stadt bereits gemacht. Sowohl im Kommunbrauhaus als auch im Eisstadion verwendet man die Technologie seit einiger Zeit. „Die Erfahrungen sind sehr positiv“, sagt der Bürgermeister. Die Aufzeichnungen würden der Polizei bei der Suche nach Verdächtigen enorm weiterhelfen. Um die randalierenden Bürger abzuschrecken und somit der mutwilligen Zerstörung ein Ende zu setzen, wolle man das System nun auf die Kulturfabrik übertragen.

Beschlossen wurden das Alkoholverbot sowie die Überwachung auf dem Vorplatz allerdings noch nicht. Wie Brehm sagt, werde sich der Stadtrat am kommenden Montag mit dem Thema beschäftigen. Eine Verabschiedung scheint allerdings nur eine Formalie zu sein. Das Alkoholverbot werde dann voraussichtlich ab 1. Juli in Kraft treten, die Überwachungskameras wolle man so schnell wie möglich anbringen. Dann sollte es endlich wieder gesittet zugehen auf dem Gelände der Kulturfabrik, hofft Gerald Brehm.