Kunst
Graffitis für Höchstadts Jugend
Mit Graffitis macht die Anlage doch gleich viel mehr her. Im Bild die vom Höchstadter Nachwuchs viel geliebte Half Pipe
Mit Graffitis macht die Anlage doch gleich viel mehr her. Im Bild die vom Höchstadter Nachwuchs viel geliebte Half Pipe
Foto: Evi Seeger
Höchstadt a. d. Aisch – Bilder von Aliens und fremden Galaxien verschönern die Höchstadter Skate-Anlage. Die Künstler kommen von nicht ganz so weit her.

Super war sie von Anfang an. Jetzt ist sie super galaktisch! Die Skate-Anlage in den Aischwiesen ist ein echter Eyecatcher. Grund dafür sind die vor wenigen Tagen entstandenen Graffitis. Sie machen die Anlage noch interessanter, als sie bislang für den Höchstadter Nachwuchs ohnehin schon war.

Im Talgrund nahe der Fortuna-Kulturfabrik sticht die Freizeitanlage schon aus großer Entfernung in die Augen. Ein schlichtes „Betongrau“ zeichnete den Skate-Park, den die Stadt im April freigegeben hatte, bislang aus. Anfang dieser Woche widmeten sich Jugendliche in einem dreitägigen Workshop unter Anleitung eines Profis der neuen Farbgebung. Die jungen Höchstadter wurden kreativ, gestalteten nach eigener Vorstellung und verliehen Ideen und Visionen Ausdruck.

Die erste deutsche Graffiti-Akademie

Carlos Lorente von den Nürnberger „Style Scouts“, in der Szene vor allem unter seinem Künstlernamen „Crow“ bekannt, vermittelte nicht nur die Technik. Er gab den Jugendlichen auch künstlerische Anstöße. Lorente, Gründer der ersten deutschen „Graffiti-Akademie“, leistet mit Bildungsangeboten und Street Art einen Beitrag, um Jugendliche für Kunst und Kultur zu begeistern. Dabei beruft er sich auf steinzeitliche Höhlenmalereien: Wände seien schon immer bemalt worden.

Wetterbeständiger Acryllack

Was in den Höchstadter Aischauen entstanden ist, könnte auch als „Space Art“ durchgehen: Galaxien, Aliens und die Erde aus der Weltraumperspektive. „Ein cooles Projekt“, wie Lorente feststellte. Jedes Graffiti trage die ganz persönliche Handschrift des jeweiligen „Malers“.

Die Girls aus dem Workshop freuen sich mit den Jugendpflegern Stephan Baierl und Mona Reinhard (links) über das „tolle Ergebnis“. Carlos Lorente (rechts) von den Nürnberger „Style Scouts“ leitete das Projekt.
Die Girls aus dem Workshop freuen sich mit den Jugendpflegern Stephan Baierl und Mona Reinhard (links) über das „tolle Ergebnis“. Carlos Lorente (rechts) von den Nürnberger „Style Scouts“ leitete das Projekt.
Foto: Evi Seeger

Zwischen 12 und 20 Jahre alt waren die jungen Künstler, wobei Mädchen und Jungs sich nach den Worten von Jugendpfleger Stephan Baierl zahlenmäßig etwa die Waage hielten. Baierl und dessen Kollegin Mona Reinhard betreuten das Projekt der städtischen Jugendarbeit. Der zwölfjährigen Jule jedenfalls hat der Workshop „wahnsinnig viel Spaß gemacht“. Bis auf die „Weltkugel“, für die es eine Vorlage gab, sei alles „frei Hand“ gestaltet worden. Als Farben für die Kunstwerke wurden wetterbeständige Acryllacke verwendet. Die Graffitis sollten daher selbst das immer wieder mal auftretende Hochwasser im Wiesengrund überstehen.

Wunsch seit 20 Jahren

Die Anlage wird nach den Worten der beiden Jugendpfleger „super angenommen“. Was auch kein Wunder sei, denn eine solche Freizeitmöglichkeit habe sich die Höchstadter Jugend schon vor 20 Jahren gewünscht, weiß Stephan Baierl aus den Berichten von Bernd Riehlein. Für die Jugendpfleger ist der Platz nahe der Kulturfabrik auch der absolut beste Standort für die Anlage.

Kurz nach Fertigstellung der Graffiti überzeugte sich auch Bürgermeister Gerald Brehm (JL) vom Ergebnis. Die Anlage hinter der Fortuna Kulturfabrik sei durch die Graffitis sehr viel schöner geworden, urteilte der Stadtchef. Den kreativen jungen Leuten dankte er für ihre Mitarbeit und für die fantastischen Kunstwerke. Brehm sieht aber noch einen weiteren Aspekt: „Dinge, die man selbst gemacht hat, werden viel mehr wertgeschätzt!“