Jubiläum
Die Lonnerstadter geben nicht auf
Die Sehnsucht nach Kellerfest – hier die letzte Auflage vom Juli 2019 – wird immer größer.
Die Sehnsucht nach Kellerfest – hier die letzte Auflage vom Juli 2019 – wird immer größer.
Foto: Evi Seeger
Lonnerstadt – Das Fest zur urkundlichen Ersterwähnung heißt nun 1111+1 und soll im nächsten Jahr stattfinden. Der Arbeitskreis hofft auf Ideen der Bürger.

Es geht um Gemeinschaft, um das Zusammengehörigkeitsgefühl, das in Zeiten der Pandemie einfach nicht mehr erlebt werden konnte. Keine Faschingsveranstaltung, keine Theateraufführung, kein Kellerfest mehr. Lonnerstadt und seine Bürger warten daher nur auf eines: Dass es endlich wieder möglich ist, gemeinsam zu feiern.

Denn die Lonnerstadter Feste sind legendär. Bereits in diesem Jahr stand ein Jubiläum an, das jedoch Corona zum Opfer fiel: 1111 Jahre der urkundlichen Ersterwähnung wollten „die Loschedder“ eigentlich nicht sang- und klanglos vorübergehen lassen. Vor elf Jahren, also 2010, hatte die Marktgemeinde ihr 1100-jähriges Bestehen mit einem grandiosen Fest gefeiert. In diesem Jahr – dem Virus ist’s geschuldet – ging jedoch gar nichts.

Doch die Lonnerstadter geben nicht so einfach auf. Dann eben im nächsten Jahr, war man sich einig. Das Jubiläum heißt nun 1111+1 und soll 2022 über die Bühne gehen.

Ein Arbeitskreis unter Leitung des Dritten Bürgermeisters Gerrit Hoppe hat sich auch schon für ein konkretes Datum entschieden: Am Wochenende vom 24. bis 26. Juni soll in „Loschedd“ gefeiert werden. Alle Vereine, ebenso die Bürgerinnen und Bürger, sollen einbezogen werden. Das Fest solle ein Gemeinschaftserlebnis werden.

Ein ganzer Monat voller Aktivität

Über das Festwochenende hinaus soll ein ganzer „Aktivitäten-Monat“ ausgerufen werden. „Wir wollen zum einen die Veranstaltungen wiederbeleben, die seit zwei Jahren nicht mehr stattfinden konnten. Zum anderen wollen wir den Neubürgern aufzeigen, was es in der Gemeinde alles gibt“, betont Gerrit Hoppe im Gespräch mit dem FT. Ideen gebe es viele. „Wenn eine Musikbühne aufgebaut wird, könnte da auch ein Open-Air-Theater stattfinden“, regt Hoppe an. Er lädt alle – Einrichtungen, Gruppen, Vereine, Kirche, Bürgerinnen und Bürger – dazu ein, ihre Ideen einzubringen.

In der Sitzung des Marktgemeinderats erläuterte der Dritte Bürgermeister nun den Antrag des Arbeitskreises. Der zielte darauf ab, dass sich die Gemeinde mit ihrem Bauhof wie auch bei der Finanzierung des Rahmenprogramms beteiligt. Wie Hoppe erläuterte, geht es um Planungs- und Genehmigungskosten, Versicherung, die Bereitstellung von Verkaufsständen, Musikgruppen, Deko, Informations- und Werbekosten. Die Diskussion drehte sich um den Betrag von 10 000 Euro, der in den Haushalt eingestellt werden soll, um den Organisatoren Sicherheit zu geben. „Damit wir in die Planung gehen können“, führte Hoppe aus, wünsche sich der Arbeitskreis als Legitimation die Zustimmung des Gremiums.

10 000 Euro steuert die Gemeinde bei

Giovanni Daniele sah dies allerdings anders als die Gesamtheit der Räte: „Das ist nicht primäre Aufgabe der Gemeinde.“ Niemand wisse, wie der Gemeindehaushalt ausschaue. Dass mit einer Summe von maximal 10 000 Euro ein Risiko verbunden sein soll, sah außer Daniele selbst niemand im Ratsgremium. „Bei einem Millionen-Haushalt habe ich kein Problem mit der Einstellung von 10 000 Euro“, konterte Zweiter Bürgermeister Günter Rost. Überhaupt sei „Gemeinschaftsgefühl nicht in Geld zu fassen“, meinte Rost. „Wo soll denn da ein Risiko sein, wenn alle Vereine und Gruppen kostenlos arbeiten?“, fragte Hermann Popp in die Runde.

Nach den Worten des Arbeitskreisvorsitzenden Hoppe geht es überhaupt nicht um Finanzielles, sondern darum, „im kleinen Rahmen wieder etwas wie Gemeinschaft erleben zu können“. Am Ende der Diskussion wurde der Beschluss, den Betrag von 10 000 Euro in den Haushalt einzustellen, bei der Gegenstimme von Giovanni Daniele gefasst.