Weihnachtsprogramm
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Die „Höchstadter Sax’n“, von links: Georg Römer, Karin Böckl, Wolfgang Wagner, Tanja und Hannes Schwägerl. Sie stellen einen Act des virtuellen Adventskalenders.
Die „Höchstadter Sax’n“, von links: Georg Römer, Karin Böckl, Wolfgang Wagner, Tanja und Hannes Schwägerl. Sie stellen einen Act des virtuellen Adventskalenders.
Foto: Britta Schnake
Höchstadt a. d. Aisch – Höchstadt bietet einen virtuellen Adventskalender. Die ersten Videoclips wurden schon aufgenommen.

Dass der Höchstadter Weihnachtsmarkt nicht stattfindet, hat Susanne Bayer vom Höchstadter Kulturmanagement vor gut einer Woche erfahren. „Wir wollten aber irgendwas anbieten“, sagt sie. Gute Ideen kommen oftmals in den unmöglichsten Momenten. So ist es nicht verwunderlich, dass Bayer beim Zähneputzen auf „was Digitales“ kam.

Zusammen mit Thomas Oppelt vom Stadtmarketing und Atze Bauer war dann schnell die Idee eines digitalen Adventskultkalenders geboren. „Wir wollten was machen, aus der Distanz heraus“, erklärt sie weiter. „Wir hatten ja auch schon ein paar Künstler am Start, die am Weihnachtsmarkt was präsentiert hätten.“

Innerhalb einer Woche wurde die Aktion laut Bayer aus dem Boden gestampft. Es sollte eine Kombination werden aus Kultur und Geschäft, also 24 Kulturacts, gepaart mit 24 Videoclips aus Höchstadter Geschäften, in denen spezielle Angebote und Geschenktipps vorgestellt werden. Atze Bauer fungiert bei der Aktion als Produzent und Moderator. Er findet das komplette Projekt recht spannend. Tragen kann Bauer es, hat er doch, wie er sagt, durch sein „Sonst-nu-was“-Programm mehr Selbstbewusstsein erlangt. Mit Thorsten Müller holte er sich einen freischaffenden Tontechniker ins Boot, der ihn bereits bei seinem Programm unterstützt hatte. Bis Mitte Dezember sollen die etwa 15-minütigen Videos abgedreht sein, und die entstehenden Kosten trägt die Stadt Höchstadt.

Am ersten Adventssonntag wurden nun fünf der Kulturvideos angefertigt, sowohl vor als auch im Schlossgewölbe. Mit letzterem hatte das Trio Bayer, Bauer und Müller echt Glück gehabt, denn bereits am Montag soll mit dem Umbau des Gewölbes begonnen werden. Eine Mauer wird durchbrochen, um den Raum zum einen zu vergrößern, und zum anderen um einen direkten Zugang zu den Toiletten zu schaffen.

Schon erschallt vor dem Eingang zum Gewölbe der Song „Americano“, dargeboten von den „Höchstadter Sax’n“, einem Saxophonquintett, bestehend aus Georg Römer, Karin Böckl, Wolfgang Wagner sowie Tanja und Hannes Schwägerl. Angelockt durch die Musik verweilte auch der eine oder andere Zuhörer vor dem Quintett. Kaum im Kasten, geht die Untergruppe der Stadtkapelle zu einem gefühlvollen „White Christmas“ über. „Das macht so viel Freude“, sagt Bayer. „Alle sind so mit Elan dabei.“

Abgedreht wurde bereits am Vormittag die Höchstadter Stadtwache Franken mit einer Geschichte sowie ein paar Weihnachtspopsongs, präsentiert von dem musikalischen Trio Karina Moi, Peter Krettner und Michael Nietsche.

Marla Saris, eine Herzogenauracher Kabarettistin und Schauspielerin, macht sich gerade mit Coco, einem plüschigen Schimpansen, warm. Ihr heutiges Programm zielt auf die kleinen Zuschauer.

Im Gepäck hat sie auch die Handpuppe „Herr Ratzfatz“. „Den Kapuzenwuschelpuschel hat er in der Schule geklaut“, erläutert sie.

Ihr Kabarettprogramm wurde bereits zweimal verschoben und soll nun im Februar im Herzogenauracher Theater „Tausendkunst“ laufen. Da ist das hier doch mal eine nette Abwechslung.

Kaum im Kasten, wartet bereit der nächste Act auf seinen Auftritt. Es ist die Band „Die Förstis“, ein reines Familienunternehmen mit den Zwillingen Theodor (neun Jahre, Schlagzeug) und Elisabeth (neun Jahre, Bass), Ferdinand (neun Jahre, Klavier), Theresa (elf, zweiter Bass) und Klara (13, E-Gitarre). Seit zwei Jahren proben sie zusammen.

„Ihren ersten Auftritt hatten sie im September in der Fortuna“, sagt Wolfgang Först. Heute stehen die Fünf das zweite Mal auf der Bühne. Wolfgang Först unterstützt den quirligen Haufen bei seinen selbst komponierten und selbst getexteten Rocksongs mit der E-Gitarre, und als Gast haben sich „Die Förstis“ die neunjährige Rahel Blumenthal dazugeholt. Zusammen mit Theresa singt sie das Duett „Schau mich an“, anschließend rockt die Band mit „Förstis Rock“ das Schlossgewölbe.

Mit der Musikschule, einem Blasensemble, Sängern, einer Bluesband, der Stadtkapelle sowie klassischer Musik, aber auch Rock und Pop warten noch viele Überraschungen auf die Höchstadter Bürger, die unter www.hoechstadt.de ebenso abgerufen werden können wie auf Facebook, Instagram und Youtube.

Unter Umständen soll der Zugriff bis Silvester möglich sein, „um der Verwandtschaft zu zeigen, was Höchstadt zu bieten hat“, wie Bayer erklärt. Auch ein Auftritt des Höchstadter Christkinds vor dem großen Weihnachtsbaum ist im Rahmen des virtuellen Adventskalenders geplant. Noch steht er unaufgeregt und erwartungsfroh auf dem Marktplatz, aber: „Der Baum bekommt ein ganz neues Outfit und wird dieses Jahr tatsächlich zu einem Lichterbaum“, verrät Bayer.

So muss der Baum nicht traurig sein, dass das geplante vorweihnachtliche Treiben entfällt. Denn wenn er eines bestimmt nicht möchte, dann ist es, umsonst geschlagen worden zu sein.