Forschung
Bouldern gegen die Depression
Depressive Menschen können durch Bouldern Erleichterung erfahren. Nun soll eine weitere Studie folgen.
Depressive Menschen können durch Bouldern Erleichterung erfahren. Nun soll eine weitere Studie folgen.
Foto: yns-plt_unsplash
Erlangen – Dass das Klettern ohne Seil sich positiv bei Depressionen auswirkt, ist bekannt. Nun schließt sich eine weitere Studie an.

Unter dem Motto „Gemeinsam und aktiv für mehr Lebensfreude“ wies das Team der Studie „Klettern und Stimmung“ der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen die Wirksamkeit einer Boulderpsychotherapie bei depressiven Patientinnen und Patienten in ambulanter Behandlung nach. Ab Mai 2022 startet nun die Folgestudie.

Interessierte sind zu einer der drei unverbindlichen Informationsveranstaltungen entweder online (Zugangslink über unten stehende Website) oder vor Ort in den Hörsälen Medizin, Ulmenweg 18 in Erlangen, jeweils um 16.30 Uhr eingeladen: Dienstag, 29. März (voraussichtlich vor Ort), Donnerstag, 31. März (online), oder Dienstag, 5. April (voraussichtlich vor Ort). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bouldern ist das Klettern ohne Seil in Absprunghöhe. Bei Depressionen kann das Bouldern als Therapie mit unterschiedlichen Zielen eingesetzt werden: Es kann Menschen zum einen spielerisch dabei helfen, positive Erfahrungen zu sammeln; zum anderen lernt die Patientin bzw. der Patient, durch die sportliche Betätigung Grenzen wahrzunehmen, anzuerkennen, aber auch über sich selbst hinauszuwachsen und eigene Erfolge wertzuschätzen.

Neben der Boulderpsychotherapie liegt der Fokus der neuen Studie auch auf der Arbeit mit Mentalen Modellen. Dabei handelt es sich um universelle Regeln, die im privaten und im beruflichen Leben angewendet werden, um relevante Informationen herauszufiltern und die Informationsflut auf ein verarbeitbares Maß zu reduzieren.

So läuft die Studie „Neue Wege aus der Depression“ ab: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zufällig einem der drei folgenden Angebote zugeteilt:

Boulderpsychotherapie: Die Boulderpsychotherapie findet einmal wöchentlich nachmittags für jeweils zwei Stunden in der neuen Boulderhalle „Steinbock“ in Erlangen statt. Die Gruppe mit rund zehn Teilnehmenden wird von zwei Klettertherapeutinnen bzw. -therapeuten geleitet.

Therapie mit Mentalen Modellen: Die Therapie mit Mentalen Modellen findet einmal wöchentlich nachmittags für jeweils zwei Stunden in den Räumen der Psychiatrie des Uni-Klinikums Erlangen, Schwabachanlage 6, in Erlangen statt. Die Gruppe mit rund zehn Teilnehmenden wird von zwei Therapeutinnen bzw. Therapeuten geleitet.

Kontrollgruppe: Teilnehmende der Kontrollgruppe erhalten kein zusätzliches studienspezifisches Angebot, sie nehmen also an keiner der Gruppentherapien teil. Versorgungsangebote, die üblicherweise zur Verfügung stehen, können weiterhin in Anspruch genommen werden.

Die Gruppentherapien des ersten Durchgangs starten am Dienstag, 10. Mai, und finden immer dienstags von 16.30 bis 18.30 Uhr statt. Weitere Durchgänge sind geplant. Die Therapien dauern insgesamt etwa zehn Wochen.

Ausführliche Informationen über die Studie "Neue Wege aus der Depression" finden sich auf der Website der Psychiatrie des Uni-Klinikums Erlangen: www.depression-neuewege.dehttp://www.depression-neuewege.de