Naturschutz
Hier wohnen Fledermäuse
Blick in eine Wasserfledermaus-Wochenstube in einem Nistkasten. Diese Art kommt auch in der Grethelmark vor.
Blick in eine Wasserfledermaus-Wochenstube in einem Nistkasten. Diese Art kommt auch in der Grethelmark vor.
Foto: Kathrin Weber
Zentbechhofen – Im Waldgebiet nordöstlich von Höchstadt wurden jetzt spezielle Fledermauskästen installiert, um den nachtaktiven Tieren Unterschlupf zu bieten.

Sie sind da! Auch wenn die wenigsten Besucher der „Grethelmark“ die nachtaktiven Tiere je zu Gesicht bekommen. Mit der Dämmerung beginne im Wald bei Bösenbechhofen an warmen Sommerabenden ein emsiger Flugverkehr, sagt Stephan Keilholz, Leiter des Forstbetriebs Forchheim der Bayerischen Staatsforsten, in seiner Pressemitteilung. „Dann ziehen hungrige Fledermäuse ihre verwinkelten Bahnen auf der Suche nach Insekten.“

Um mehr über die diese Waldbewohner zu erfahren und ihnen Unterschlupf zu gewähren, wurden vor kurzem in dem Waldgebiet nordöstlich von Höchstadt spezielle Fledermauskästen installiert. Zusätzlich zu den vorhandenen Vogelnistkästen, mit denen die Fledermäuse nach Meinung der Forstleute bereits bestens vertraut waren. Die nachtaktiven Säugetiere würden das reichhaltige Nahrungsangebot im Staatswald und an den Weihern ebenso schätzen wie die vielfältigen „Übertagungsquartiere“ in Höhlen oder unter Rindenschuppen.

Untersuchungen

Kathrin Weber, Biodiversitätsberaterin des Landkreises, hat Wolfgang Göbel, den zuständigen Revierförster, bei der Suche nach geeigneten Standorten unterstützt. Beide hoffen, mit den Kästen den Fledermausbestand weiter unterstützen, aber fortan auch untersuchen zu können.

Mit von der Partie waren die Forstreferendare Vinzenz Held und Christian Winter.

Viele Arten vorgefunden

Kathrin Weber beschäftigt sich seit langem mit Fledermäusen und hat bereits an einem bundesweiten Projekt zum Schutz der Mopsfledermaus gearbeitet. Seit einem Jahr beim Landkreis Erlangen-Höchstadt tätig, kann sie hier ihre Erfahrungen einbringen.

„Ich habe mich durch die Grethelmark geschlichen“, sagt sie. Dabei habe sie Nachweise von Wasser-, Fransen-, Mops- oder Zwergfledermäusen gefunden, was vor allem mit Hilfe eines „Batcorders“, eines automatischen Aufnahmegeräts, möglich ist. Damit werden die akustischen Signale der vorbeifliegenden Tiere aufgezeichnet.

Jetzt gehen sie ins Winterquartier

„Die Fledermausrufe sind so hoch, dass wir Menschen sie nicht hören können“, erklärt Weber. Zur weiteren Kontrolle habe sich jedoch ein Blick in die Kästen bewährt. In einem Kasten könne man das Vorkommen und die Arten viel besser bestimmen, sind sich die Forstleute einig. „Fledermäuse haben ein sehr starkes räumliches Vorstellungsvermögen. Sie kennen ihr Waldgebiet wie ihre Westentasche“, sagt Kathrin Weber. Im Herbst würden die Fledermäuse ihr Winterquartier aufsuchen, wo sie bis zu sechs Monate schliefen.

Für die Fledermausarten im Wald seien vor allem die Nahrungsgrundlage und die Quartiere ausschlaggebend. Je nach Art würden sie Höhlen – zum Beispiel vom Specht – oder Baumspalten als Sommerquartier bevorzugen.

Bemühungen um Lebensraum

Wolfgang Göbel tut alles, um den geschützten Tieren in seinem Revier Lebensraum zu geben: „Wir versuchen Alt- und Totholz liegen und alte, hohle Bäume stehen zu lassen.“ In dieser Naturschutzmaßnahme sieht der Förster „eine Ergänzung unserer Bewirtschaftungsweise“. Die Zusammenarbeit zwischen den Staatsforsten, von denen auch die finanziellen Mittel kamen, dem Landratsamt und dem Naturschutz klappe hervorragend, erklärt Göbel.