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Bürger sollen gemeinsam ran
Seit 2013 ist Herzogenaurach Fair-Trade-Stadt. Die Aktiven werben regelmäßig für faire Aktionen.
Seit 2013 ist Herzogenaurach Fair-Trade-Stadt. Die Aktiven werben regelmäßig für faire Aktionen.
Foto: Bernhard Panzer (Archiv)
Herzogenaurach – Herzogenaurach ruft Bürgerinnen und Bürger auf, sich für die Zukunft ihrer Stadt zu engagieren. Hauptthemen: Soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.

Klimawandel, Armut und Hunger, menschenwürdige Arbeit, Frieden und Gerechtigkeit – all das sind Themen, „die uns alle angehen“. Das stellt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung fest. Darin werden die Bürger aufgerufen, sich für die Nachhaltigkeitsziele einzusetzen. Denn: „Jede und jeder kann dazu beitragen, dass alle Menschen die gleichen Chancen auf ein gesundes Leben in Freiheit und Sicherheit haben.“

17 Ziele für die Nachhaltigkeit

Der Wegweiser in diese Zukunft sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die im September 2015 von 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen in New York verabschiedet wurden. Jetzt, Anfang Dezember, erhalten alle Herzogenauracher Haushalte das Faltblatt „Herzo gemeinsam bewegen – engagier Dich für die Zukunft unserer Stadt!“. Bürgermeister German Hacker ruft darin alle interessierten Bürgerinnen und Bürger auf, sich im Sinne der 17 Nachhaltigkeitsziele zu engagieren: „Machen Sie mit! Für unsere Kinder und Enkel, für eine gute Zukunft in Herzogenaurach.“

Was diese 17 Ziele beinhalten und wie man aktiv werden kann, zeigt das neu herausgegebene Faltblatt in vielen Projektbeispielen. Da geht es um Lebensmittelretten, Food Sharing, Tauschbörsen, Upcycling, Leben ohne Plastik, Beratung für Energieeinsparung, Fahrradreparaturwerkstatt, Bildungspatenschaften für Migranten, Schulgartenpatenschaften und vieles mehr. Wer Ideen hat oder Mitstreiter und Mitstreiterinnen für seine Projektidee sucht, meldet sich bei der Agendabeauftragten der Stadt Herzogenaurach, Monika Preinl. Finden sich mindestens drei Gleichgesinnte, wird die Idee zum Projekt.

Breites Netzwerk als Ziel

Ziel ist es, ein breites Nachhaltigkeitsnetzwerk Herzogenaurach mit möglichst vielen Akteuren aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung aufzubauen, um gemeinsam Herzogenaurach zukunftsfähig weiter zu entwickeln. Herzstück des Netzwerkes ist der Nachhaltigkeitsbeirat. Hier werden Ideen und Projekte diskutiert und können Anträge an die Stadtverwaltung, den Stadtrat und dessen Fachausschüsse gestellt werden. Im Beirat sind die Sprecher der Projektgruppen vertreten, die Stadtratsfraktionen, der Erste Bürgermeister und die Stadtverwaltung, bei Bedarf auch weitere gesellschaftliche Gruppen.

Jeder kann mitmachen

Nachhaltigkeit beginnt in den Kommunen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Stadt Herzogenaurach hat sich schon seit vielen Jahren auf den Weg gemacht und indirekt diese 17 Ziele mit Leben gefüllt: Herzogenaurach ist seit 2013 Fairtrade-Stadt und setzt sich für die Bekämpfung von Armut (Ziel 1) und Hunger (Ziel 2) und für menschenwürdige Arbeit (Ziel 3) ein. Als Europäische Klimaschutzkommune, ausgezeichnet mit dem European Energy Award in Gold, punktet Herzogenaurach mit einer Vielzahl an Maßnahmen zum Klimaschutz (Ziel 13) und für bezahlbare und saubere Energie (Ziel 7). Für eine widerstandsfähige und nachhaltige Stadt (Ziel 11) leisten die Grünflächen mit ihrem Baumbestand einen wertvollen Beitrag.

Auch in der Zivilgesellschaft „wird bewundernswert viel im Sinne der Agenda 2030 geleistet“, lobt Hacker. Für sozial schwächere Menschen (Ziel 1) engagieren sich beispielsweise die Kirchen, die Kleiderkammer, das Sozialkaufhaus, der Seniorenbeirat oder die Tafel. Sportvereine, karitative Vereine und Selbsthilfegruppen stehen für Ziel 3 (Gesundheit und Wohlergehen). Genannt sind hier nur einzelne Beispiele.

Neuer rechtlicher Rahmen

Seit 1998 gibt es in Herzogenaurach einen aktiven Agenda 21-Prozess mit mehreren Arbeitskreisen, die sich mit den Themen Energie, Stadtentwicklung, Soziales und Kommunikation, Fairer Konsum und Eine Welt, Mobilität und Natur auseinandergesetzt und Projekte entwickelt haben. Dieser Agenda 21-Prozess soll nun gemäß Beschluss des Stadtrates vom 30. September in eine Agenda 2030 Herzogenaurach transformiert werden.

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