Besonderer Kalender
Heimat in 75 Bildern
Hans Gaschbauer (rechts) und Bürgermeister German Hacker zeigen den Kalender.
Hans Gaschbauer (rechts) und Bürgermeister German Hacker zeigen den Kalender.
Foto: Michael Busch
Herzogenaurach – Der Herzogenauracher Hans Gaschbauer hat einen Kalender zusammengestellt, wie es ihn zuvor noch nicht gab. Der 92-Jährige ist zu Recht stolz.

„Der Erlös geht komplett ab für eine gute Sache.“ Aus Hans Gaschbauer sprudeln die Worte nur so heraus. Ein Herzensprojekt habe er sich erfüllt, eines mit einem guten Zweck. „Ich will an dem Kalender nichts verdienen.“ Und so übergibt der 92-Jährige auch sofort ein Exemplar an den Bürgermeister German Hacker. Weitere Exemplare gehen an die Reporter vor Ort.

Fünf Euro für den guten Zweck

Man kennt den „Gaschi“ in Herzogenaurach. „Ein älterer, stadtbekannter Herr und ehemaliger Bergsteiger“, wie es in der Beschreibung zur Kalenderübergabe heißt. Einer, der durch die Welt reiste und die Berge bestieg. Einer, der unglaublich viele Fotos machte und immer noch macht. „Auf 75 Bildern gibt es über die zwölf Monate verteilt einen 50-jährigen Rückblick“, erzählt er. Bilder, die vor allem Herzogenaurach von 1958 bis 2014 zeigen. Mit besonderen Aufnahmen. „Hier habe ich lange nach einer Stelle gesucht, um alle Türme der Stadt auf ein Bild zu bannen“, sagt er mit Blick auf den Monat Oktober.

Bei einem Freund in der Würzburger Straße hatte er das Motiv vom Dachfenster aus dann endlich gefunden. Und auch zum aktuellen Hochwasser gibt es einen Bezug. Das Wasser stand Anfang des Millenniums so hoch, dass ein damals an der Steinernen Brücke befestigtes Gerüst weggeschwemmt wurde.

German Hacker erklärt: „Zu Spendenzwecken möchte er einen Heimatkalender auflegen mit Bildern aus seinem Fundus über Herzogenaurach. Die Einnahmen gehen komplett zugunsten der Spendenaktion Sternstunden.“ Fünf Euro möchte er für den Kalender haben, der ab dem 1. August beim Schreibwaren-Ellwanger, Ringfoto Müller und Teleprofi Scholian zu erwerben ist. Geheimnisvoll tut er, wenn es um den Finanzier des Kalenders geht. „Das ist ein großzügiger Spender, der nicht genannt werden will.“

In seinem Freundeskreis wird allerdings gemunkelt, dass dieser „Sponsor“ der Gaschi selber sei. Das würde auch zu ihm passen. Genauso wie die Akribie, mit der er, gepaart mit Freude und Engagement, in seinem Bildarchiv gewühlt und die Bildauswahl getroffen hat. Jahreszeitlich zugeordnet, hat er die Bilder mit eigenen Anmerkungen versehen. Dass Titelbild und die letzte Seite mit Bildern der Dolomiten, des Himalaya und des Nanga Parbat sowie dem aus Gaschbauers Sicht schönstem Berg, dem 6856 Meter hohen Amadablam versehen sind, überrascht nicht. Es ist im Grunde die Unterschrift des kreativen Senioren.

Die darin verpackte Heimatverbundenheit ist ein ungewöhnlicher Kalender, da waren sich Bürgermeister und der Weltreisende einig.

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