Erfahrungen
Die Schnäppchenjagd läuft wieder
Besucher und Verkäufer bevölkerten das Areal im Weihersbach. Später als bisher üblich fand der beliebte Trödelmarkt in Herzogenaurach wieder statt.
Besucher und Verkäufer bevölkerten das Areal im Weihersbach. Später als bisher üblich fand der beliebte Trödelmarkt in Herzogenaurach wieder statt.
Foto: Verena Stephan
Herzogenaurach – Der Trödelmarkt im Weihersbach fand nach der Absage im vergangenen Jahr nun statt und war gut besucht.

Der Trödel ist zurück: Nachdem der beliebte Trödelmarkt im Weihersbach letztes Jahr ausfallen musste, trotzten am Samstag viele Familien dem kalten Herbstwetter und füllten das Weihersbachgelände mit ihren Verkaufsständen. Das Organisationsteam zeigte sich zufrieden: „Es war lange in der Schwebe, ob der Trödel überhaupt stattfinden kann, deswegen sind wir froh, dass es recht spontan noch geklappt hat und so gut besucht ist.“

Neu war in diesem Jahr die Online-Anmeldung inklusive Überweisung der Standgebühren. So haben nicht alle Familien schon früh um sechs Uhr aufschlagen müssen, um einen Platz zu kriegen, sondern hatten im Voraus schon einen sicheren Stellplatz. Das ist besonders für die vielen Kinder angenehm gewesen, die so erst gegen sieben Uhr mit ihren Eltern eintrudeln konnten. „Bis neun war kaum was los“, berichtete Familie Kürten, die wie viele Familien eine bunte Mischung aus Schuhen, Kleidung, Spielsachen und Büchern zum Verkauf anbot.

Während der Pandemie hatte die Familie versucht, über Whatsapp-Gruppen und Ebay-Kleinanzeigen „dranzubleiben“ und nicht mehr genutzte Dinge zu verkaufen. „Wir sind mit vier Kindern eben viele zu Hause, da muss man die Sachen ja irgendwie loswerden“, gibt der Familienvater schmunzelnd zu.

Andere Verkäufer erzählten von Bücherkisten, die im vergangenen Jahr in der Garage immer mehr geworden sind, bis man nun endlich wieder die Gelegenheit hatte, anderen noch eine Freude mit ausgelesenen Werken zu machen.

Dass der Trödelmarkt dieses Jahr drei Wochen später stattfand, merkte man vor allem an der Kleidung der großen und kleinen Verkäufer: Mit dicken Jacken, Mützen, Schals und Handschuhen standen viele hinter den Tischen und rieben sich bibbernd die Hände. „Ich stehe hier seit vier Stunden, langsam spüre ich meine Zehen nicht mehr“, beschwerte sich einer.

Ein bisschen aufwärmen konnten sich Verkäufer und Kunden mit einem Bratwurstbrötchen. Gegen Mittag zeigte sich die Sonne dann gnädig und wärmte mit einigen Strahlen das Gelände auf.

Erfahrenen Trödlern wie Geli Schmidt fällt auf, dass die Besucherzahlen in den letzten Jahren abgenommen haben. Viele Besucher seien diejenigen, die auch selbst einen Stand hätten. „Die kaufen dann natürlich weniger, die wollen ja eher Sachen loswerden“, weiß die Herzogenauracherin zu berichten.

An vielen Ständen verkauften Kinder ihr Spielzeug, Kuscheltiere und alte Klamotten und waren besonders heiß darauf, den besten Preis auszuhandeln und das Taschengeld aufzubessern. „Schau mal, wie viel ich schon eingenommen habe“, prahlt Philipp und erlaubt einen Blick in seinen gut gefüllten Geldbeutel.

Völliges Unverständnis gegenüber dem mangelnden Verkaufstalent seines Papas zeigte ein anderer junger Verkäufer. „Du hast das Nachtlicht einfach hergeschenkt?“, fragte er seinen Vater empört, als er von seiner Erkundungstour wieder an den Stand zurückkehrte.