Im Impfzentrum
Astrazeneca-Impfung für alle Altersgruppen
Mit dem Impfstoff Astrazeneca wird am Sonntag, 4. Juli,  in Erlangen geimpft.
Mit dem Impfstoff Astrazeneca wird am Sonntag, 4. Juli, in Erlangen geimpft.
Foto: Robert Michael/dpa
Erlangen – Um Gefahren durch die Delta-Variante gering zu halten, bietet das Impfzentrum am 4. Juli für Erlangen und Erlangen-Höchstadt einen Sondertermin an.

Am Sonntagnachmittag, 4. Juli, planen die Verantwortlichen des Erlanger Impfzentrums eine Sonderaktion mit dem Impfstoff von Astrazeneca für alle Altersgruppen. Ab sofort werden dafür Termine durch das Telefonteam des Impfzentrums unter der Rufnummer 09131/86-6500 vergeben. Um möglichst schnell zum vollständigen Impfschutz zu kommen, verkürzt das Impfzentrum zudem den Abstand bei Astrazeneca, wie von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassen, von zwölf auf sechs Wochen. Bürgerinnen und Bürger, die an einer Impfung mit Astrazeneca interessiert sind, werden gebeten, sich vor ihrem Anruf im bayerischen Impfportal (www.impfzentren.bayern) zu registrieren.

„Wir beobachten mit großer Sorge die Entwicklungen in England und Portugal und die Ausbreitung der Delta-Variante des Corona-Virus auch bei uns“, so der ärztliche Leiter des Impfzentrums der Stadt Erlangen und des Landkreises Erlangen Höchstadt, Hans-Joachim Drossel, vor dem Hintergrund weiterer Lockerungen und größerer Reiseaktivitäten in Europa. „Nur eine möglichst schnelle Immunisierung weiter Teile der Bevölkerung wird uns vor erneuten Lockdowns im Herbst schützen können.“ Zudem bestehe nach wie vor eine erfreulich hohe Nachfrage nach Terminen im Impfzentrum. „Die Bürgerinnen und Bürger wissen, dass nur eine Impfung auf Dauer die wiedergewonnenen Freiheiten sichern und vor schweren Verläufen schützen kann“, so Drossel weiter. Angesichts dieser hohen Impfbereitschaft gelte es, möglichst viele Angebote zu schaffen.

Die Verantwortlichen des Erlanger Impfzentrums begrüßen es deshalb sehr, dass Bayern seine Strategie ändert und den Impfzentren wieder Astrazeneca für Erstimpfungen anbietet. „Der Impfstoff von Astrazeneca weist eine ausgezeichnete Wirksamkeit und eine sehr gute Verträglichkeit auf“, so Drossel. Leider habe der Impfstoff, nachdem in sehr seltenen Fällen eine lebensbedrohliche Hirnvenenthrombose beobachtet wurde, einen schlechten Ruf. Seit dem 12. April konnten im Erlanger Impfzentrum wegen der gesamtbayerischen Vorgaben keine Erstimpfungen mit Astrazeneca mehr durchgeführt werden. Für Zweitimpfungen wurde Bürgerinnen und Bürgern unter 60 Jahren zuletzt standardmäßig ein mRNA-Impfstoff von Moderna oder Biontech/Pfizer angeboten. „Die Delta-Variante verändert unserer Auffassung nach die Prioritäten. Wir müssen alles daransetzen, alle impfbereiten Menschen bis Ende September mit einem vollständigen Schutz zu versehen. Die sehr geringen Risiken einer Nebenwirkung treten gegenüber dem Risiko zurück, das von der sehr viel ansteckenderen Delta-Variante ausgeht. Denn die Delta-Variante kann auch bei jüngeren Menschen schwere Verläufe auslösen. Außerdem wissen wir heute auch, wie man eine Hirnvenenthrombose bei ersten Anzeichen wirksam therapieren kann“, betont Drossel.

„Für uns in der Koordinierungsgruppe Corona war es keine Frage, ob wir diese Chance nutzen wollen und für das Impfzentrum von Stadt und Landkreis auch wieder Astrazeneca bestellen“, so Oberbürgermeister Florian Janik. „Wir werden nichts unversucht lassen, die Pandemie in den Sommermonaten so weit zurückzudrängen, dass wir im Herbst ohne Schließungen auskommen“.

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