Sehnsucht
„Kerwa light“ statt Kirchweih soll der Ausweg sein
Die Kerwasburschen bringen den Baum, danach geht es ans Aufstellen.
Die Kerwasburschen bringen den Baum, danach geht es ans Aufstellen.
Foto: Richard Sänger
Herzogenaurach – Was tun, wenn wegen Corona die Kirchweih ausfällt? In Herzogenaurach heißt die Lösung „Kerwa light“. Kann das funktionieren?

Maske tragen und Abstand halten – das sind heuer die zwei Gebote bei den „Sommertagen“ im Weihersbach, wo eigentlich die Sommerkirchweih stattfinden sollte. Die Kirchweih ist in vielen Dörfern der Höhepunkt im Jahr. Corona macht vielen Veranstaltern nun schon zum zweiten Mal einen Strich durch die Rechnung, und der Rahmen etwas anzubieten, ist sehr eng gesteckt.

Hier kommt der Kirchweihbaum.
Hier kommt der Kirchweihbaum.
Foto: Richard Sänger

So wird in den kommenden Wochen zum zweiten Mal in Folge die Kerwa in Herzogenaurach ins Wasser fallen. Die Absage eines Großteils der Veranstaltungen ist auch in diesem Jahr wieder ein großer Verlust: menschlich, finanziell, emotional. So hieß es wieder einmal alternative und kreative Formate zu finden, also eine „Kerwa light“, wie sie nun im Weihersbach bis zum 11. Juli stattfinden wird.

Der Kirchweihbaum wird aufgestellt.
Der Kirchweihbaum wird aufgestellt.
Foto: Richard Sänger

Am Freitag wurde die „Kerwa light“ von den Herzogenauracher Kerwasburschen mit einem Anstich vor dem Heller-Keller eröffnet. Sie ließen es sich auch am Samstag nicht nehmen, einen „Kerwabaum light“ aufzurichten. So ertönten nicht nur Kirchweihlieder im Weihersbach, sondern auch Blasmusik von Musikern der Ehemaligen. „So muss Kerwa-Musik klingen, ohne Geschrei und Verstärker“, meinte einer zufrieden, als der „Böhmische Traum“ gespielt wurde.

Die Kartler nutzen die Gelegenheit
Die Kartler nutzen die Gelegenheit
Foto: Richard Sänger

Dass die Sommerkirchweih schmerzlich vermisst wird, zeigten schon die Besucherzahlen an den ersten drei Tagen: nicht das gewohnte Gedränge der früheren Kirchweihen, sondern eben mit Abstand. Dafür sorgten schon die beiden Wirte des Ansbacher-Tor-Kellers und des Heller-Kellers, die großzügig gestellten Biergarnituren sorgten für genügend Abstand.

Auf der Kirchweih
Auf der Kirchweih
Foto: Richard Sänger

So waren am Samstag viele Familien unterwegs und die Kinder wurden vom Karussell und dem großen Süßwarenstand der Familie Rudolph angelockt. Außerdem wurden an den Kellern Gerichte und Brotzeiten angeboten. Wer nach einem deftigen Essen noch Lust auf etwas Süßes hat, der findet eine große Auswahl am Podium.

Da steht der Kirchweihbaum einwandfrei.
Da steht der Kirchweihbaum einwandfrei.
Foto: Richard Sänger

Seit Freitag hat der Ansbacher-Tor-Keller nun täglich von 14 bis 22 Uhr geöffnet, sonntags bereits ab 11 Uhr. Auch der Heller-Keller sorgt bis 11. Juli täglich von 11 bis 22 Uhr für seine Gäste – nur am Montag ist dort Ruhetag. Das Gasthaus Polster aus Kosbach ist auch in diesem Jahr wieder mit von der Partie am Heller-Keller.