Spendenlauf
Einmal um die Welt für Jugend in Uganda
Stefan Reinmann (links) freut sich mit dem Organisations-Team über das erfolgreiche Ergebnis.
Stefan Reinmann (links) freut sich mit dem Organisations-Team über das erfolgreiche Ergebnis.
Foto: Christine Dittrich
Heßdorf – 8858 Kilometer nach Busagula in Uganda waren das Ziel, geschafft hat man 50 000 Kilometer, also mehr als eine Weltumrundung.

Der Lauf für Uganda 2.0 erlebte einen wahren Ansturm. Das Ziel wurde mit rund 50 000 zurückgelegten Kilometern deutlich übertroffen, obwohl der Laufklassiker durch Hannberg aufgrund der Corona-Pandemie als Veranstaltung diesmal ja gar nicht stattfinden konnte. Die Organisatoren machten einen individuellen Lauf daraus und lagen goldrichtig.

Die letztlich mehr als 1300 Teilnehmer hatten vom 17. Mai bis 4. Juni Zeit, ihren Lauf auf selbstgewählten Strecken mit Walken, Radfahren, Schwimmen oder Joggen zu absolvieren. Als erstes Ziel war die symbolische Entfernung von Hannberg in die Partnerpfarrei in Busagula/Uganda, nämlich 8858 Kilometer, ausgegeben worden. Diese Strecke war bereits nach sieben Tagen erreicht. Und auch Uganda hin und zurück war bald geschafft.

So legte das Organisations-Team um Stefan Reinmann und Marga Lauer die Latte eben höher und gab als Ziel „Einmal um die Welt“ aus, also immerhin überhin über 40 000 Kilometer. Am Vormittag der Abschlussveranstaltung wurde sogar das übertroffen: Mehr als 50 000 Kilometer waren erreicht. Daraus ergab sich eine vorläufige Spendensumme von über 9000 Euro, wobei insbesondere die Einzelspende von Adelinde Reinhardt, Inhaberin der Apotheke A3 im Gewerbepark, einen besonderen Beifall bekam. Die Summe wird sich noch erhöhen, denn in den nächsten Tagen werden noch die verspätet eintreffenden Ergebnisse gezählt.

Adelinde Reinhardt und Marga Lauer strahlen mit der Sonne um die Wette.
Adelinde Reinhardt und Marga Lauer strahlen mit der Sonne um die Wette.
Foto: Christine Dittrich

Doch die Weltumrundung war nicht nur symbolisch. So erhielt das Team auch Teilnehmerbilder aus New York oder Kilometermeldungen aus Italien oder Finnland. In die Teilnehmer reihte sich auch Erzbischof Ludwig Schick ein, der seine Joggingstrecke dem Lauf für Uganda widmete.

Dank aus Uganda

Serverus Jjumba, Bischof der Diözese Masaka in Uganda, bedankte sich herzlich bei den Teilnehmern sowie dem Sachausschuss Mission, Entwicklung und Frieden der Pfarrei Hannberg. „Diese beeindruckende Unterstützung trotz Corona hat einen positiven Effekt auf die gesamte Diözese Masaka. Ganz herzlichen Dank! Gottes Segen allen Teilnehmern und ihren Familien“, schrieb er. Und ergänzte: „Ein Freund in Not ist ein Freund für alle Zeit!“

Louis Mugumya, Pfarrer von Hannbergs Partnerpfarrei Busagula, zeigte sich glücklich und sehr dankbar. „Natürlich sind unsere Schüler dankbar und auch stolz, dass sie zum Design des T-Shirts beitragen konnten“, berichtete er. Mit dem Erlös aus dem Lauf für Uganda könne man vielen Jugendlichen eine positive Perspektive geben. Mugumya: „Das hat positive Auswirkungen auf die gesamte Entwicklung der Pfarrei“.

Auch der Adelsdorfer Bürgermeister Karsten Fischkal, hier im Gespräch bei der Abschlussveranstaltung, ist seit Jahren ein Förderer des Ugandalaufes.
Auch der Adelsdorfer Bürgermeister Karsten Fischkal, hier im Gespräch bei der Abschlussveranstaltung, ist seit Jahren ein Förderer des Ugandalaufes.
Foto: Christine Dittrich

Auch Thomas Willert, der Erste Vorsitzende des Pfarrgemeinderat der Pfarrei Geburt Mariens Hannberg, war beeindruckt. „Ich habe vor einer Woche ein Video gesehen, wie ein 13-jähriger Junge bei Ceuta in Marokko über das Meer von Afrika nach Europa geschwommen ist, um eine bessere Zukunft zu haben. Ich habe selbst einen 13-jährigen Sohn, und die Bilder haben mich sehr traurig und betroffen gemacht“, sagte er. Das Uganda-Projekt der Pfarrei Hannberg setze genau hier an und helfe Jugendlichen, damit sie in ihrem Heimatland Uganda Bildung erwerben können und eine Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft haben. „Deshalb“, so schrieb Willert, „mache ich mit beim Ugandalauf 2.0, sammle jeden Tag Kilometer, spende etwas und engagiere mich für das Projekt.“

Helmut Rösch vom Sachausschuss Mission, Entwicklung und Frieden der Pfarrei Hannberg und sportlicher Leiter des Laufs für Uganda, konnte von einigen kleinen Anekdoten der Teilnehmer berichten, die ihn begeisterten. So zum Beispiel von einer Teilnehmerin aus Großenseebach. „Sie war in den letzten Monaten durch die fehlenden sozialen Kontakte antriebslos und ohne Motivation. Der Lauf für Uganda hat bei ihr wieder Lebensmut geweckt, so dass sie täglich wieder vor die Tür ging“, berichtete Rösch.

Marga Lauer vom Orga-Team hatte nach ihrer Enttäuschung über die Absage der geplanten Veranstaltung in Hannberg jetzt allen Grund zur Freude. Bei der Abschlussveranstaltung war sie über den großartigen Erfolg des Laufs für Uganda 2.0 umso mehr begeistert: „Wir hatten eine große Herausforderung mit einem klaren Ziel: Gemeinsam nach Uganda zu kommen. Das haben wir nicht nur erreicht, sondern um ein Vielfaches übertroffen“.

Freude und Stolz

Auch Adelinde Reinhardt, Kooperationspartnerin und Hauptsponsor vom Lauf für Uganda 2.0, war die Freude anzusehen. Sie zeigte sich sehr stolz. Die Begeisterung sei ansteckend und einfach überwältigend gewesen. Für den Sachausschuss und das Orga-Team bedankte sich Maria Nagel: „Ich bin sehr dankbar für den super tollen Erfolg und stolz auf das beste Team.“ Auch Stefan Reinmann zeigte sich stolz: „Ich bin glücklich, dass wir mit vereinten Kräften eine so großartige und grenzüberschreitende Veranstaltung mit Unterstützern aus den verschiedensten Pfarreien und politischen Gemeinden anbieten konnten“. Er zeigte sich dankbar für die Begeisterung und Leidenschaft, mit der die Teilnehmer auch das Organisationsteam über die 19 Tage getragen hätten. Weitere Dankesworte kamen von Manuel Breunig und der Weisendorferin Regina Lehninger. Beide Laufteilnehmer lobten die „hervorragende Organisation“ und die „supertolle Aktion“.

Der Erlös geht in diesem Jahr an die beiden Schulen in Busagula. Insgesamt werden etwa 800 Kinder und Jugendliche, die eine Grundschule und eine weiterführende Schule dort besuchen, von den Spenden profitieren. Es fehlt momentan an grundlegenden Einrichtungsmaterial von Tafeln, Tischen oder Stühlen bis hin zu Lehrmaterial in den Mint-Fächern. Wie Stefan Reinmann berichtet, gab es während der 19 Tage über 3000 Rückmeldungen zur Erfassung der Kilometer. Über WhatsApp wurden mehr als 900 Nachrichten geschrieben. Dazu kamen zahlreiche persönliche Nachrichten an Teilnehmer, E-Mails oder Telefonate.