Forschung holt Preis
Erlangen: Durchbruch im Kampf gegen die Glatze
Rund 70 Prozent aller Männer leiden an hormonell bedingtem Haarausfall.
Rund 70 Prozent aller Männer leiden an hormonell bedingtem Haarausfall.
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Erlangen – Ein Projekt der Universität gewinnt eine Förderung für die Entwicklung eines neuen Wirkstoffs gegen hormonell bedingten Haarausfall.

Viele Menschen leiden unter hormonell bedingtem Haarausfall. Doch viele der auf dem Markt erhältlichen Mittel sind wirkungslos. Hoffnung gibt ein an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) neu entwickelter Wirkstoff. Für ihr Projekt erhielten die FAU-Forscherinnen und Forscher der Abteilung für Immunmodulation und der Hautklinik des Universitätsklinikums Erlangen nun den m4 Award, wie die Uni mitteilt.

Der Preis wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gemeinsam mit BioM, der Netzwerkorganisation der Biotechnologiebranche in Bayern, im Rahmen des Gründer-Events BioEntrepreneurship Summit 2021 an die Gewinner des Vorgründungs-Wettbewerbs verliehen. Die Förderung in Höhe von 500.000 Euro soll Mallia-Biotech in den nächsten zwei Jahren bei seiner Ausgründung unterstützen.

Unter hormonell bedingtem Haarausfall leiden weltweit etwa 70 Prozent aller Männer und 40 Prozent aller Frauen. Doch für die Behandlung stehen derzeit nur zwei Wirkstoffe zur Verfügung, deren Effizienz auch wissenschaftlich nachgewiesen wurde. Ihr großer Nachteil: Wird die Therapie unterbrochen, geht auch der Erfolg verloren. Alexander Steinkasserer und Dmytro Royzman, Leiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Immunmodulatorischen Abteilung des Uni-Klinikums Erlangen, haben gemeinsam mit Carola Berking, Lehrstuhl für Haut- und Geschlechtskrankheiten und Direktorin der Hautklinik, einen neuen Wirkstoff für die lokale Behandlung des hormonell bedingten Haarausfalls entwickelt. Dieser basiert auf einer löslichen Form des CD83-Moleküls und zeigte in vorklinischen Studien bisher keine Nebenwirkungen.

Neue Haare können wachsen

Anders als bisherige Substanzen induziert dieses Molekül die Bildung neuer Haarfollikel, aus denen neue Haare wachsen können. Mit dieser neuen Wirkungsweise und der Förderung hat Mallia-Biotech die Möglichkeit, eine Ausgründung weiter voranzutreiben und neue Standards bei der Behandlung von hormonell bedingten Haarausfall zu setzen, heißt es in der Pressemitteilung.

Insgesamt fließen damit 2,5 Millionen Euro in die fünf ausgezeichneten Forschungsvorhaben zur Entwicklung neuer pharmazeutischer Wirkstoffe. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Weitere Informationen gibt es unter www.m4-award.org/.

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