Handball
Der HC Erlangen zähmt die Löwen
Sebastian Firnhaber (li.) war vor seinem Teamkollegen und Ex-Löwen Steffen Fäth (fünf Tore, nicht im Bild) mit sieben Treffern bester Erlanger Werfer gegen die Mannheimer.
Sebastian Firnhaber (li.) war vor seinem Teamkollegen und Ex-Löwen Steffen Fäth (fünf Tore, nicht im Bild) mit sieben Treffern bester Erlanger Werfer gegen die Mannheimer.
Foto: Sportfoto Zink
Erlangen – Der HC Erlangen hat sich überraschend leicht bei den Rhein-Neckar-Löwen durchgesetzt. Für die Gäste debütierte ein Neuzugang.

Der HC Erlangen hat einen relativ deutlichen Sieg bei den Rhein-Neckar-Löwen eingefahren. Der Tabellendritte lag in der gesamten Partie lediglich zwei Mal kurzzeitig in Führung. Der sportliche Leiter der Gastgeber, Oliver Roggisch, war hinterher am Sky-Mikrofon enttäuscht: „Man hat gesehen, dass wir verunsichert sind.“ Ob gewollt oder unabsichtlich – der Ex-Mannheimer Steffen Fäth kommentierte den Auswärtserfolg so: „Wir haben gekämpft wie die Löwen.“

Als Patrick Groetzki das 1:0 erzielte, dachte wahrscheinlich kein Handball-Kenner, dass es die einzige Führung der Rhein-Neckar-Löwen für 23 Minuten sein würde. Die Gäste übernahmen das Kommando und gingen trotz einer Zeitstrafe gegen Nico Büdel mit 5:1 in Führung (7.). Der Champions-League-Kandidat holte zwar schnell auf (5:6, 11.), doch die Hochzeit des HCE hielt an und der Underdog behauptete fortan stets eine kleine Führung.

Auch nach dem 14:13 für die Mannheimer in der 25. Minute kippte die Partie nicht. Die Mittelfranken nahmen zum Bergfest einen knappen und torreichen Vorsprung von 17:16 mit in die Kabine. Dass sich der Favorit nicht so leicht geschlagen geben würde, verdeutlichte Löwen-Keeper Andreas Palicka, als er sich nach einem Kopftreffer aus kurzer Distanz lediglich kurz schüttelte und mit roten Augen weiterspielte. Sein Gegenüber Martin Ziemer hatte seine beste Szene in der 22. Minute, als er einen Fabel-Pass über das gesamte Feld spielte, doch Palicka den Abschluss des Erlanger Empfängers parierte.

Die Baden-Württemberger kamen eine Woche vor dem Final-Four-Turnier in der European League in der eigenen Halle nicht mit der befürchteten Wucht in die zweite Hälfte. Es gab Strafen für die Hausherren und (mehr) Tore für die Erlanger, die RNL-Trainer Martin Schwalb in der 22. Minute beim 19:23 in die nächste Auszeit zwangen.

Erster Sieg des HC Erlangen in Mannheim liegt in der Luft

Als Ziemer den Siebenmeter gegen Andy Schmid und einen 100-Prozentigen gegen Mannheims besten Schützen Jerry Tollbrink hielt, glaubten auch die Handball-Kenner an einen Sieg des HCE, der im Südwesten erstmals seinen nachverpflichteten Kreisläufer Benjamin Meschke einsetzte - allerdings nur kurz in der Abwehr. "Für mehr bestand keine Notwendigkeit, die anderen waren im Flow", erläuterte HCE-Coach Michael Haaß. Der neue Keeper Matthias Ritschel ist erst für die kommende Woche eingeplant.

Aber Handball ist nicht Fußball, wo sich ein Torwart an Palickas Stelle in der ersten Hälfte sieben Mal um die eigene Achse gedreht und fünf Zeigerumdrehungen zur Behandlung liegen geblieben wäre: Plötzlich ließ Erlangen die Großchancen liegen, die Löwen kamen auf 22:23 heran (50.). Dann zogen die Jungs von Trainer Haaß wieder auf drei Tore weg (23:26, 54.). Beim 23:27 gut fünf Minuten vor Schluss wurde die erste Heimniederlage von RNL gegen Erlangen greifbarer.

Die zwei Minuten für Max Jaeger sorgten für mehr Spannung. Doch so richtig brenzlig wurde es für die Gäste nicht mehr. Da die eigenen Angriffe meist verwertet wurden, behauptete sich der HC mit 30:26.