Kartoffelernte
Die Sorte Anuschka ist zuerst dran
Franz Singer füllt bei der Ernte Kartoffeln in eine 2,5-Kilogramm-Tüte.
Franz Singer füllt bei der Ernte Kartoffeln in eine 2,5-Kilogramm-Tüte.
Foto: Manfred Welker
Untermembach – Untermembach ist ein Zentrum der Knollenfrucht für die Region. Franz Singer hat die Pflanzen vorgekeimt.

Untermembach ist quasi das Kartoffelzentrum in der Region. Denn dort bauen die Familien Denk, Ort und Singer die nahrhafte Knolle an. Hier können die Interessenten regionale Produkte kaufen und damit die Landwirtschaft vor Ort unterstützen.

Seit einigen Tagen gibt es bei der Familie Singer in Untermembach die Sorte Anuschka, eine mittelfrühe Kartoffelsorte, im Angebot und damit die ersten Frühkartoffeln des Jahres zu kaufen. Mit der Ernte ist Franz Singer ganz zufrieden, kein Vergleich zum letzten Jahr.

Der Regen und damit das Wasser waren für die Kartoffeln nicht schlecht, selbst auf den Sandböden gedieh die Knolle gut. Allerdings ist die Ernte heuer 14 Tage später dran. Zum Ernten heißt es aber zu warten, bis der Boden abgetrocknet ist, denn auf zwei Tagwerk müssen Frühkartoffeln eingebracht werden.

Die Frühkartoffeln

Die Frühkartoffeln der festkochenden Sorte Anuschka hatte er zu Hause vorgekeimt und im April auf einem Acker bei Untermembach gesteckt. Auch die Eisheiligen waren in diesem Jahr gnädig und haben sie verschont. Zur Düngung verwendet Singer ausschließlich mehrjährig abgelagerten und gereiften Stallmist.

Aber bevor die Kartoffeln für die Interessenten über den Tisch gehen können, bedürfen sie einer umfangreichen Pflege. Nach dem Stecken im Frühjahr in Beetreihen musste die Ackerfrucht in den folgenden Monaten bis zum Herbst aufwendig gedüngt sowie mit Beetpflug, Häufelpflug, Reihenhackgerät und Gliederegge bearbeitet werden.

Viel Handarbeit ist notwendig

Außerdem war viel Handarbeit mit der Haue nötig, bevor die Früchte mit dem Siebroder geerntet werden konnten. Gezogen wird das Gerät übrigens von einem alten Fendt-Dieselross mit HÖS-Kennzeichen, Baujahr 1958.

Zur Ernte wird die ganze Familie eingespannt. Unterstützt wird Franz Singer meist von seiner Frau Claudia und der Verwandtschaft. Denn bei Franz Singer ist immer noch viel Handarbeit angesagt, die Kartoffeln werden bereits auf dem Feld nach Größe sortiert und abgepackt.

Kartoffeln, die zu klein sind, dienen auf dem Hof in Untermembach als Viehfutter. Abgegeben werden sie als Drilling, das heißt Pfannenkartoffeln, abgepackt in Papiertüten zu zwei Kilogramm. Die normale Größe ist in 2,5-Kilogramm-Papiertüten zu haben.

Verkauf auch in der Fränkischen Schweiz

Die Gebinde mit den Kartoffeln können in Selbstbedienung am Hof in Untermembach erworben werden. Außerdem kommen sie in der Küche der Gastwirtschaft Hofmann in Störnhof bei Streitberg in der Fränkischen Schweiz zum Einsatz, den Singers Schwiegertochter betreibt. Sie können dort aber auch für die Verwendung in der heimischen Küche erworben werden.

Im Gegensatz zum letzten Jahr kann die Familie Singer also heuer mit der Ernte der Frühkartoffeln zufrieden sein. Sie hofft, dass auch die Ernte im Herbst zur Zufriedenheit ausfallen wird. Denn weitere Sorten, die Franz Singer anbaut, sind Laura, eine Kartoffel mit roter Schale, und die festkochende Sorte Bernina, die heuer zum ersten Mal angebaut wird. Die meistgefragte Sorte auf dem Singerhof ist Soraya.