Amateurfußball
Eckentaler nimmt Argumente des BFV auseinander
In seinem Youtube-Video spricht Martin Roser als Privatperson und zitiert auch einige Quellen.
In seinem Youtube-Video spricht Martin Roser als Privatperson und zitiert auch einige Quellen.
Foto: Screenshot
Eschenau – Martin Roser, 2. Vorsitzender des 1. FC Eschenau, spricht sich in einem YouTube-Video für einen vorzeitigen Saisonabbruch aus. Der Clip geht viral.

"Lieber BFV, wir müssen reden", nennt Martin Roser aus Eschenau sein Youtube-Video, in dem er nicht als Funktionär, sondern als Privatperson und Fußballer für einen vorzeitigen Abbruch der Saison 2019/21 argumentiert. Die Idee dazu entstand während einer längeren Autofahrt mit Martin Rauh, einem ebenfalls jungen Funktionär des Nachbarvereins SC Eckenhaid. "Wir haben diese ganze momentane Situation analysiert und das war auch die Basis für das Video. Mich treibt das Thema auf jeden Fall um, weil mir der Amateurfußball und alles drum herum sehr wichtig sind", erklärt Martin Roser. "Diese vorhandenen Widersprüche wollte ich dann einfach einmal teilen."

 

 

Der 2. Vorsitzende seines Vereins kennt die Argumentation des Bayerischen Fußballverbands, der trotz Corona-Pandemie immer noch auf eine Saisonfortsetzung hofft. Martin Roser hat diese nun seinen Argumenten pro Abbruch gegenüber gestellt.

Der 25-Jährige nahm sich dafür Zeit. Knappe 22 Minuten Aufmerksamkeit beansprucht er von den Zuhörern. "Klar, es kann auf jeden Fall sein, dass Leute von der Länge abgeschreckt werden. Um dem komplexen Thema aber gerecht zu werden, wollte ich mir diese Zeit nehmen. Ich empfehle jedem, das Video eher als Podcast zu behandeln, dann wird die Zeit vielleicht erträglicher", sagt Martin Roser schmunzelnd. Ob das Video an der geringen Aufmerksamkeitsspanne der Internet-Community scheitert, wird sich zeigen.

Einige Aussagen aus dem Video

Alle Aussagen des 25-Jährigen wiederzugeben, würde den Rahmen sprengen. Dennoch haben wir zwei Zitate verschriftlicht: Ab Minute 3:23 sagt Roser: "Ich denke, wie schon erwähnt, dass ich nicht der Einzige bin, der Verstöße - und seien es noch so kleine - gegen die Hygienemaßnahmen am Sportplatz erlebt habe. In der Praxis sind diese oftmals so gar nicht durchzuführen, wie sie in den Konzepten stehen. Für uns Verantwortliche ist es neben dem hohen zeitlichen Aufwand eine sehr unangenehme und zum Teil unverantwortliche Situation, dass (...) verlangt wird, einzuschreiten und alles immer im Blick zu haben. Schließlich übernimmt der Hygiene-Beauftragte die Verantwortung für die Gewährleistung und die Einhaltung des Hygienekonzepts."

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Ab Minute 5.30 sagt der 25-Jährige: "Es gibt im Amateurfußball sehr viele Selbstständige und Arbeiter in kleinen Betrieben, die eine Quarantäne nicht riskieren können. Auf ihre Arbeitskraft kann nicht verzichtet werden. Auch gibt es viele, die in systemrelevanten Berufen momentan einfach unverzichtbar sind. Hier kann eine mögliche Quarantäne eine existenzielle Bedrohung darstellen. Arbeitgeber könnten den Spielern das Spielen verbieten, weil sie es nicht riskieren können, zwei Wochen auf deren Arbeitskraft zu verzichten. (...) Diese Last und dieses Risiko kann ich von keinem Amateurfußballer - gerade in den unteren Ligen - verlangen, für den Fußball wirklich nur ein Hobby ist."

Martin Roser am Sportplatz.
Martin Roser am Sportplatz.
Foto: Uwe Kellner

Rückmeldung vom BFV erwünscht

Wie weit kommt Martin Roser mit seinem Video? "Ich kann mir gut vorstellen, dass ich eine Rückmeldung erhalte. Ich will durch das Video der Diskussion um einen Abbruch neue Punkte hinzufügen. Der BFV ist der Hauptakteur in dieser Thematik und deswegen trete ich gerne in einen Austausch", erklärt er. Ob er gegen die geschulten Berufs-Argumentierer des BFV als kleiner Vereinsfunktionär ankommen wird, muss er dann noch beweisen.

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