Denkmal
Herzogenaurach: Ein Zuhause für Lohhofer Marter
Gleich auf reges Interesse stieß die enthüllte Infotafel an der Lohhofer Marter.
Gleich auf reges Interesse stieß die enthüllte Infotafel an der Lohhofer Marter.
Foto: Christian Hoyer
Herzogenaurach – In unmittelbarer Nähe der Lohhofkapelle wurde das barocke Flurdenkmal aufgestellt. Eine neu installierte Tafel informiert über Lohhof.

Eine kleine Feierstunde fand zur Neuaufstellung der Lohhofer Marter statt. Dabei wurde auch die neue Informationstafel „Lohhof“ der Stadt Herzogenaurach enthüllt.

Im Beisein geladener Gäste wurde in unmittelbarer Nähe der Lohhofkapelle die Neuaufstellung der Lohhofer Marter gewürdigt. Bürgermeister German Hacker enthüllte die Informationstafel.

Das barocke Flurdenkmal hat eine bewegte Geschichte aufzuweisen. Es bezieht an der Lohhofer Kapelle nun seinen fünften und hoffentlich dauerhaften Standort.

Etwa 300 Jahre alt

Der etwa 300 Jahre alte Bildstock stand ursprünglich weiter westlich, am Haundorfer Weg, der heutigen Straße Zum Flughafen. Schon in den 1930er Jahren fiel der Bildstock Vandalismus zum Opfer. Ein Herzogenauracher hielt für die frühen 1940er Jahre in seinem Notizbuch fest, dass die Martersäule „durch Nazi-Jungen vom Fliegerhorst“ umgestoßen worden sei.

Erhalten waren nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch Fragmente, die über die Jahre an verschiedenen Standorten aufgestellt waren und schließlich auf dem städtischen Bauhof eingelagert wurden.

Immer wieder machten sich Stimmen aus der Bürgerschaft für die Wiederaufstellung stark, nicht zuletzt die von Helmut Fischer vom Heimatverein, der auch die Wiederherstellung des Ensembles bei der Zweimarterlinde initiierte. Auf Anregung des Bürgermeisters German Hacker beschloss sodann der Ferienausschuss des Herzogenauracher Stadtrats in seiner Sitzung vom 30. April 2020 die Restaurierung der Lohhofer Marter und die Errichtung einer Informationstafel.

Die Lohhofer Marter hat ihren fünften Standort gefunden.
Die Lohhofer Marter hat ihren fünften Standort gefunden.
Foto: Christian Hoyer

Das Stadtarchiv wurde mit der Umsetzung beauftragt, das dabei auf die Mithilfe aus den Reihen der Bürgerschaft zählen durfte. Die Familie, in deren Besitz sich die Lohhofkapelle und das angrenzende Grundstück befinden, begrüßte von Anfang an das Vorhaben mit großem Wohlwollen und stellte für die Aufstellung den Grund neben der privaten Lohhofkapelle zur Verfügung.

Bildhauer André Jeschar

Mit dem Bildhauer André Jeschar wurde ein Meister seines Fachs mit der Ausführung beauftragt. Durch diesen versierten Fürther Steinrestaurator wurden die verbliebenen Marterteile nicht nur restauriert, sondern auch das fehlende Kopfteil ergänzt, das Jeschar nach modernen Entwürfen ausführte.

Die ursprünglichen Motive der Aedicula übernahm er dabei: hl. Dreifaltigkeit (Osten), hl. Georg (Süden), Kelch (Westen) und Kreuz (Norden).

Ein reizvoller Fleck

Wer einen Spaziergang zur Lohhofer Kapelle und zur Lohhofer Marter macht, wird auch über diesen besonderen und reizvollen Fleck Herzogenaurachs umfassend informiert. In Anlehnung an die bereits bestehenden Informationstafeln zur „Herzo Base History“ und zur „Zweimarterlinde“ greift eine Informationstafel nun die besondere Geschichte des Lohhofs, der Lohhofkapelle und der Lohhofer Marter auf. Der Informationstext ist durchgängig zweisprachig (Deutsch/Englisch) gehalten und wird mit drei historischen Fotos illustriert.

Außerdem weist eine Skizze den Weg zu weiteren Informationstafeln in der Nachbarschaft. Eine gelungene Einladung für alle Herzogenauracher, sich den Lohhof und von dort aus den jüngsten Stadtteil Herzo Base zu erwandern.

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen: