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Am Leben teilhaben
Was ist der Behindertenfahrdienst und wer hat Anspruch darauf? Fragen wie diese werden in der neuen Beratungsstelle in Weisendorf beantwortet.
Was ist der Behindertenfahrdienst und wer hat Anspruch darauf? Fragen wie diese werden in der neuen Beratungsstelle in Weisendorf beantwortet.
Foto: Renninger (Archiv)
Weisendorf – In Weisendorf gibt es ein neues Beratungsangebot für Menschen mit Behinderung oder drohender Behinderung sowie deren Angehörige und Vertraute.

Menschen mit Behinderung haben oft Schwierigkeiten, einbezogen zu werden. Und das bei Dingen, die Nichtbehinderten ganz selbstverständlich vorkommen, wie beispielsweise die Teilhabe an kulturellen Angeboten oder an der Erwerbstätigkeit. Um diesen Menschen zu helfen, wurde durch den Bund das Angebot der „Ergänzenden Teilhabeberatung“ (EUTB) geschaffen.

Ab sofort steht dieses Angebot auch in Weisendorf allen Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen offen, unabhängig von der Art ihrer Beeinträchtigung — auch dann, wenn eine Behinderung zu erwarten, aber noch nicht eingetreten ist. Die Beratung ist kostenlos und findet in barrierefreien Räumen im Rathaus statt.

„Dieses Projekt soll helfen, dass sich Betroffene im Bürokratie-Dschungel zurechtfinden, und Ziel ist es, dass die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen gestärkt wird. Ratsuchende erhalten Informationen, bestmögliche Hilfen und Teilhabeleistungen sowie Unterstützung bei der Antragstellung, und die Themen der Beratung bestimmen die Ratsuchenden“, erklärte der Geschäftsführer und Vorstand vom Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Behinderter (ZSL), Jürgen Ganzmann, beim Startschuss für das Angebot in Weisendorf.

Beratung auch für das Umland

EUTB-Beraterin Anette Reiter von der Teilhabeberatung Mittelfranken Nordost aus Fürth zählte eine ganze Reihe von möglichen Fragen auf. Zum Beispiel: Wie kann ich mit meiner Behinderung eigenständig leben? Welche Hilfen (z. B. Pflege oder andere Hilfen im Alltag) brauche ich dazu? Wo muss ich diese beantragen? Wie beantrage ich einen Schwerbehindertenausweis? Was ist der Behindertenfahrdienst und wer hat Anspruch darauf? Wie finde ich die passende Schule oder eine Ausbildung? Welche Hilfen gibt es am Arbeitsplatz? Wo finde ich geeignete Freizeitmöglichkeiten oder Urlaubsangebote? Welche Hilfen gibt es für Familien oder Eltern mit Behinderungen?

Mit dem neuen barrierefreien Standort in Weisendorf können Ratsuchende auch aus den umliegenden Kommunen wie den Seebachgrundgemeinden Großenseebach, Heßdorf oder aus Herzogenaurach die Beratung wohnortnah wahrnehmen. Über dieses zusätzliche Beratungsangebot freuen sich neben Bürgermeister Karl-Heinz-Hertlein (CSU) insbesondere Projektleiter Axel Wisgalla, der Weisendorfer Behindertenbeauftragte Gerhart Freunscht und der Seniorenbeauftragte Dieter Goebel. So habe Bürgermeister Hertlein sofort die Möglichkeit genutzt und die barrierefreien Räume im Rathaus zur Verfügung gestellt.

Telefonische Terminvereinbarung notwendig

Jürgen Ganzmann, Geschäftsführer des ZSL und auch ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter des Landkreises, sieht hier eine weitere Lücke geschlossen, da die Bürokratie, die Gesetzestexte und die Angebotsvielfalt viele Menschen überfordern würden und bezüglich des Bedarfs im Hinblick auf die demografische Entwicklung noch große Herausforderungen zu bewältigen seien. Wie Anette Reiter und Jürgen Ganzmann erläuterten, steht das Angebot allen Menschen mit Behinderung offen, aber auch deren Angehörigen oder Menschen aus dem sozialen Umfeld. Das Projekt Teilhabeberatung Mittelfranken Nordost unter der Trägerschaft des ZSL bietet die Beratung künftig jeden Donnerstag von 9 bis 12 Uhr im Rathaus, Zimmer 202, an. Eine telefonische Terminvereinbarung ist vorab unter 0911/18073680 erforderlich. Im Landkreis Erlangen-Höchstadt finden neben Weisendorf regelmäßig Beratungen in Eckental, Höchstadt und Gremsdorf statt. Darüber hinaus werden Telefon- oder Videoberatungen, sowie bei Bedarf Hausbesuche angeboten.