Handball
Doppelte Überzahl hilft dem HC Erlangen
Die Handball-Saison 2020/21 beendet der HC Erlangen auf Platz 13.  Wegen der vielen Verletzten und der coronabedingten Spielausfälle ein Grund zur Freude, auch wenn das Team vom Trainer Michael Haaß eigentlich andere Ambitionen hatte.
Die Handball-Saison 2020/21 beendet der HC Erlangen auf Platz 13. Wegen der vielen Verletzten und der coronabedingten Spielausfälle ein Grund zur Freude, auch wenn das Team vom Trainer Michael Haaß eigentlich andere Ambitionen hatte.
Foto: Sportfoto Zink
Erlangen – Lange Zeit führt der HC Erlangen locker gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Doch gegen Ende machen es die Niedersachsen spannend.

Im Hinspiel gewannen die Franken nach einem Unentschieden zur Pause mit 35:29 gegen die HSG Nordhorn-Lingen, im Rückspiel und damit im letzten Saisonspiel der Handball-Bundesliga taten sie sich etwas schwerer. Letztendlich schlugen die Erlanger die Niedersachsen mit 31:30 (16:15). Die HSG stand schon vor dem Spiel als Absteiger fest, Erlangen beendet die Saison auf Platz 13.

Bundesliga, Männer

HSG Nordhorn-Lingen – HC Erlangen 30:31

In den ersten viereinhalb Minuten war es ein Spiel der Torhüter. Vom 1:0-Treffer von Daniel Mosindi nach einer Minute abgesehen parierten sowohl Martin Ziemer auf Erlangens Seite als auch Björn Buhrmester auf Nordhorns Seite einige Versuche. Simon Jeppsson fasste sich aber ein Herz und traf aus der Entfernung, ohne Abwehrmöglichkeit für Buhrmester. Alexander Terwolbeck erzielte den ersten Treffer für die HSG, Markus Stegefelt glich aus und Philipp Vorlicek drehte die Partie zum zwischenzeitlichen 3:2 (8.). Die Franken setzten danach auf den geordneten Spielaufbau und ließen sich Zeit mit ihren Aktionen nach vorne. Mit Erfolg, der HCE ging wieder in Führung.

Auf der anderen Seite hatte Robert Weber keine gute erste Hälfte gegen Ziemer erwischt. Zweimal konnte der HSG-Spieler den Ball nicht im Tor des HC Erlangen unterbringen. Erst in der 13. Minute musste Ziemer einen Treffer von Weber zum zwischenzeitlichen 5:6 durchlassen. Danach baute Erlangen die Führung weiter aus: Sebastian Firnhaber und Simon Jeppsson stellten auf 8:5.

Ziemer pariert und pariert und pariert

Auch Georg Pöhle scheitert beim Stand von 8:10 an Torwart Martin Ziemer, für den der Ball gar nicht so einfach zu parieren war. Der Keeper des HC Erlangen war da, wenn er gebraucht wurde. Nicht umsonst hatten die Fans ihn zum Spieler der Saison gewählt. Im Interview am Freitag versprach Ziemer, trotz Auszeichnung weiter zu liefern. Das tat er im Spiel gegen Nordhorn-Lingen. Aber auch die anderen Erlanger Spieler zeigten ein ordentliches Handball-Spiel. Ein Zuckerpass von Firnhaber auf Johannes Sellin bescherte die Vier-Tore-Führung (8:12), doch danach ließen die Franken einen Fehler im Tempospiel zu – 9:12. Im Rückzug kassierte Erlangen sogar das 10:12.

Der HCE konnte die knappe Führung nicht halten, Nordhorn-Lingen glich kurz vor der Pause zum 15:15 aus. Mosindi wollte nicht mit einem Unentschieden in die Kabine gehen und traf eine Sekunde vor dem Pfiff zur erneuten Führung (15:16).

Über eigenen Mitspieler gestolpert

Die zweite Spielhälfte startete mit einer kuriosen Szene: Während Terwolbeck im Zweikampf liegen bleib, traf Weber zum 16:16 und stolperte im Anschluss über seinen Mitspieler. Beide konnten aber weitermachen. Fast hätte Erlangens Torhüter den Siebenmeter von Weber gehalten, aber der Ball ging über Ziemers linke Hand doch noch ins Tor (18:19).

Beide Teams wollten sich keine Blöße geben, auch wenn Erlangen immer wieder mit einem Tor in Führung ging. Erst in der 47. Minute setzten sich die Gäste etwas ab – Tarek Marschall, Florian von Gruchalla und Christopher Bissel trafen (22:25). Die Niedersachsen blieben aber dran und gingen kurz in Führung (26:25), Erlangen glich sofort wieder aus. Dasselbe passierte beim 27:26, das 28:27 verteidigten die Hausherren aber. Marschall unterlief ein technischer Fehler, die HSG ging mit 29:27 in Führung. Das wurde Haaß zu bunt, er nahm eine Auszeit.

Fünf Minuten standen noch auf der Uhr. Drei Minuten brauchten die Erlanger für zwei Tore, Jeppsson glich zum 29:29 aus. Nordhorn musste die letzten zwei Minuten in Unterzahl spielen. Von Gruchalla erzielte die erneute Führung, Nordhorn musste sogar in doppelter Unterzahl agieren. Ziemer hielt Webers Wurf. Marschall erzielte sein sechstes Tor in diesem Spiel, den letzten Treffer erzielte ein Niedersachse zum 30:31.

Tarek Marschall stand nach dem Spiel bei Sky am Mikrofon und wurde zu seiner guten Leistung im letzten Saisonspiel beglückwünscht. „Ich muss sagen, wir als Mannschaft haben heute gut gespielt, da ist meine Leistung nicht so wichtig“, gab sich Marschall bescheiden. Über die ganze Saison sagte er: „Wir hatten wirklich viele Ausfälle, haben Top-Jungs geschlagen und gegen vermeintlich schwächere Teams Punkte liegen lassen. Aber ich durfte durch die vielen Ausfälle viel spielen und der Mannschaft helfen. Das freut mich sehr.“

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen: