Höchstadt Alligators
Erfolgreichste Saison endet im Halbfinale
Die Regensburger freuen sich aufs Finale, der Höchstadter EC um Martin Kokes (li.) geht erhobenen Hauptes in die Sommerpause.
Die Regensburger freuen sich aufs Finale, der Höchstadter EC um Martin Kokes (li.) geht erhobenen Hauptes in die Sommerpause.
Foto: Andreas Klupp
Höchstadt a. d. Aisch – 8:5 für Regensburg. Doch auch im dritten Duell bot Höchstadt dem Hauptrundenmeister Paroli. Die Eisbären warten auf den Finalgegner.

Die Höchstadt Alligators haben Sommerpause. Mit einem achtbaren 5:8 in Regensburg kassierten sie die dritte Niederlage im dritten Spiel der Halbfinal-Play-off-Serie in der Eishockey-Oberliga Süd. Auf wen die Eisbären im Endspiel treffen, steht frühestens am Freitagabend fest: Im Parallelduell steht es 2:1 für die Selber Wölfe gegen die Starbulls Rosenheim.

Um 18.30 Uhr war Regensburg Außenseiter, um 20 Uhr zum dritten Mal klarer Favorit. Sowohl das Fußball-Pokalspiel gegen Werder Bremen als auch die Halbfinal-Play-off-Begegnung in der Eishockey-Oberliga Süd gegen Höchstadt endeten mit dem erwarteten Ergebnis. Doch beide Gegner - auswärts nicht im traditionellen Grün antretend - hatten beziehungsweise machten es dem Gastgeber nicht leicht.

So viele Tore wie nie

Nach 40 Minuten war bereits das Ergebnis aus dem ersten Spiel bei den Eisbären erreicht (5:4). Beide Mannschaften griffen wieder ohne Rücksicht auf die Defensive an. Obwohl Höchstadt zu diesem Zeitpunkt - wie schon nach allen drei Partien des Viertelfinals und den ersten zwei Aufeinandertreffen mit Regensburg - nur ein Treffer vom Kontrahenten trennte, lagen die Mittelfranken in der zweiten Play-off-Runde kein einziges Mal in Führung. Insofern war das Ausscheiden der Alligators verdient.

Peter Flache erzielte in der dritten Minute nach einem Schuss von Petr Heider in Überzahl das 1:0 für die Oberpfälzer. Jiri Mikesz hatte allein vor Goalie Peter Holmgren den Ausgleich auf dem Schläger (5.). "Den muss er machen", fand der verletzte HEC-Stürmer Jari Neugebauer, der den Kollegen von Sprade-TV erneut als Experte diente. Richard Divis erhöhte auf Zuspiel von Nikola Gajovsky (8.) und ließ für die Gäste eine Klatsche befürchten. Doch die Panzerechsen zeigten erneut ihr dickes Fell.

Regensburg lässt kurz die Köpfe hängen

Milan Kostourek legte für Mikesz den Anschlusstreffer auf (11.). "Danach haben die Regensburger kurz die Köpfe hängen lassen", sagte Neugebauer. So erzwang Kostourek einen Puckverlust, bediente Dimitri Litesov und erzielte nach dessen Pfostentreffer den Ausgleich (17.). Die Eisbären bewiesen aber nochmal im ersten Drittel ihre Klasse: Über Flache und Jakob Weber gelang Divis das 3:2 (18.).

HEC-Verteidiger Felix Ribarik gab im Pauseninterview die entspannte Lage seiner Mannschaft wieder: "Wir wollen erhobenen Hauptes in die Sommerpause." Anton Seewald machte Hoffnung, dass sich diese um zwei weitere Tage verschieben könnte: Nach einem Versuch des Ex-Regensburgers Michail Guft-Sokolov besorgte der Stürmer das 3:3 (29.).

Torraumabseits beim 4:3?

Lange und teilweise körperlich wurde über den vierten Treffer der Eisbären diskutiert (30.). Stand Heger beim Schuss von Divis im Torraumabseits? Die Schiedsrichter gaben grünes Licht. Etwas länger hielt der Gleichstand, den Guft-Sokolov im Gewühl vor Holmgren herstellte (36.). Erst kurz vor der zweiten Unterbrechung legte Flache wieder vor. "Wir müssen es Höchstadt mit seinen wenigen Spieler schwerer machen", sagte der Torschütze am Mikrofon.

Das gelang den Gastgebern im letzten Durchgang besser. Andreas Geigenmüller brachte die Oberpfälzer auf Pass von Korbinian Schütz erstmals seit der elften Minute wieder mit zwei Toren in Front (45.). Weber sorgte mit einem haltbar scheinenden Schuss für die Vorentscheidung (47.). Zwar hatten die Gäste am Mittwochabend dank Artjom Alexandrovs Rückkehr drei komplette Blöcke zur Verfügung, doch da sich der Rekonvaleszent noch nicht so sicher fühlte, fiel vor allem die dritte Reihe etwas zurück.

Neugebauer ist einfach nur stolz

Erhobenen Hauptes in die Sommerpause zu gehen, war den Höchstadt Alligators trotzdem in allen drei Duellen mit dem Hauptrundenmeister gelungen. Nicht nur wegen des Treffers zum 5:7 von Kostourek, der von Jakob Fardoe in Position gebracht worden war (57.). Und daran änderte auch Gajovskys Empty-Net-Goal zum Endstand nichts (58.). "Ich bin einfach nur stolz", lautete Neugebauers Fazit nach vielen Rückschlägen für ihn und sein Team.