Jubiläum
Die Musikschule feiert Geburtstag
Die Jazzcombo bot mit der Sopranstimme von Christina Röckelein eine aparte Abwechslung.
Die Jazzcombo bot mit der Sopranstimme von Christina Röckelein eine aparte Abwechslung.
Foto: Gerhard Geuder
Höchstadt a. d. Aisch – Zum 50.ö Jubiläum brennen Lehrkräfte ein musikalisches Feuerwerk ab. Ein Musiker wurde aus Neufundland zugeschaltet.

Mit einer eindrucksvollen Festveranstaltung feierte die Musikschule Höchstadt sich selbst und ihr 50-jähriges Bestehen. Im voll besetzten Fortuna-Saal brannten ausschließlich Lehrkräfte der Ausbildungsstätte ein musikantisches Feuerwerk ab, das in seinem künstlerischen Anspruch wie in seinem Unterhaltungswert genau den Auftrag einer Musikschule spiegelte: Bereicherung des Lebens durch Instrumentalspiel und Singen, Musizierfreude genießen und auf andere übertragen.

50 Jahre Geschichte

In charmant-launiger Art führte Gerhard Geuder, der Leiter der Schule, sowohl durch das Programm als auch durch die 50 Jahre Geschichte: ihre zaghaften Anfänge mit Rektor Salomon und Hans A. Kaufmann, die zunehmende Erweiterung des Lehrerkollegiums mit unter anderem Altlandrat Eberhard Irlinger und Ute Constien als kommissarischer Leiterin.

Als der studierte Posaunist Geuder 1986 in die Höchstadter Musikszene „einflog“, war die Leitung der Musikschule mehr Überfall als Absicht für den neuen Dirigenten der Stadtkapelle. Das hat sich freilich dann schnell geändert, zumal drei Jahre später (1989) mit der Schulmusikerin und Flötistin Claudia Schulten-Kuth ein weiteres Energiebündel in das Kollegium eintrat und als Stellvertreterin die Entwicklung mit vorantrieb.

Acht Profiinstrumentalisten

Heute unterrichten acht Profiinstrumentalisten und eine Sängerin 250 Schülerinnen und Schüler. Das Angebot richtet sich auf alle Blechblasintrumente, auf die Holzblasintrumente Blockflöte, Querflöte, Klarinette, Saxofon. Das ganze Gitarrenspektrum (auch stilistisch von klassisch bis Pop) nimmt breiten Raum ein, daneben gewichtig das Klavier. Violine, Gesang und Früherziehung runden das Spektrum ab. Schlagzeug und Trommeln auf der Djembe finden großen Zulauf. Dies alles vollzieht sich sozusagen im „Himmel“ der Kulturfabrik, wo die Musikschule seit 2009 einen adäquaten eigenen Standort hat.

Unterschiedliche Kammerbesetzungen

Das eigentliche Fest an der Jubiläumsfeier jedoch war das Musikprogramm, das sich die Lehrer ausgedacht und eingeübt hatten. Jenseits aller Programm-Routine fanden sich unterschiedliche Kammerbesetzungen zusammen; selten gehörte, gleichwohl originelle und im besten Sinn unterhaltende Kompositionen kamen über den Bühnenrand. Beispielhaft gleich zu Beginn B. Hummels Sonatine für Posaune (G. Geuder) und Klavier oder „Sunstreams“ von Ian Clarke für Flöte (C. Schulten-Kuth) und Klavier.

Musik für zwei Klaviere

Sogar Musik für zwei Klaviere erklang in höchst originellem Klangkontrast: Steinway-Flügel und E-Piano wurden bedenkenlos zusammengespannt. Christoph Drescher ließ sich klavierbegleitet auf dem Saxofon mit einer Sonate von Ph. Woods hören, B. Heckel (Gitarre) mit C. Zwanziger (Schlagzeug) mit dem „Root Beer Rag“.

Veteran übernimmt Verantwortung

Für den Ensemblehöhepunkt „Jazz“ zeichnete Musikschulveteran R. Gußner Verantwortung: Selbst am Flügel agierend, sammelte er die Kollegenschar um sich und bot zusätzlich der sehr schönen Sopranstimme von Christina Röckelein eine aparte Abwechslung in ihrem Repertoire. Sonderlob verdiente der unermüdliche Klaviereinsatz von Jelena Roos: Pianistisch perfekt, verlässlich und hellhörig, aber unaufdringlich im Zusammenspiel, nahm sie all ihre schwierigen Begleitungen wahr.

Grußbotschaft aus Neufundland

Geuder versäumte es nicht, auf personale „Früchte“ seiner Schule hinzuweisen; nach 50 Jahren kommt da schon eine stattliche Namensliste ausübender Musiker zustande. Beispielhaft und rührend war die Grußbotschaft des inzwischen in Neufundland ansässigen Jazzpianisten Florian Höfner, der per Video der Festversammlung eine Improvisation sandte. Was nur noch fehlte, war die Laudatio von Bürgermeister Gerald Brehm. Sie zeigte Töne des Stolzes, auch des Dankes und die Zusage, das kulturelle Anliegen der Stadt mit besonderer Zuwendung im Auge zu behalten. Dazu gab’s Rotwein-Geschenkflaschen.  

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