Franken helfen Franken
Wohnung zerstört: Nach der Flut kam die Not
In Minuten fluteten die Wassermassen die Souterrainwohnung der Familie Karp in Wachenroth.
In Minuten fluteten die Wassermassen die Souterrainwohnung des Ehepaars Karp in Wachenroth.
Foto: privat
Franken helfen Franken
Wachenroth – Der Rollstuhl wurde für Ulrich Karp bei einem Starkregen im Sommer fast zur Todesfalle. Spendenaufruf für eine Familie in einer schweren Zeit.

Wie Wassermassen zuschlagen können, haben in diesem Jahr etliche Haushalte im Aischgrund erleben müssen. Dass ein lokaler Starkregen einem um ein Haar das Leben kosten kann, musste Ulrich Karp in Wachenroth erfahren. Der 62-Jährige leidet an Multiple Sklerose (MS) und ist seit bald zwanzig Jahren auf den Rollstuhl angewiesen. Dieser wurde für ihn im Sommer fast zur Todesfalle.

Der Fränkische Tag hatte über das schwere Los der Familie berichtet. Nun ruft die Aktion „Franken helfen Franken“ der Mediengruppe Oberfranken, zu der auch der Fränkische Tag gehört, zum Spenden auf. Die Familie hat noch immer keine rollstuhlgerechte Wohnung gefunden und lebt aus Kisten.

Die Karps haben in ihrer angemieteten Souterrainwohnung ihr komplettes Hab und Gut verloren.
Die Karps haben in ihrer angemieteten Souterrainwohnung ihr komplettes Hab und Gut verloren.
Foto: privat

„Ich dachte, ich muss sterben“

Es war der 8. Juni, als ein Starkregen über Wachenroth niederging. Das Wasser drückte durch die Fenster. In wenigen Minuten stand die braune Brühe meterhoch in der Souterrainwohnung. „Ich hatte schon abgeschlossen. Ich dachte, ich muss sterben“, sagt Ulrich Karp. Er war gefangen im Rollstuhl.

Panik: Rettung in letzter Minute

Das Wasser reichte ihm bald bis zu den Achseln. Seine Frau Christine brach in Panik aus, da sie ihn alleine nicht aus den Fluten ziehen konnte. In letzter Minuten kam Tochter Sandra mit Freunden zur Hilfe. Alles Hab und Gut war ein Raub der Wassermassen. Die Dreizimmerwohnung der Tochter, ebenfalls in Wachenroth, wurde Zufluchtsort für das Ehepaar Karp – und ist es bis heute.

Ein halbes Jahr später, leben sie noch immer auf den 70 Quadratmetern mit der Tochter und dem achtjährigen Enkel. „Er hat sein Kinderzimmer für mich geopfert und schläft im Zimmer seiner Mutter“, sagt Ulrich Karp. Seine Frau schlafe auf dem Sofa im Wohnzimmer. Eine belastende Situation.

Die Krankenversicherung habe ihm mittlerweile einen neuen elektrischen Rollstuhl besorgt. Ansonsten sei die Lage „ein ständiger Kampf“, so Karp, der gerade erst von einer Reha zurückkam. „Wir leben aus den Kisten“, sagt er.

Der elektrische Rollstuhl war ein Raub der Wassermassen, die sich während des Starkregens im Juni in die Souterrainwohnung ergossen haben.
Der elektrische Rollstuhl war ein Raub der Wassermassen, die sich während des Starkregens im Juni in die Souterrainwohnung ergossen haben.
Foto: privat

Bisher sei nur ein Teil des Schadens ersetzt. Immer wieder müssten sie etwas neu anschaffen, zuletzt Winterkleidung. Karp leidet seit 1989 an MS, seit 2003 sitzt er im Rollstuhl. Er ist auf Pflege angewiesen. Großes Problem ist die Wohnung. Sie hätten gesucht und gesucht, sagt der 62-Jährige.

Wohnung dringend gesucht

Eine Mietswohnung – ebenerdig oder mit Aufzug –, in der auch Ulrich Karp in seinem elektrischen Rollstuhl leben kann (vor allem auch im Badezimmer Platz hat), war nicht dabei. In eine Souterrainwohnung würden ihn keine zehn Pferde mehr bekommen, sagt Karp. Die Beinahe-Tragödie beim Starkregen im Juni habe ihn sehr mitgenommen.

Beim Neubauprojekt für Wohnungen mit Pflege gegenüber des Aischpark-Centers hätten sie sich auf die Liste setzen lassen. „Aber das braucht ja alles noch Zeit“, sagt Karp leicht resignierend.

Ulrich Karp und Ehefrau  Christine sind bei  Tochter Sandra  untergekommen.
Ulrich Karp und Ehefrau Christine sind bei Tochter Sandra untergekommen.
Foto: Christian Bauriedel

Die Familie sucht im Raum Höchstadt. Wer etwas zu vermieten hat (rollstuhlgeeignetes Bad) kann sich beim Fränkischen Tag melden (hoechstadt@infranken.de/ 09193-503822). Wer den Karps finanziell unter die Arme greifen will, kann im Rahmen der Aktion „Franken helfen Franken“ spenden:

 

Spendenkonto der Mediengruppe Oberfranken

  • Franken helfen Franken e.V. Sparkasse Bamberg
  • IBAN DE62 7705 0000 0302 1945 01
  • BIC BYLADEM1SKB, Stichwort: Flutopfer Wachenroth

Über den Spendenverein

  • Die Mediengruppe Oberfranken (mgo) erreicht über ihre lokalen Tageszeitungen wie den Fränkischen Tag sowie digitale Informations- und Service-Portale jeden Tag rund 600.000 Menschen. Außerdem ist die mgo als Multimediaunternehmen mit Tochterfirmen wie dem Marketing-Komplettdienstleister mgo360, den mgo Fachverlagen oder mgo Digital Ventures breit aufgestellt.
  • Diese Vielfalt nutzt die Unternehmensgruppe, um mit dem Spendenverein „Franken helfen Franken“ seit 2009 Hilfsbedürftige in ganz Franken zu unterstützen. Alle Spenden gehen zu 100 Prozent an in Not geratene Menschen oder gemeinnützige Organisationen und Projekte in der Region.
  • Die Verwaltungskosten übernimmt die mgo. Insgesamt wurden seit 2009 deutlich über eine halbe Million Euro von Franken helfen Franken vergeben.

 

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