Denkmalschutz
Altes „Austragshaus“ gerettet
Das prämierte Austragshaus in Hesselberg
Das prämierte Austragshaus in Hesselberg
Foto: Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken
Hesselberg – Der Bezirk Mittelfranken hat ein rundum saniertes Gebäude in Hesselberg prämiert. Es ist ein bemerkenswertes Objekt.

Dieser Tage fand der erste Teil der Prämierungsveranstaltung für das Jahr 2021 im Fränkischen Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim statt. Ausgezeichnet wurden 18 Objekte aus den Landkreisen Ansbach, Neustadt a.d.Aisch/Bad Windsheim, Roth und Weißenburg-Gunzenhausen. Weitere 17 Denkmäler werden am Freitag, 27. Mai, um 14 Uhr ebenfalls im Fränkischen Freilandmuseum ausgezeichnet. Sie befinden sich in den Städten Erlangen, Fürth, Nürnberg und Schwabach sowie in den Landkreisen Erlangen-Höchstadt und Nürnberger Land, wie der Bezirk Mittelfranken mitteilte.

Aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts

In Hesselberg wurde das Austragshaus von Brigitte Graf-Nekola prämiert. Es steht in der Neuhauser Straße. Zu dem landwirtschaftlichen Anwesen gehört neben Scheune, Bauernhaus und Stall ein kleines Austragshaus. Das eingeschossige Kleinhaus liegt am Rand der Hofstelle und entstand vermutlich im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts.

Trotz seiner dem Haupthaus untergeordneten Bedeutung ist der verputzte Satteldachbau mit Schmuckelementen aus Sandstein gegliedert. Besonders akzentuiert wird die giebelständige Straßenfassade des aus massiven Quadersteinen gemauerten Hofhäusleins mit Eckpilastern und Ornamentfries. Auch wenn das Austraghaus klein ist, weist doch seine Ausgestaltung darauf hin, dass hier dem Altbauer ein würdiges Altenteil zugewiesen worden war.

Seit den 1970er Jahren war das Austraghaus unbewohnt und dämmerte seinem langsam fortschreitenden Verfall entgegen. Schließlich war das Häuschen nahezu ruinös.

Massive Eingriffe

Das undichte Dach hatte das Holztrag- und das Mauerwerk erheblich geschädigt. Verschlimmert wurde das Ganze noch durch Hausschwamm.

Trotz dieser desolaten Situation wagte die Eigentümerin der Hofstelle eine Gesamtsanierung inklusive einer restauratorischen Untersuchung und genauen Befundung. Dabei stellte sich heraus, dass sich der bauzeitliche Grundriss und weitere Details unverändert erhalten hatten, da das Häuschen in der ganzen Zeit kaum modernisiert worden war.

Behutsame Anpassung

Die starken Schäden erforderten teils massive Eingriffe in die Substanz, aber es konnte einiges – wenn auch nicht alles – gerettet werden. Die Fassadensanierung erfolgte nach Befund, neue Fenster ersetzen die alten, die für eine Restaurierung zu kaputt gewesen waren. Da der frühere Platzbedarf nicht mehr den heutigen Wohnbedürfnissen genügt, wird das Kleinhaus rückwärtig durch einen Anbau ergänzt. Behutsam führte man die Anpassung an zeitgemäße Standards durch, die man unter anderem mit der Temperierung der Wand, ergänzt von Lehmputz und Schilfdämmung, erreichte. Hofseits sorgt anstelle des früheren Tores ein großes Fenster für Licht, außerdem korrespondiert eine neue Dachgaube mit dem in den 1990er Jahren vorbildlich renovierten Haupthaus der Hofstelle.

Mit diesen laut Bezirk „geschickten und absolut denkmalgerechten Eingriffen gelang die Rettung des zum Ensemble gehörenden Altenteils“.

 

Das Interesse am Schutz von Denkmälern nimmt zu, wie diese weiteren Berichte zeigen: