Aktuelle Lage
Partnerregion in Peru: 70 Prozent sind geimpft
Der Operationssaal in Bambamarca
Der Operationssaal in Bambamarca
Foto: Archiv
Herzogenaurach – Hans Meister informiert über Projekte, die mit Spenden aus Herzogenaurach in der Partnerregion durchgeführt werden.

Die Finanzierung des Gesundheitszentrums, die Entwicklung der Corona-Pandemie und der Stand an der Technikerschule – das sind alles Projekte, die in der Partnergemeinde Tembladera und der Region Bambamarca in Peru durch Mitwirkung aus Herzogenaurach realisiert werden. Hans Meister hat nun die Perugruppen in der Stadt aktuelle Infos zusammengefasst.

2021 stand durch die Corona-Epidemie das Gesundheitszentrum im Mittelpunkt. Am 14. Mai konnten 20 000 Euro zur Anschaffung eines Druckers für das Röntgengerät und für Sauerstoffproduktionsgeräte überwiesen werden. Letztere seien bitter nötig, weil eine Zehn-Liter-Flasche medizinischen Sauerstoffs 800 bis 1000 US-Dollar kostete. In Deutschland liegt der Preis bei rund 300 Euro für 50 Liter).

Da der Staat die Gehälter für Ärzte von 4500 auf 8500 Soles (etwa 1000 Euro) erhöhte, kam das Gesundheitszentrum mit seinen vier Ärzten natürlich an die Grenzen, wie Meister weiter schreibt. Das staatliche Krankenhaus in Bambamarca behandelte mehrere Monate ausschließlich Covid-Patienten, wodurch das Zentrum der Partner mehr sonstige Erkrankungen behandelte. Sollte 2022 die Pandemie zurückgehen, will der Staat die Arztgehälter auf ca. 5000 Soles zurücksetzen.

Inzwischen sind etwa 70 Prozent der Bevölkerung geimpft. Die Gegnerschaft ist laut Bericht groß: Menschen aus den in Peru weit verbreiteten Sekten lehnen die Impfungen ab, wie Hans Meister informiert, da sie abstruse Verdächtigungen damit verbinden (Stichwort: Einimpfen von Chips). Der Staat will demnächst eine „Impfpflicht“ dadurch erreichen, dass nur Geimpfte öffentliche Büros oder Banken betreten dürfen.

Im Operationssaal des Gesundheitszentrums werden neben komplizierten Geburten auch andere OPs durchgeführt (Leistenbrüche, Blinddarm, Gallensteine … ). Das Gesundheitsministerium beanstandete, wie weiter berichtet wird, einen Aufzug, da das Labor und das Röntgengerät im ersten Stock liegen. Außerdem stehen Verbesserungen der Elektro- und Wasserleitungen an. Eine erfreuliche Nachricht hat Meister aus der Nachbarschaft: Im Dorf El Tambo wurde vor einem Monat von „unserem“ Zentrum eine kleine Apotheke eingerichtet, die sich vermutlich selbst tragen wird.

In der Technikerschule studieren 23 Schüler als Elektroniker. Ihre Praktika machen sie bei einem großen Unternehmen, das rund um Bambamarca für die Installation der Elektrizität sorgt. Wenn alles gut läuft, werden sie im August 2022 ihre staatlich anerkannten Prüfungen ablegen, so Hans Meister abschließend.