Uniklinik
„Booster-Mundspray“ für besseren Schutz
Der virale Vektor-Impfstoff wird bei dem Forschungsprojekt direkt auf die Schleimhäute gesprüht –  zusätzlich zur Covid-Impfung in den Muskel mit dem mRNA-Impfstoff.
Der virale Vektor-Impfstoff wird bei dem Forschungsprojekt direkt auf die Schleimhäute gesprüht – zusätzlich zur Covid-Impfung in den Muskel mit dem mRNA-Impfstoff.
Foto: Fotolia
Erlangen – Forscher der Uni Erlangen erproben die Kombination von Impfstoffen.

Wissenschaftsminister Bernd Sibler besuchte vergangene Woche das Universitätsklinikum der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. In Kurzvorträgen informierten laut einer Pressemitteilung die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über Neuigkeiten aus der Coronaforschung.

Wie gut ist der Schutz?

Prof. Dr. Klaus Überla, Direktor des Virologischen Instituts des Uni-Klinikums Erlangen, Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko) und Inhaber des Lehrstuhls für Klinische und Molekulare Virologie an der FAU, blickte in seinem Vortrag bereits in die Zukunft: „Wir nehmen derzeit an, dass der Schutz vor einer Coronainfektion und -übertragung bei der neuen Virusvariante Omikron nach einer Impfung deutlich schlechter ist als bei Delta. Dies stellt aber den Schutz der Impfung vor schweren Covid-19-Verläufen nicht infrage“, erklärte der Virologe.

Auch über eine Art „Booster-Mundspray“ gegen Covid-19 referierte Prof. Überla. Er stellte Ergebnisse aus dem bayerischen For-Covid-Programm und eine geplante Folgestudie zum Transmissionsschutz durch Sprühimmunisierung vor. Hintergrund zu seinen Überlegungen: Impfungen haben einen doppelten Nutzen. Sie schützen die geimpfte Person vor einer schweren Erkrankung; andererseits können Impfungen aber auch eine Infektion verhindern und so die Virusübertragung in der Bevölkerung reduzieren. „Für diesen Effekt ist es wichtig, das Virus möglichst an der Eintrittsstelle in den Körper abzufangen. Dazu bedarf es beim Coronavirus einer Immunantwort direkt in der Schleimhaut der Atemwege“, erklärte Prof. Überla. „Wir konnten nun zeigen, dass dieser Schutz in der Schleimhaut der Atemwege am besten durch eine Kombination von Impfungen zu erreichen ist. Der mRNA-Impfstoff wird zunächst in den Muskel injiziert, der zweite - ein viraler Vektorimpfstoff - wird dann später direkt auf die Schleimhaut gegeben. Diesen Ansatz wollen wir nun möglichst rasch in einer ersten klinischen Studie überprüfen.“

Heilversuche gegen Long-Covid

Dr. Bettina Hohberger von der Augenklinik des Uni-Klinikums Erlangen und vom Lehrstuhl für Augenheilkunde der FAU, stellte die Ergebnisse der bisher vier erfolgreichen Heilversuche gegen Long-Covid mit dem Medikament BC 007 dar. Sie informierte außerdem über den Stand der geplanten klinischen Phase-2a-Studie „reCOVer“, die 2022 starten soll und die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,2 Millionen Euro gefördert wird.

FAU-Präsident Prof. Joachim Hornegger hat im Rahmen seiner Gesprächsreihe „Corona-Talks“ mit Expertinnen und Experten der FAU und des Uni-Klinikums Erlangen über die Auswirkungen der Pandemie auf unsere Gesellschaft gesprochen. Die kurzen Talks finden sich auf Youtube: https://www.youtube.com/playlist?list=PLgLLPe5VGhcI4Ci_-VvMVLK9E0RoSnmnI. red