Ehrenamt
Feldgeschworene: Hüter der geheimen Zeichen
Die Feldgeschworenen gibt es bereits seit dem 12. Jahrhundert. Dieses Bild aus dem Jahr 1514 zeigt „sieben geschworene Landscheider“.
Die Feldgeschworenen gibt es bereits seit dem 12. Jahrhundert. Dieses Bild aus dem Jahr 1514 zeigt „sieben geschworene Landscheider“.
Foto: Bayerisches Staatsarchiv Bamberg
Adelsdorf – Im Adelsdorfer Gemeinderat wurden zwei neue Feldgeschworene vereidigt. Aber was ist ihre Aufgabe?

In Adelsdorf gibt es seit Mittwochabend zwei neue Feldgeschworene. In der Gemeinderatssitzung leistete für die Gemarkung Neuhaus Benno Dausch (60) seinen Eid, für die Gemarkung Adels-dorf/Aisch/Nainsdorf Michael Weber (35). Für jede der sechs Gemarkungen des Gemeindegebiets gibt es bis zu sieben Feldgeschworene.

Für die Grenzsteine zuständig

Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) erklärte, dass Feldgeschworene bereits seit dem 12. Jahrhundert dafür sorgen, dass Grundstücks-, Gemarkungs- und Gemeindegrenzen eingehalten werden. Ihre Aufgabe ist es laut Fischkal, sich um die Grenzsteine zu kümmern. „Sie sind die rechte Hand des Vermessungsamtes. In Bayern gibt es rund 25 000 Feldgeschworene, in Franken sind es über 11.000“. Er erläuterte zudem, dass das Vorschlagsrecht allein die Feldgeschworenen haben würden, gewählt und vereidigt werden Feldgeschworene auf Lebenszeit. Vor der Vereidigung durch Fischkal beschrieb dieser kurz die Voraussetzungen für einen Feldgeschworenen und zitierte dazu eine alte Formulierung: „Der zu wählende Feldgeschworene sollte nicht ein rachsüchtiger und unverschämter Erdenwurm sein, nicht ein Säufer, ein Spieler, ein Streiter und Schwärmer sein, sondern ein ruhiger, bei jedem Streit gelassener Mann sein.“

Ein geradezu mystischer Zauber scheint auf diesem kommunalen Ehrenamt des sogenannten „Siebeners“ zu liegen. So wird es zumeist weitervererbt, was man bei Weber sehen kann, war doch schon sein Großvater ein Siebener. „Das Amt bleibt auf dem Haus“, weiß auch der Obmann der Gemarkung Adelsdorf, Aisch, Uttstadt und Nainsdorf, Heinrich Brehm zu berichten. Die Beinamen Hüter der Grenzen und Hüter der magischen Schwellen implizieren ebenfalls etwas Mysteriöses. Eine weitere Besonderheit ist das „Siebenergeheimnis“, hinter welchem sich die geheimen Zeichen verbergen, mit denen die Feldgeschworenen die Lage der Grenzpunkte kennzeichnen. Bereits 2016 erfolgte zudem die Anerkennung des Feldgeschworenenamtes als deutsches Unesco-Kulturerbe.