Am Wiwaweiher
Spielplatzidylle für klein und groß
Die Holzmühle mit Rutsche ist das Herzstück der Anlage.
Die Holzmühle mit Rutsche ist das Herzstück der Anlage.
Foto: Bernhard Panzer
Herzogenaurach – Der sanierte und neu gestaltete Spielplatz am Wiwaweiher soll alle Generationen ansprechen. Auch ein Bücherschrank wurde aufgestellt.

Ein gut gelaunter German Hacker sprach, mit seinem ihm eigenen Selbstbewusstsein, vom „besten Spielplatz auf der ganzen Welt“, wenn er es auch durchaus schmunzelnd tat. Der Bürgermeister warf auch einen lobenden Seitenblick auf Albert Geinzer, der im Bauamt der Stadt federführend war für die Umgestaltung des Spielplatzes am Wiwaweiher.

Der antwortete mit seiner, wiederum ihm eigenen Zurückhaltung. Dass die Anlage aber den „schönsten Spielplatzblick“ in der Stadt habe, das stellte auch er fest. In der Tat: Sei es von der Ruheliege oder von den Sitzbänken, sei es von den Kletterstangen oder der großen Holzmühle aus – man hat immer die Idylle des Wiwaweihers vor Augen.

Bürgermeister German Hacker und Albert Geinzer testen Bücherschrank und Seniorensitzbank.
Bürgermeister German Hacker und Albert Geinzer testen Bücherschrank und Seniorensitzbank.
Foto: Bernhard Panzer

Es ist aber mehr als nur ein Spielplatz, was durch die Sanierung und Neugestaltung der Anlage entstanden ist. Herausgekommen ist ein Freizeitareal für alle Altersgruppen. So spricht das Angebot neben den kleinen Besuchern, die in einer großen Kletter- und Rutschmühle aus Holz ihr Highlight finden, auch die Jugend an. Denn Slackline und Mikado-Kletterstangen sind für die größeren Bewegungskünstler konzipiert worden, wie es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus heißt.

Während der Nachwuchs tobt, können sich die Erwachsenen entspannen. Auf der Grünfläche wurden Liegen aufgestellt, natürlich mit Blick auf den Weiher, aber auch auf die Kanadagänse, die sich dort in großen Familienverbünden breit gemacht haben, nicht gerade zur Freude der Stadt. Und auch ein Bücherschrank trägt zur Erholung bei. Bei der inoffiziellen Eröffnung der Anlage am Mittwoch testeten Bürgermeister Hacker und sein Mitarbeiter Geinzer schon mal die für Senioren entwickelte Sitzbank am Schrank. „Die sieht aus wie eine normale Bank“, sagte Geinzer. Aber sie ist wesentlich bequemer, man kann leichter aufstehen.

Pädagogische Aspekte

240 000 Euro hat sich die Stadt die Neugestaltung der Anlage auf 800 Quadratmetern Fläche kosten lassen. Über die Wintermonate ist ein Wohlfühlareal für Kinder, Jugendliche und Erwachsene entstanden, berichtet die Stadt. Bei der Ausgestaltung zusammen mit der Planungsfirma Kounovsky aus Nürnberg wurde auf besondere Aspekte Wert gelegt. Denn „Spielplätze, die Kindern eigenen Handlungsraum zugestehen, Kreativität und Eigeninitiative ermöglichen und sie animieren, mit anderen zusammen zu spielen, machen nicht nur Spaß, sondern fördern auch die kindliche Entwicklung“, heißt es in der Pressemitteilung.

Idylle pur am Wiwaweiher
Idylle pur am Wiwaweiher
Foto: Bernhard Panzer

Als Schattenspender wurden mehrere Bäume neu gepflanzt, alte sind erhalten worden. Im Rahmen des 1000-Bäume-Programms der Stadt wurden eine Ulme und ein Rot-Ahorn gespendet. Die Wege wurden so konzipiert und angelegt, dass der Bereich zum Entdecken anregt und Neugierde zum Spielen weckt. Entstanden ist ein Rundkurs mit Kletter- und Balanciermöglichkeiten, wird berichtet.

Das zentrale Spielgerät, der Kletterturm aus Holz in Form einer Mühle mit Rutsche, wurde vom Spielgeräte-Hersteller Naturholz Kästner aus Colditz geliefert. Man habe versucht, möglichst viel aus Holz oder Metall zu bestellen, um Plastik zu vermeiden, sagte Geinzer. Doch nicht überall ist das möglich, manchmal braucht es Kunststoff.

Die Stadt wirbt noch mit viel mehr. Auf dem Spielplatz können sich die Kleinsten zusätzlich noch an einer Doppelschaukel, einem Sitzkarussell, einer Minivogelnestschaukel, einer Hüpf- und Balanciermöglichkeit, einer Federwippe und einem Sandkasten mit Sandbaustelle erfreuen. Außerhalb des umzäunten Bereichs finden die Größeren Spaß an einer Slackline, einem Dreifach-Reck sowie so genannten Mikado-Kletterstangen.

Die Mikado-Kletterstangen
Die Mikado-Kletterstangen
Foto: Bernhard Panzer

Um die Infrastruktur zu vervollständigen, steht neben dem Bücherschrank ein öffentliches WC und auch Wlan ist auf der gesamten Anlage vorhanden, das allerdings gibt’s schon länger. Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Eisstand, sinnierte Bürgermeister Hacker. Insgesamt gibt es auf Stadtgebiet über 40 Spiel- und Bolzplätze, inklusive Skateanlage, Parcours, Dirtbahn und Trimm-dich-Pfad.

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