Entscheidung da
Das wird aus der Bergkirchweih 2021
Solche Bilder sind trotz Impfungen und derzeit niedrigerer Fallzahlen im Mai noch nicht wieder denkbar.
Solche Bilder sind trotz Impfungen und derzeit niedrigerer Fallzahlen im Mai noch nicht wieder denkbar.
Foto: Christian Bauriedel/Archiv
LKR Erlangen-Höchstadt – Was wird heuer aus dem "Berch"? Diese Frage trieb die Medien in Erlangen und Umgebung jüngst fast genauso stark um wie die nach genügend Impfstoff.

Die Pressekonferenz war kurz und knapp. Die Aussage: Auch 2021 wird es keine Bergkirchweih in Erlangen geben. Sie wird nicht verschoben, nicht verkürzt oder entzerrt. Schlicht abgesagt. "Alles andere wäre nicht verantwortbar", sagte Oberbürgermeister Florian Janik vor der - selbstverständlich digital - versammelten Lokalpresse.

Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik bedauert sehr, die Bergkirchweih 2021 absagen zu müssen.
Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik bedauert sehr, die Bergkirchweih 2021 absagen zu müssen.
Foto: Barbara Herbst/Archiv

Die momentane Lage, aber auch die derzeitige Perspektive lassen keine Planungen zu: "Selbst wenn sich die Lage weiter verbessern sollte und auch die Impfungen voranschreiten ist es unwahrscheinlich, dass wir im Frühsommer ein solches Fest veranstalten können." Schausteller wie Gastronomen müssten jetzt Sicherheit bekommen - wenn auch negative. "Es ist nicht vorstellbar, dass wir im Mai eine Million Menschen in die Stadt und auf das Kirchweihgelände lassen", machte Janik die Dimensionen deutlich. Weder beim Auf- und Abtrieb noch auf den Kellern oder beim After-Berg wäre ein Hygienekonzept umsetzbar.

Lesen Sie hier: Wie der "Berch" zuletzt sein Gesicht verändert hat

"Nicht irgendein Fest"

Natürlich mache es keine Freude, ein solches Fest abzusagen, das "nicht irgendein" Fest sei - nicht für Bergfans von außerhalb und erst recht nicht für die Erlanger selbst. Schon zum zweiten Mal in Folge müsse nun wegen Corona mit einer jahrhundertealten Tradition gebrochen werden. "Das ist seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr passiert", so Janik.

Konrad Beugel betreute 2019 seine 20. Bergkirchweih als städtischer Bergreferent - seitdem ist Schluss mit Berg....
Konrad Beugel betreute 2019 seine 20. Bergkirchweih als städtischer Bergreferent - seitdem ist Schluss mit Berg....
Foto: Karina Brock/Archiv

Für Bergreferent Konrad Beugel wäre es die 22. Kirchweih in dieser Position gewesen. "Und nur 20 davon haben stattgefunden. Das habe ich mir so auch nicht vorgestellt", bedauert er, der auch privat ein leidenschaftlicher Berggänger ist. Aber heute - zwölf Wochen vor dem Anstich, elf Wochen vor dem Aufbau - sei es nicht möglich, in die Planungen einzusteigen. "Wir mussten jetzt entscheiden - denn es sind auch 17 Festwirte und rund 100 Schausteller betroffen." Gerne hätte er eine Perspektive geliefert, aber auch er betont, dass gerade ein Gelände wie der Erlanger Kellerberg nicht abgeriegelt werden könne - und die Innenstadt erst recht nicht.

Keine Möglichkeit zum Entzerren

Auch habe Erlangen räumlich nicht die Möglichkeit, eine kleinere oder entzerrte Alternative anzubieten. "Und sind wir ehrlich: Wer hätte Lust, mit Maske am Biertisch zu sitzen und Brotzeit zu machen? Das kann sich doch kein Mensch vorstellen!"

Einzig: Wenn es die Pandemie zulässt, dürfen Schausteller wie auch im vergangenen Jahr ihre Buden vereinzelt innerhalb der Fußgängerzone aufbauen. Für die Gastronomen gelten ebenfalls die gleichen großzügigen Regeln wie 2020, ohne Zusatzgebühren für die Außengastronomie. "Das ist alles andere als ein adäquater Ersatz, aber immerhin eine kleine Unterstützung", so OB Janik.

Janik setzt auf Vernunft der Jugend

Was den "Berg der Jugend" angeht - also die Festgelage am Bürgermeistersteg oder Bierkastenläufe im Wiesengrund - ist Janik zuversichtlich, dass die jungen Leute wieder so vernünftig sind, wie im vergangenen Jahr. "Wir werden mit einer Mischung aus Appellen und Ordnungsrecht agieren - das ging 2020 sehr gut und wird sicher wieder funktionieren."

Beugel wünscht indes allen Schaustellern, dass die späteren Feste im Jahr - wie das Annafest in Forchheim oder das Volksfest in Nürnberg - möglich sein werden. "Ich mache mir schon Sorgen um die Branche. Wie viele werden durch diese harte Zeit kommen?" Für 2022 macht er sich selbstverständlich Hoffnungen, dass es wieder eine Bergkirchweih geben wird. "Aber auch dann wird es wahrscheinlich keine Kirchweih, wie wir sie bis 2019 gekannt haben."

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