Hochwasser
Die Aischfluten rollten an
Aus den Fluten der Aisch musste ein Baum geborgen werden.
Aus den Fluten der Aisch musste ein Baum geborgen werden.
Foto: Johanna Blum
Adelsdorf – Die Feuerwehrleute hatten das Wochenende über alle Hände voll zu tun. Die Flutwelle rollte dieses Mal recht schnell an.

Das Wochenende war für die Einsatzkräfte Ausnahmezustand. Marcus Dangel von der Freiwilligen Feuerwehr Adelsdorf erinnert sich im Gespräch, dass am Samstag in der Einsatzzentrale seit dem frühen Morgen um 7.30 Uhr Betrieb war.

Der Baum wurde aus der Aisch geborgen und vor Ort zerlegt
Der Baum wurde aus der Aisch geborgen und vor Ort zerlegt
Foto: Johanna Blum

„Wir wussten ja von Neustadt und Höchstadt, was auf uns zukommt“, sagt der Feuerwehrmann. „Sofort haben wir 15 Lastwagen mit Sandsäcken aus Baiersdorf vom THW geholt und zu den neuralgischen Punkten in Adelsdorf gebracht. Der Rest wurde in Weppersdorf, Lauf und bei der Laufer Mühle verteilt. Die Trafostation bei der Mühle musste gesondert gesichert werden und auch die Firma Schuler. Die Bewohner der Mühle selbst wurden ins neue Haupthaus evakuiert.

Rund um die Uhr im Einsatz

„Die große Welle rollte diesmal recht schnell an, was nicht abgeschätzt werden konnte“, so Dangel weiter. THW und BRK hatten zentral in der Aischgrundhalle alle Einsatzkräfte mit Essen und Trinken versorgt. Feuerwehren von Adelsdorf, Aisch, Röttenbach, Neuhaus, Hemhofen/Zeckern und auch von Erlangen, sowie das THW waren rund um die Uhr im Einsatz.

Die Pfadfinder bauten in letzter Minute ihre Zelte auf der Aischwiese ab.
Die Pfadfinder bauten in letzter Minute ihre Zelte auf der Aischwiese ab.
Foto: Johanna Blum

Das Hochwasser löste sicher nicht nur in Aisch einen richtigen „Katastrophentourismus“ aus. Mit Handys und teilweise auch mit Bierflaschen bewaffnet, verfolgten die neugierigen Zuschauer das Anschwellen der „Aischfluten“ und das Bergen von schwimmenden Holzstämmen an der Aischbrücke. Das THW Baiersdorf musste extra mit einem 40-Tonner anrücken, um die Baumstämme aus der Aisch zu heben. „Die morschen Bäume lagen am Aischufer und bei Hochwasser werden sie in die Aisch gerissen – dann lagen sie quer vor der Aischbrücke. Das macht große Probleme und für uns noch mehr Arbeit“, erklärte Andreas Dittner, der erste Kommandant der Aischer Wehr. Ein anderer Wehrler aus Neuhaus meinte: „Das Schlimmste sind die Gaffer und der dicke Verkehr, der ja über Aisch geleitete wurde, da auch die B 470 überflutet war.“

Kommandant Alexander Triebel und seine Kollegen in der Einsatzzentrale Adelsdorf.
Kommandant Alexander Triebel und seine Kollegen in der Einsatzzentrale Adelsdorf.
Foto: Johanna Blum

Aischbrücke wurde gesperrt

Die beiden großen Bäume wurden vor Ort fachgerecht zersägt und abtransportiert. Mittlerweile stieg das Wasser weiter und bald überflutete es sogar die Aischer Straße beim Holz Hörrlein. Die Fahrzeuge durften nur noch abwechselnd über die Aischbrücke und gegen 13 Uhr wurde die Brücke für Fahrräder und Fußgänger total gesperrt. Zwei Rettungsschwimmer vom DLRG standen bereit, falls doch jemand in die reißenden Flutern stürzen sollte.

Katastrophentourismus in Aisch
Katastrophentourismus in Aisch
Foto: Johanna Blum

Eigentlich war kein Weiterkommen mehr möglich, denn fast alle Straßen um Adelsdorf waren gesperrt. Betroffene Bürgern riefen nach Sandsäcken, denn das Wasser stieg unaufhaltsam weiter. Ein Feuerwehrmann brachte sie dann auf dem Radlager zu den Häusern.

Familie Hobner in Aisch, die direkt ihr Anwesen an der Brücke habt, versorgte die eifrigen Feuerwehrleute mit Getränken und Schnittchen. Eine andere Familie stellte den Wehrlern zum Schutz vor der Sonne ein Zeltdach auf. Bei den Pfadfindern fand am Wochenende ein Ausbildungslager statt. Durch frühzeitige Warnung konnten sie noch rasch ihre Zelte auf den Aischwiesen abbauen und alles in Sicherheit bringen.

Drei Anwesen betroffen

In Weppersdorf waren drei Anwesen besonders betroffen. In einem Haus stand das Wasser im Keller hüfthoch und in den beiden anderen Häusern war das Wasser in die Wohnung eingedrungen. Eine Hausbesitzerin war in Tränen ausgebrochen.

Zwei vom Wasser geflutete Wohnhäuser in Weppersdorf.
Zwei vom Wasser geflutete Wohnhäuser in Weppersdorf.
Foto: Johanna Blum

Es war sicherlich für alle Feuerwehren, das THW aber auch die Gemeinde- und Stadtarbeiter aus dem gesamten Aischgebiet ein sehr, sehr anstrengendes Wochenende und sie kamen bestimmt an ihr Limit.

Vor Sonntagmittag gab es auch keine Entwarnung für die Wehren. Gegen 17 Uhr am Samstag war die Welle durchgerollt.

In der Aischer Straße wurden Sandsäcke ausgelegt.
In der Aischer Straße wurden Sandsäcke ausgelegt.
Foto: Johanna Blum