Bierverkostung
Da braut sich Hilfe zusammen
Die Kellerbrüder stoßen  auf das Jubiläumsbier „Eisenholzsud“ an.
Die Kellerbrüder stoßen auf das Jubiläumsbier „Eisenholzsud“ an.
Foto: Waltraud Enkert
Höchstadt a. d. Aisch – Der Höchstadter Kellerbergverein feiert heuer sein 30-jähriges Bestehen. Mit seinem Festbier werden die Flutopfer in Höchstadt unterstützt.

Es trägt den wohlklingenden Namen „Eisenholzsud“ – das frisch eingebraute Jubiläumsbier des Höchstadter Kellerbergvereins. 30 Jahre wird der Verein heuer alt, und wenn es wegen Corona schon keine Jubiläumsfeier geben kann, so sollte es doch wenigstens ein besonderes Bier sein.

Rezept vom Hobbybrauer

Das Ergebnis kann sich sehen oder besser schmecken lassen: ein untergäriges, unfiltriertes Bier mit 5,6 Prozent Alkohol. Neun Wochen ist es gereift. Bei der Bierverkostung fand es Gefallen bei den Kellerbrüdern. Auch Braumeister Michael Ackermann vom Brauhaus Höchstadt ist mit seinem Produkt zufrieden. Das Rezept stammt von Hobbybrauer und Kellerbruder Peter Ross. Im kleinen Maßstab hat er es schon einmal gebraut. Doch die vereinseigene Anlage am Kellerberg ist mit ihrer Kapazität von 150 Litern für ein Jubiläumsbier zu klein. Michael Ackermann hat einen Sud mit 20 Hektolitern angesetzt – das ergibt 180 bis 190 Kästen Bier.

Von Anfang an war geplant, mit dem Jubiläum des Kellerbergvereins auch Gutes zu tun. Dann kam das Jahrhunderthochwasser im Juli, das einigen Höchstadtern Hab und Gut genommen hat. Schnell war klar, dass die Flutopfer vom Jubiläumsbier profitieren sollen. Zwei Euro pro Kasten bei einem Preis von 16 Euro will der Verein weitergeben und am Ende der Aktion den Gesamtbetrag auch noch aufrunden.

344 Mitglieder

Braumeister Ackermann verkündete bei der Verkostung, dass er ebenfalls zwei Euro pro verkauften Kasten für die Flutopfer spendet. Erhältlich ist das Jubiläumsbier direkt beim Brauhaus in Höchstadt. Falls es sehr begehrt sein sollte, wäre es für Ackermann kein Problem, den nächsten Eisenholzsud anzusetzen.

Der Name kommt nicht von ungefähr. Er ist angelehnt an den Eisenholzbaum, den der Kellerbergverein Ende Mai zum Jubiläum auf dem Gelände des Petersbecks am Kellerberg gepflanzt hat. Künstlerin Petra Dürrbeck hat die Flaschenetiketten mit dem Kellerberg als Motiv gestaltet. Der Kellerbergverein verzeichnet seit seiner Gründung im Jahr 1991 einen stetigen Mitgliederzuwachs. Waren es 1996 noch 26 Mitglieder, sind es heute 344. Das geht aus dem neuen Kellerheft hervor, das mit jedem Kasten Festbier verteilt wird. Kein Wunder, dass Zweiter Bürgermeister Günter Schulz  von einem Aushängeschild spricht.

Der Verein unter dem Vorsitz von Carsten Constien hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Höchstadter Kellerberg mit seinen Kellern und den Kellerhäuschen zu erhalten und zu pflegen. Es gibt mehrere ausgebildete Führer, die Interessierten auch das unterirdische Leben am Höchstadter Kellerberg näherbringen (nur nach Anmeldung unter E-Mail: Kellerfuehrungen@kellerberg-hoechstadt.de). Inzwischen wurde auch ein Kellerberg-Museum eingerichtet und jeden Donnerstag ab 19 Uhr ist Stammtisch auf dem Petersbecks-Keller.