Unwetter
Engagement für Flutopfer hält an
Insgesamt waren mehr als 1700 Johanniter in der Hochwasserregion im Einsatz.
Insgesamt waren mehr als 1700 Johanniter in der Hochwasserregion im Einsatz.
Foto: Lena Mucha, Johanniter
LKR Erlangen-Höchstadt – Während die Helfer des THW zurückgekehrt sind, brachen die Johanniter und das BRK erneut in die Pfalz auf.

Umfangreiche Unterstützung leisteten die Hilfsorganisationen aus der Region in den von Hochwasser besonders betroffen Gebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Und das Engagement hält an: Vertreter von Johannitern und des BRK sind nun erneut aufgebrochen, um bei den Sicherungs- und Aufräumarbeiten zu helfen.

Aufbruch nach Rheinland-Pfalz

So machten sich am Mittwoch drei Helfer von der Schlüsselfelder Rettungswache der Johanniter in Richtung Rheinland-Pfalz auf den Weg. Zugtruppführer Christian Skibak, Führungsassistent Anthony Brunner und Helferin Daniela Krapf werden im Rahmen des Hilfeleistungskontingents Oberfranken für 72 Stunden vor Ort sein, bis sie wieder abgelöst werden. Sie bilden gemeinsam den Führungskopf einer Einheit, die einen Betreuungsplatz in der Krisenregion – voraussichtlich in einer der am stärksten betroffenen Regionen um Bad Neuenahr-Ahrweiler aufbauen wird.

Insgesamt waren in den vergangenen Wochen mehr als 1700 Johanniter aus dem gesamten Bundesgebiet im Einsatz, um in den von Überschwemmungen betroffenen Gebieten Hilfe zu leisten. Sie alle nehmen Eindrücke mit, die sie so schnell nicht vergessen werden: „Das war bisher der härteste Einsatz, den ich im Bereich Katastrophenschutz erlebt habe“, so Thomas Roschmann, Rettungsdienstleiter bei den Johannitern Oberfranken, der am Nürburgring ehrenamtlich im Einsatz war.

„In 20 Jahren noch nicht gesehen“

Mit ihm gemeinsam im Krisengebiet war Tobias Drevermann, Sachgebietsleiter Bevölkerungsschutz bei den oberfränkischen Johannitern: „Für mich war dies bereits der dritte Hochwassereinsatz. Wobei dieser nicht mit den vorherigen vergleichbar ist. So eine Schadenslage habe ich in 20 Jahren noch nicht gesehen.“ Dementsprechend werde in den betroffenen Gebieten noch lange Hilfe nötig sein. Inzwischen konzentrieren sich die Helfer auf die Basisversorgung der Menschen vor Ort. Vor allem der Bedarf an Plätzen und Verpflegung in Notunterkünften ist weiterhin hoch.

Auch der THW-Ortsverband Baiersdorf half nach der schweren Flutkatastrophe in Stolberg in der Städteregion Aachen. Für die Fachgruppe Elektroversorgung des Ortsverbands galt es, die örtlichen Kräfte bei der Bewältigung von Stromabschaltungen und -ausfällen als Folge extremer Sturzfluten zu unterstützen. Zehn Tage lang setzten elf ehrenamtliche Baiersdorfer Helfer, in enger Absprache mit dem örtlichen Energieversorger, die elektrische Infrastruktur in den stark beschädigten Straßenzügen instand. Hierfür reinigten und reparierten die Elektrofachkräfte beispielsweise Stromverteiler oder setzten Erdmuffen (Kabelverbinder). Durch den unermüdlichen Einsatz konnten Stück für Stück immer mehr Häuser wieder ans Netz genommen werden. Mit Wiederherstellung der Einsatzsatzbereitschaft Anfang dieser Woche konnten sie wieder zurückkehren.

Dagegen führte eine Alarmmeldung am Dienstagmorgen dazu, dass am Dienstag erneut Erlanger Rotkreuzler nach Rheinland-Pfalz ausrückten. Zwei Trupps mit Mannschaftstransportwagen und Kühlanhänger sowie Betreuungsanhänger machten sich auf den Weg, um im Westen Deutschlands die Betreuung und Verpflegung von 5000 Flut-Betroffenen zu sichern.